
Der österreichische Professor Kaspar Dirnberger (Josef Meinrad) hat sich mittlerweile gut als Kapellmeister der Blaskapelle des Stadtteils Dürling in der Gemeinde Geisbach am Chiemsee etabliert. Der honorige Dirigent weiß, dass es in seinem Orchester oftmals eher ruppig zugeht und dass die Meinungsverschiedenheiten zwischen Tuba-Spieler Huber (Max Grießer) und dessen bestem Freund Ammerer (Willy Harlander) immer mal wieder für Unstimmigkeiten und Turbulenzen sorgen. So wird Dirnberger nicht müde, immer wieder mit seinem Abgang ins heimatliche Salzburg zu drohen, um die gröbsten Wellen schnell wieder zu glätten. Seine Zimmerwirtin Felicitas Muth (Monika Dahlberg) ist nach wie vor daran interessiert, den eisernen Junggesellen auch privat für sich zu gewinnen. Das Blasorchester sieht sich darüber hinaus von Folge zu Folge in dieser zweiten Staffel des „blechmusikalischen Schwanks“ vor immer wieder neue Herausforderungen gestellt, spielt es doch u.a. auf einem fahrenden Floß, bei einem Freilichtkonzert am Chiemsee oder in einer Zirkusmanege auf. Einen Tusch, bitte! Georg Lohmeiers (1926-2015) dreizehnteilige ZDF-Vorabendserie …und die Tuba bläst der Huber hatte sich 1980/81 als erfolgreich genug erwiesen, weswegen der Fernsehsender bei dem bayerischen Autor direkt eine zweite Staffel mit dreizehn weiteren 25minütigen Folgen bestellte. Auch hier fungierte Lohmeier wieder als Autor und Regisseur in Personalunion bei sämtlichen Folgen. Das mag einer der Gründe sein, warum die Serie mittlerweile ein wenig auf der Stelle tritt und sich die neuen Ideen arg in Grenzen halten. Zwar hat er seinen Protagonisten von Folge zu Folge immer wieder neue Einsatzorte und Herausforderungen angedeihen lassen, aber die Probleme und Konstellationen bleiben dabei weitgehend dieselben. Das geht sogar so weit, dass Lohmeier unverhohlen die zwei größten Trümpfe der ersten Staffel ein zweites Mal hervorkramt. Denn die Doppelrollen von Maria Schell und Max Grießer zählten damals zweifellos zu den Highlights, weil die Stars dabei ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnten. So gibt es hier in der Folge „Die musikalische Therapie“ ein Wiedersehen mit Schells Gamerin und deren Nichte Dr. Rita Heller, und Grießer darf in „Der Milchmotor“ neben dem Titel gebenden Huber auch noch einmal dessen spleenigen Erfinder-Bruder Hansi spielen. Beide dieser Episoden sind aber nicht mehr so charmant wie die ersten Auftritte dieser überzeichneten Charaktere in der ersten Staffel der Serie. Aber Georg Lohmeier hat es nicht dabei belassen, sondern in der zweiten Staffel von …und die Tuba bläst der Huber auch Josef Meinrad einen Doppel-Auftritt auf den Leib geschrieben. Diese Episode mit dem Titel „Das Universalgenie“ stellt dann auch – wenig überraschend – den einsamen Höhepunkt dieser 13 neuen Episoden dar. Meinrads durchgehende Figur des Kapellmeisters Dirnberger ist nicht nur ein eingefleischter Junggeselle, sondern auch die Disziplin und Höflichkeit in Person. Die andere Rolle, die ihm hier zugedacht wurde, ist der fragwürdige Ambros Herzwurm. Als zusätzlicher Tuba-Spieler im Orchester prahlt er gerne mit den 15 Berufen, in denen er einen Meistertitel erworben hat. Abwechselnd ist er deswegen u.a. als Bäcker, als Friseur oder als Schuster tätig, und mischt in diesen Berufen den Alltag in Geisbach gehörig auf. Zumal er in den unterschiedlichen Betrieben nicht nur die Position des Meisters oder Leiters einnimmt, sondern sich auch um die erotischen Bedürfnisse der Damen kümmert, denen die Betriebe gehören. Als skrupelloser Schwerenöter also das genaue Gegenteil zum moralisch integren Dirnberger. Eine Frage der Embouchure …und die Tuba bläst der Huber lebt auch in der zweiten Staffel von den Gegensätzen, die zwischen dem hehren Professor aus Österreich und der bayerischen Trampeligkeit seiner Orchestermusiker entstehen. Josef Meinrad ist als Schauspieler einnehmend genug, um auch diesen durchweg eher durchschnittlichen 13 neuen Folgen seinen Stempel aufzudrücken und ein gewisses Niveau zu garantieren. Stillschweigend wurde in dieser zweiten Staffel übrigens Karl Obermayr als Hubers bester Freund Praxenthaler durch Willy Harlander als Ammerer ersetzt. Vermutlich stand Obermayr aus terminlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung. Skurril ist an der Sache, dass Marianne Lindner, die in der ersten Staffel Therese Praxenthaler spielte, hier in einer Episode nun als Therese Ammerer auftaucht – wer weiß, was sich Lohmeier hier für eine Backstory ausgedacht hat! Immer wieder wird in der Serie die Embouchure angesprochen, mit der man den Einsatz und die Beschaffenheit der Lippen bei Blechblasmusikern bezeichnet. Keine Frage, dass das auch oft für Zweideutigkeiten herhalten muss, zumal sich mit der Trompeterin Monika (Lisa Fitz) nun auch die einzige weibliche Musikerin im Orchester etabliert hat. Liebesverwicklungen bleiben demnach auch in diesen neuen Folgen nicht aus, angefangen vom Hallodri Ambros Herzwurm, über die diversen Galane, die Monika den Hof machen, bis hin zu den Versuchungen, die in Gestalt von attraktiven Artistinnen in der Episode „Die Zirkuskapelle“ auf die verheirateten Volksmusiker lauern. Das alles ist denkbar seicht und massentauglich in Szene gesetzt, plätschert in den meisten Fällen aber genauso gemächlich dahin wie das Wasser im Chiemsee, dessen Windstille in der Episode „Lohengrin“ dafür sorgt, dass Monika mit dem Segelschiff zu spät zur Probe erscheint. Wenn man sich …und die Tuba bläst der Huber anschaut, weiß man sicherlich schon sehr genau, dass man keine allzu niveauvollen oder in die Tiefe gehenden Geschichten erwarten darf. Die Serie bedient auch in der zweiten Staffel das Bodenständige, das Traditionelle und das Urwüchsige, bezaubert durch den Charme des bayerischen Dialekts und die Prominenz und Routine der beliebten Volksschauspieler, hat insgesamt aber doch merklich an Unterhaltungswert eingebüßt. Auch diese dreizehn 25minütigen Episoden hat Pidax auf zwei DVDs veröffentlicht. Das Bild (im Vollbildformat 1,33:1) ist dabei etwas besser ausgefallen als in der ersten Staffel, ist aber ebenfalls nicht sonderlich scharf und weist Altersspuren auf. Der deutsche Originalton (in Dolby Digital 2.0) ist nicht weiter zu beanstanden und entspricht den technischen Möglichkeiten zur Entstehungszeit. Extras sind bei der Veröffentlichung keine mit aufgespielt worden. OT: „…und die Tuba blast der Huber“ – Staffel 2 Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.
Land: Deutschland
Jahr: 1982
Regie: Georg Lohmeier
Drehbuch: Georg Lohmeier
Kamera: Werner Kurz, Rüdiger Meichsner
Besetzung: Max Grießer, Willy Harlander, Bernhard Helfrich, Henner Quest, Josef Meinrad, Franz Muxeneder, Monika Dahlberg
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