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Suzuki=Bakudan

„Suzuki=Bakudan“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Inhalt / Kritik

Als Detective Isao Todoroki (Shota Sometani) den obdachlosen Tagosaku Suzuki (Jiro Sato) verhören soll, der wegen Trunkenheit und Vandalismus festgenommen wurde, ahnt er nicht, dass ihn einer der ungewöhnlichsten Fälle seiner Karriere erwartet. Im Austausch für seine Freiheit bietet Suzuki den Beamten an, ihnen bei der Suche nach Bomben zu helfen, die schon bald im Stadtgebiet Tokios explodieren sollen. Todoroki und seine Kollegen schenken den wirren Aussagen des Mannes zunächst wenig Glauben. Doch als wenig später tatsächlich eine Explosion eine belebte Einkaufsstraße erschüttert, wird klar, dass Suzuki über Informationen verfügt, die er eigentlich nicht besitzen dürfte.

Nachdem auch eine zweite Bombe detoniert, übernehmen der erfahrene Kiyomiya (Atsuro Watabe) und sein junger Kollege Ruike (Yuki Yamada) die Befragung des rätselhaften Verdächtigen. Die Ermittler sind überzeugt, Suzuki die Standorte der übrigen Sprengsätze entlocken zu können. Doch der Mann scheint ihnen stets einen Schritt voraus zu sein und verwickelt die Beamten in ein zunehmend verstörendes Psychoduell. Während die Zeit bis zur nächsten Explosion unaufhaltsam verstreicht, beginnen Todoroki und Ruike zu ahnen, dass hinter den Anschlägen weit mehr steckt als ein gewöhnlicher Terrorakt. Es ist der Beginn eines Wettlaufs gegen die Zeit, dessen Regeln allein Suzuki zu bestimmen scheint.

Ausgeglichener Zweikampf

Regisseur Akira Nagai begann seine Karriere zunächst mit Werbefilmen, bevor er 2014 mit Judge! seinen ersten Spielfilm realisierte. Der Filmemacher, der bereits mit Manga-Adaptionen wie Teiichi: Battle of Supreme High oder Romanzen wie After the Rain verschiedene Genres ausprobierte, legt mit der Verfilmung von Katsuhiro Gos Roman Suzuki=Bakudan nun seinen ersten Thriller vor. Der Film war in Japan ein großer Kinoerfolg. Im Zentrum steht zwar das Katz-und-Maus-Spiel zwischen einem Bombenleger und den Ermittlern, zugleich erzählt Nagai jedoch von sozialen Ungleichheiten innerhalb der japanischen Gesellschaft, insbesondere im Zusammenhang mit Obdachlosigkeit. Der von Jiro Sato gespielte Suzuki ist keineswegs nur ein eindimensionaler Bösewicht, sondern spielt gezielt mit den Erwartungen seines Gegenübers und den Vorurteilen, denen er tagtäglich ausgesetzt ist. Suzuki=Bakudan wird im Rahmen der Nippon Connection 2026 gezeigt.

Der Titel des Films lässt sich grob mit „Suzuki ist die Bombe“ übersetzen. So unspektakulär dies zunächst klingen mag, trifft die Formulierung den Kern der Geschichte durchaus, denn der Antagonist richtet weit größeren Schaden im Leben der Ermittler an, als diese zunächst vermuten. Selbst Figuren, die Suzuki nie direkt gegenüberstehen, werden von seinen Aussagen und Handlungen beeinflusst und zahlen dafür nicht selten einen hohen Preis. Als schließlich Ruike an der Reihe ist, Suzuki zu verhören, spricht dieser von einem „ausgeglichenen Zweikampf“, der nun zwischen ihnen stattfinde. Doch bereits zu diesem Zeitpunkt ahnt man, dass es sich erneut um eine ironische Bemerkung handelt.

Suzuki besitzt zweifellos psychopathische Züge, doch seine Herablassung gegenüber den Ermittlern und vielen anderen Menschen speist sich aus den Erfahrungen, die er selbst gemacht hat – und aus der Art, wie man ihn behandelt hat und teilweise noch immer behandelt. Plötzlich scheint der Kampf tatsächlich ausgeglichen zu sein, denn nun hält der vermeintlich Schwache alle Trümpfe in der Hand und entscheidet über Leben und Tod. Die Idee ist zwar recht deutlich angelegt, entfaltet aber gerade durch Inszenierung und Schauspiel ihre Wirkung. Besonders hervorzuheben sind dabei die Leistungen von Yuki Yamada und Jiro Sato.

Falsche Sicherheiten

Die Welt von Suzuki=Bakudan ist eine Welt falscher Sicherheiten. Von Beginn an entsteht der Eindruck, dass die Ermittler dem Antagonisten nicht nur unterlegen, sondern ihm teilweise sogar hilflos ausgeliefert sind. In Suzukis Logik ist die gesellschaftliche Ordnung längst zerbrochen, denn er rechnet schon lange nicht mehr damit, dass das Gesetz sich für ihn interessiert oder ihn gar repräsentiert. Vielmehr erscheint es ihm als ein Instrument, das so lange zurechtgebogen wird, bis Menschen wie er aus dem Stadtbild und aus dem Bewusstsein der Gesellschaft verschwinden. Das Perfide an seinem Spiel besteht darin, dass er genau jene falschen Sicherheiten offenlegt, auf denen seine Gegenspieler beharren – sei es der ranghohe Ermittler, der sich auf seine Position verlässt, oder der ehrgeizige Nachwuchsbeamte, der glaubt, Suzuki mit dessen eigenen Methoden schlagen zu können. Mit der Zeit zerfallen auch die Gewissheiten außerhalb des Verhörzimmers. Die Bombenanschläge erschüttern dieselbe gesellschaftliche Blase, die Suzuki mit seinen Aussagen bereits untergraben hat. Die Beamten wirken dagegen wie Figuren in einem Schachspiel, deren Züge längst vorausberechnet wurden.

All dies sind zweifellos Aspekte, die für Suzuki=Bakudan sprechen. Leider bleiben Tempo und Dramaturgie zugleich die größten Schwächen des Films. Immer dann, wenn sich die Handlung auf das Polizeirevier oder das Verhörzimmer konzentriert, gelingt Nagai ein äußerst spannendes Kammerspiel. Die Handlungsstränge außerhalb dieses Rahmens – etwa die Geschichte zweier Streifenpolizisten oder die Nebenhandlung um einen in Ungnade gefallenen Beamten – erweisen sich dagegen als Ballast. Sie werden teilweise umständlich erzählt und nehmen dem zentralen Konflikt spürbar an Dynamik. Ein konsequenterer Schnitt oder eine stärkere Konzentration auf die Kerngeschichte hätten dem Film vermutlich gutgetan.

Credits
OT:Bakudan“
Land:
Japan
Jahr:
2025
Regie:
Akira Nagai
Drehbuch: Hiroyuki Yatsu, Masahiro Yamaura
Vorlage: Katsuhiro Go
Kamera: Tetsuya Kando
Musik: Yaffle
Besetzung: Yuki Yamada, Jiro Sato, Sairi Ito, Shota Sometani, Atsuro Watabe

Bilder

Trailer

Filmfeste

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Suzuki=Bakudan
fazit
„Suzuki=Bakudan“ ist ein Thriller, der immer dann besonders packend wird, wenn er sich auf das Psychoduell zwischen den Ermittlern und seinem rätselhaften Antagonisten konzentriert. Akira Nagai verliert sich jedoch zu häufig in Nebenfiguren und Handlungssträngen, die in der Romanvorlage möglicherweise besser funktionieren, in der filmischen Adaption jedoch viel von der Wucht und Konzentration der Geschichte nehmen.
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