Friday the 13th Freitag der 13
© Paramount Pictures

Freitag der 13.

Inhalt / Kritik

Friday the 13th Freitag der 13
„Freitag der 13.“ // Deutschland-Start: 23. Oktober 1980 (Kino) // 21. Oktober 2021 (Blu-ray, Movie Collection)

Nachdem es zwanzig Jahre lang geschlossen war, soll das idyllisch gelegene Ferienlager Camp Crystal Lake wieder eröffnet werden. Zu diesem Zweck haben sich eine ganze Reihe junger Männer und Frauen eingefunden, die als Aufseher später eine Gruppe übernehmen wollen, Aktivitäten rund um den See sowie dem anliegenden Wald anbieten wollen und beim Wiederaufbau des Camps helfen. Unter ihnen befinden sich Alice (Adrienne King), Bill (Harry Crosby), Jack (Kevin Bacon) und Marcie (Jeannine Taylor) sowie der neue Leiter des Camps, Steve Christy (Peter Brouwer). Der Aufbau geht mit großen Schritten voran, jedoch ahnt außer Steve niemand von der dunklen Vorgeschichte des Camps, in dem 1958 ein Blutbad unter den damaligen Aufsehern stattfand. Zu der Zeit wurden zwei Aufseher von einem unbekannten Täter grausam ermordet, sodass Camp Crystal Lake seine Pforten schließen musste und seit jeher unter den Einheimischen das Gerücht sich verbreitet, es laste ein Fluch auf dem Ort.

Auch diese Wiedereröffnung scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Als ihre Köchin nicht wie vereinbart im Camp erscheint, auch andere Aufseher auf seltsame Weise verschwinden und zudem noch Dinger verschwinden oder nicht funktionieren, versuchen die übrigen Teenager dem Treiben auf den Grund zu gehen. Als dann auch noch die mysteriöse Pamela Vorhees (Betsy Palmer) im Camp erscheint und eine Erklärung für die rätselhaften Ereignisse hat, wird den jungen Leuten schnell klar, dass sie in großer Gefahr sind.

Amerika will keine Familienfilme

1980 begann mit Freitag der 13. eine der wohl langlebigsten Filmreihen des Horrorgenres, die bis heute elf Fortsetzungen umfasst und verantwortlich ist für einen wahren Boom des Slashergenres in den 80er Jahren. Dabei hatte Regisseur und Produzent Sean S. Cunningham sich vor allem von jenen von ihm mitproduzierten familienfreundlichen Filmen distanzieren wollen, welche an den Kinokassen gefloppt waren. Nach dem großen Erfolg von John Carpenters Halloween – Die Nacht des Grauens besann sich Cunningham seiner Wurzeln im Horrorgenre und machte sich daran, den wohl „schockierensten Film“ der 1980er zu inszenieren.

Wie der bereits erwähnte Halloween gehört auch Freitag der 13. zu jenen Werken, die stilbildend für das Genre waren und bis heute sind. Cunningham, der unter anderem Filme wie Wes Cravens Das letzte Haus links produzierte, nutzt dabei seine Erfahrung mit Independent-Filmen, einem minimalen Setting und Geschichte, die sich in erster Linie auf die Inszenierung und Effekte konzentriert. Dennoch sollte man nicht den Fehler begehen, Freitag der 13. zusammen mit jenen Vertretern des Genres zu bringen, welche im Anschluss an den großen kommerziellen Erfolg von Cunninghams Werks in dessen Fahrwasser versuchten mitzuschwimmen. Alleine die Atmosphäre des schleichenden Grauens, des Bösen hinter der Fassade des idyllischen Settings machen den Reiz dieses Filmes aus, ebenso wie die meisterhafte Filmmusik Harry Manfredinis.

Camp Blood

Was in Carpenters Film bisweilen nur wenige Szenen sind, nimmt bei Cunningham einen Großteil der Geschichte ein. Immer wieder wechselt er zwischen den Perspektiven oder stellt dem Zuschauer eine Falle, der sich aufgrund eines bekannten Bildes, eines Autos oder einer Kontur, in Sicherheit wiegt. Die Sicht des Mörders wechselt sich mit der Kamera als Beobachter ab, und zeigt uns dann, wie Figuren zu Tode kommen, vom Täter fliehen, sich wehren, sich dann aber doch geschlagen geben müssen. Diese sorgfältige Inszenierung erinnert bisweilen sogar an italienische giallo-Kino, bei dem besonders die Morde einer bestimmten Ton- und Bilddramaturgie folgten.

Abgesehen von der wunderbar aufspielenden Betsy Palmer, die mit ihrer Rolle als Pamela Vorhees wohl in die Annalen des Horrorgenres eingezogen ist, erscheinen die anderen Darsteller zwar viel Spaß an der Geschichte zu haben, aber sich gegenseitig im Overacting überbieten zu wollen. Interessant ist einzig und alleine die Tatsache, dass einer der wenigen Charaktere, der tatsächlich so etwas wie eine gewisse Tiefe aufweist, sogleich das erste Opfer im Film ist.

Credits

OT: „Friday the 13th“
Land: USA
Jahr: 1980
Regie: Sean S. Cunningham
Drehbuch: Victor Miller
Musik: Harry Manfredini
Kamera: Barry Adams
Besetzung: Betsy Palmer, Adrienne King, Harry Crosby, Laurie Bartram, Mark Nelson, Jeannine Taylor, Robbi Morgan, Kevin Bacon, Peter Brouwer

Bilder

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„Freitag der 13.“ ist ein unterhaltsamer Horrorfilm, des inszenatorisch sowie durch seine Effekte überzeugt. Sean S. Cunningham legte mit seinem Film die Grundformel des Slasher hin, was viele Nachahmer zur Folge hatte, die aber alle nicht an das technische Niveau seines Filmes herankam.
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