Hilfe ich hab meine Freunde geschrumpft
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Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft

Inhalt / Kritik

Hilfe ich hab meine Freunde geschrumpft
„Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft“ // Deutschland-Start: 2. September 2021 (Kino) // 4. Februar 2022 (DVD/Blu-ray)

Die Überraschung ist groß bei Felix (Oskar Keymer), als ihm der Schulgeist (Otto Waalkes) das Geheimnis verrät, wie er nach Belieben Objekte wie auch Menschen schrumpfen und wachsen lassen kann. Denn das bedeutet, dass von nun an er die Aufgabe übernehmen muss, das Otto-Lenhard-Gymnasium zu beschützen. Anlass dafür gibt es auch gleich, schließlich hat die fiese Hulda Stechbarth (Andrea Sawatzki) vor, die Schule zu übernehmen. Davon bekommt Felix jedoch nichts mit, hat er doch nur Augen und Ohren für Melanie (Lorna zu Solms), die Neue in seiner Klasse. Das wiederum stößt bei Felix’ Freunden Freunde Ella (Lina Hüesker), Mario (Georg Sulzer), Robert (Eloi Christ) und Chris (Maximilian Ehrenreich) auf wenig Begeisterung, die den Neuzugang verdächtigen, diverse Sachen geklaut zu haben …

Eine langsame wiederkehrende Schrumpfkur

Ein bisschen wundern darf man sich schon, warum die Filme um Felix und seine diversen Schrumpferfahrungen immer so lange brauchen. Am Konzept liegt es eher nicht, das ändert sich von Mal zu Mal so wenig, dass man eigentlich kein neues Drehbuch bräuchte. Es wird lediglich jedes Mal die Person ausgetauscht, die der Schrumpfzauber trifft und die nun irgendwie zurechtkommen muss, bis das Problem von Felix gelöst wird. Und so ist es nach Hilfe, ich hab meine Lehrerin geschrumpft und Hilfe, ich hab meine Eltern geschrumpft nun so weit, dass bei Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft die Freunde und Freundinnen von Felix dran glauben müssen. Womit dann nahezu alle in den Filmen auftauchenden Figuren dann mal an der Reihe waren.

Wobei der dritte Teil doch noch Unterschiede aufweist. Den einen bringt die Zeit automatisch mit sich: Das Ensemble wird älter. So macht es dann schon noch einen Unterschied, ob der Hauptdarsteller elf oder sechzehn Jahre alt ist. Die Erscheinung ist anders, die Stimme wird tiefer. Und so wird es bei Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft dann auch Zeit, dass Felix von seinen Hormonen durchgeschüttelt wird. Eigentlich hätte man an der Stelle ja davon ausgehen dürfen, dass seine langjährige Abenteuerpartnerin die Auserwählte wird. Wenn dieser Part nun aber der Neuen Melanie zukommt, sind nicht nur die Eltern in einer amüsanten, geradezu selbstironischen Szene überrascht. Dem Publikum darf es da ähnlich gehen.

Einfacher Humor von schwankender Qualität

Ansonsten hat der Film aber erneut eine jüngere Zielgruppe vor Augen, was sich vor allem am schlichten Humor festmacht. Die Ergebnisse hierbei schwanken aber mitunter. Streckenweise ist das Drehbuch von Gerrit Hermans, der schon bei den beiden Vorgängern verantwortlich war, recht einfallslos. Da gibt es diverse Gags, die auf Biegen und Brechen immer wieder vorgebracht werden, obwohl sie schon beim ersten Mal nicht wirklich lustig waren. Andere Stellen sind dafür gut gelungen. Vor allem die Szenen mit Andrea Sawatzki als gebrechliche Uraltschreckschraube gehören erwartungsgemäß zu den Höhepunkten von Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft. Komisches Talent hat die ansonsten vor allem im TV tätige Schauspielerin schließlich mehr als genug.

Ansonsten ist das mit dem Ensemble so eine Sache. Leider haben sich einige davon seit den schauspielerischen Anfangstagen nicht mehr weiterentwickelt. Da überzeugen weder die ernsten noch die komischen Momente wirklich. Das fällt auch deshalb auf, weil der Freundeskreis dieses Mal stärker im Vordergrund steht und der Konflikt untereinander betont wird. Wenn die Liebe ins Spiel kommt, dann hat das eben nicht nur positive Folgen. Aber auch wenn das schauspielerisch in Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft nicht immer überzeugt, da sind schon charmante Momente dabei, gerade auch wenn die Leute in der Jugendherberge zusammenkommen und sich Gruselgeschichten erzählen.

Vorsicht, große Gefahr!

Gelungen ist auch, wie die Größenunterschiede in die Geschichte integriert wurden und damit der Abenteuergedanke gestärkt. Hier hat man tatsächlich mal das Gefühl, dass da eine echte Gefahr droht – was maßgeblich mit den sadistischen Gegenspielern zusammenhängt. Insgesamt stimmt da der Unterhaltungsgrad also schon, mehr sogar als bei den ersten beiden Teilen. Es ist sogar ein bisschen Spannung bei Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft dabei. Wobei die größte Spannung noch darin besteht, wer denn bei einem potenziellen vierten Teil denn noch geschrumpft werden könnte, nachdem kaum einer mehr verschont wurde. Und auch ob für die bei dem aktuellen Tempo der Reihe bis dahin erwachsenen Darsteller und Darstellerinnen nicht dann doch langsam mal ein Ende der Schulzeit anstehen sollte.

Credits

OT: „Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft“
Land: Deutschland
Jahr: 2021
Regie: Granz Henman
Drehbuch: Gerrit Hermans
Musik: Anne-Kathrin Dern
Kamera: Marcus Kanter
Besetzung: Oskar Keymer, Lina Hüesker, Lorna zu Solms, Anja Kling, Andrea Sawatzki, Axel Stein, Johannes Zeiler, Otto Waalkes

Bilder

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„Hilfe, ich hab meine Freunde geschrumpft“ setzt das Prinzip der ersten beiden Teile größtenteils fort, auch wenn die Sachlage durch aufkommende Hormone komplexer wird. Der Humor bleibt dafür recht schlicht, funktioniert mal gut, mal weniger. Für Unterhaltung sorgen zudem vereinzelt spannende Momente.
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