Im Jahr 2015 wurden Spieler im ersten Titel der Life is Strange Reihe nach fünf emotionalen Episoden zu einer tragischen Entscheidung aufgefordert: entweder die eigene Heimatstadt inklusive der Eltern und aller Bekannten zu opfern, oder Chloe zu opfern, die erste große Liebe unserer Hauptfigur Max. Das Spiel wurde ein Mega-Hit und es folgten Sequels, Prequels und Spin-offs. Das Entwicklerstudio Deck Nine übernahm die Arbeit an der Reihe und bescherte uns 2024 ein Wiedersehen mit Max Caulfield in Life is Strange Double Exposure. Reunion ist nun ein direktes Sequel zu Double Exposure und bringt uns gleichzeitig emotional zurück zu der wohl wichtigsten Entscheidung der Reihe.
Kampf gegen das Feuer
Max Caulfield ist also immer noch angehende Dozentin an der Caledon University und erfolgreiche Fotografin. Nach einem Wochenende in New York kehren wir zurück und erleben erneut tragische Ereignisse. Nach gewalttätigen Protesten brennen die Universitätsgebäude und wir müssen den Tod unserer besten Freunde mit erleben. Zum Glück hat Max die Kraft, Zeit zu manipulieren, und springt zurück an den Anfang dieses Wochenendes. Uns bleiben nur wenige Tage, die Ereignisse aufzudecken und das Feuer zu verhindern.
Von da an versuchen wir gemeinsam mit unserem Verbündeten Moses, einer der wenigen die von unseren Kräften wissen, die Zeitlinie so zu verändern, dass niemand sterben muss. Das machen wir im typischen Adventure-Stil mit viel Gesprächen, kleineren Rätseln und unserer Zeitkraft. Diese erlaubt es uns immer ein paar Minuten zurückzuspulen, dabei behalten wir aber nicht nur gelerntes Wissen, sondern auch Gegenstände. Das Gameplay ist damit wieder ganz nah dran am allerersten Teil der Serie und unterscheidet sich signifikant vom direkten Vorgänger Double Exposure.
Story mit falschen Fährten
Und dann taucht da auf einmal Chloe auf. Sie hat keine Kräfte, aber dank geschickter Argumentationen kann man wichtige Hinweise auch mit ihr aufdecken. Die Story wird hier geschickt mit Double Exposure verknüpft, so dass es tatsächlich Sinn macht warum Chloe eigentlich auftaucht. So bewundernswert es ist, dass Entwickler Deck Nine alle Entscheidungen aus den Vorgängern respektiert, ist die emotionale Tiefe bei der Rückkehr einer totgeglaubten Chloe natürlich stärker, als bei der Rückkehr von Chloe als Ex-Freundin.
Die einzelnen Charaktere sind alle vielschichtig und treffen den typischen Coming-of-Age-Ton, den wir aus diesem Genre kennen und lieben. Oft etwas zu emotional und hochtrabend, aber auch direkt und ehrlich. Die übergreifende Story ist spannend und gibt sich alle Mühe mit falschen Fährten den Spieler möglichst lange im unklaren zu lassen. Ein Schlüsselpunkt für Life is Strange sind immer die Entscheidungen und die Konsequenzen daraus und hier zieht das Spiel gerade in der zweiten Hälfte deutlich an und schafft es dem Finale die nötige Spannung zu geben.
Emotionale Höhepunkte
Es gibt zwar einige Stellen an denen die Story manchmal ins Stocken gerät, aber im Gegensatz dazu sind die emotionalen Höhepunkte Volltreffer und garantieren ein tolles und einzigartiges Spielerlebnis.
Grafisch hat sich seit dem Vorgänger nicht viel getan, wir befinden uns auf einem soliden Niveau, das mehr durch Liebe zum Detail als durch Fotorealismus zum Tragen kommt. Die Sprecher sind allesamt gut ausgewählt und geben den Figuren die nötige Tiefe. Besondere Erwähnung verdient der Soundtrack von FFM, der auch nach Ende des Spiels seinen Weg in meine Playlists gefunden hat.
OT: „Life is Strange: Reunion“
Land: USA
Jahr: 2026
Director: Jonathan Zimmerman, Christopher Sica
Producer: Stephan Frost, Jason Yu
Musik: Tessa Rose Jackson
Publisher: Square Enix
Entwickler: Deck Nine
Plattformen: PlayStation 5, Windows, Xbox Series X/S
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