Plitsch Platsch Forever
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Plitsch Platsch Forever!

Plitsch Platsch Forever
„Plitsch Platsch Forever!“ // Deutschland-Start: 9. Juli 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Das Freibad „Plitsch Platsch“ ist für die elfjährige Pola (Neah Hefti) weit mehr als ein Ort zum Schwimmen. Hier verbringt sie mit ihrer besten Freundin Polly (Zazie Mawete) jeden Sommertag, während Pollys Mütter den Kiosk betreiben. Als die marode Filteranlage den Badebetrieb unmöglich macht und der Stadtrat beschließt, das Gelände zugunsten eines lukrativen Wohnbauprojekts aufzugeben, gerät Polas Welt ins Wanken. Weil Pollys Familie dadurch ihre Existenz verliert, wandert sie nach Kanada aus. Für Pola scheint klar: Nur wenn das Freibad gerettet wird, kann auch ihre Freundin zurückkehren. Gemeinsam mit ihrer neuen Mitschülerin Rosalie (Alva Maurer) startet sie eine Petition, mobilisiert Kinder und Erwachsene gleichermaßen und kämpft für die Umwandlung des alten Freibads in ein ökologisches Naturbad. Dabei muss Pola jedoch lernen, dass manche Verluste endgültig sind und sich Zukunft nicht durch das Festhalten an der Vergangenheit gestalten lässt. 

Freibad als emotionale Heimat 

Mit Plitsch Platsch Forever! widmet sich die Schweizer Regisseurin Natascha Beller erstmals einem dezidierten Kinderfilm. Dennoch erkennt man ihre Handschrift wieder, die sich schon in ihrem Debüt Die fruchtbaren Jahre sind vorbei abgezeichnet hat. Denn auch hier verbindet sie gesellschaftliche Themen mit leichter Komik und einem Gespür für alltagsnahe Figuren. Statt auf die Lebensentwürfe Erwachsener setzt Beller jedoch diesmal konsequent auf die Perspektive ihrer jungen Protagonistinnen und erzählt von Freundschaft, Abschied und politischer Teilhabe, ohne daraus eine schwergewichtige Lektion zu machen. 

Gerade in seiner ersten Hälfte entwickelt der Film eine angenehm unaufgeregte Sommeratmosphäre. Die Bilder fangen in der Anfangssequenz den Zauber eines Freibads ein, wie ihn wohl viele aus der eigenen Kindheit kennen: das Glitzern des Wassers, Pommes am Kiosk, Sprungturm, Liegewiese und das Gefühl scheinbar endloser Ferientage. Diese für Erwachsene nostalgische Grundstimmung bildet den emotionalen Resonanzraum für die eigentliche Geschichte, denn mit der drohenden Schließung verschwindet nicht nur ein Freizeitort, sondern ein Stück Heimat. 

Kindgerechte Darstellung direkter Demokratie  

Bemerkenswert ist dann, wie selbstverständlich der Film seine politischen Themen integriert. Demokratie, Mitbestimmung und Kinderrechte werden nicht als Unterrichtsstoff präsentiert, sondern ergeben sich organisch aus der Handlung. Petition, öffentliche Debatte und kommunale Entscheidungsprozesse bleiben verständlich, ohne ihre Komplexität vollständig zu verlieren. Dass Erwachsene die Anliegen der Kinder belächeln, verweist zugleich auf den oft übersehenen Adultismus, den der Film behutsam, aber deutlich anspricht. Die Botschaft bleibt dabei erfreulich differenziert: Engagement lohnt sich, garantiert aber nicht die Erfüllung aller persönlichen Wünsche. 

Emotional trägt vor allem Neah Hefti den Film mit einer glaubwürdigen Darstellung zwischen Trotz, Hoffnung und allmählicher Einsicht. Auch Alva Maurer überzeugt als Rosalie, die sich wohltuend von gängigen Nerd-Klischees löst und zu einer eigenständigen Figur wird. Die Erwachsenenrollen bleiben dagegen bewusst etwas typisiert. Gerade Olga Strub als ehemalige Frauenrechtlerin, die nun im Seniorenheim lebt, bringt jedoch eine sympathische generationenübergreifende Perspektive ein und verknüpft den Einsatz der Kinder mit früheren gesellschaftlichen Bewegungen.

Sympathischer Sommerfilm 

In der zweiten Hälfte arbeitet Plitsch Platsch Forever! das politische Anliegen mitunter etwas offensiver heraus, wodurch einzelne Entwicklungen vorhersehbar wirken. Auch die letztliche Rettung des Freibads erscheint als sehr optimistische Wunschvorstellung, die komplexe kommunalpolitische Realitäten stark vereinfacht. Für ein junges Publikum mag diese Zuversicht angemessen sein, dramaturgisch nimmt sie dem Finale jedoch etwas von seiner Spannung. 

Dennoch gelingt Beller insgesamt ein sympathischer Familienfilm, der seine Zielgruppe ernst nimmt. Besonders erfreulich ist, dass er Kindern nicht bloß Abenteuer zumutet, sondern ihnen auch politische Handlungsmacht zuspricht. Die ökologische Umgestaltung des Freibads verbindet dabei Nachhaltigkeit mit der Idee öffentlicher Räume als Orte gemeinschaftlichen Lebens, ohne belehrend zu wirken. Plitsch Platsch Forever! ist damit weniger großes Kino als ein warmherziger Sommerfilm, der aktuelle gesellschaftliche Fragen in eine leicht zugängliche Geschichte verpackt. Nicht jede Pointe sitzt, nicht jede Wendung überzeugt gleichermaßen – doch gerade seine Mischung aus Feriengefühl, Freundschaftsgeschichte und demokratischem Engagement macht ihn zu einem sehenswerten Beitrag des zeitgenössischen Kinderfilms. 

Credits

OT: „Plitsch Platsch Forever!“
Land: Schweiz
Jahr: 2026
Regie: Natascha Beller
Buch: Sabine Gröner
Musik: Martin Bezzola
Kamera: Filip Zumbrunn
Besetzung: Neah Hefti, Alva Maurer, Zazie Mawete, Olga Strub, Michèle Rohrbach, Patrick Frey

Bilder

Trailer

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Plitsch Platsch Forever!
fazit
“Plitsch Platsch Forever!” verbindet Sommernostalgie mit Themen wie Demokratie, Freundschaft und Nachhaltigkeit. Nicht jede dramaturgische Entscheidung überzeugt, doch Natascha Beller gelingt ein sympathischer Kinderfilm, der seine jungen Figuren ernst nimmt und politische Teilhabe unterhaltsam vermittelt.
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