
Margo Millet (Elle Fanning) hat eine große Zukunft vor sich, wenn es nach ihrem Literaturprofessor Mark (Michael Angarano) geht. Er will sie fördern und bei ihrem weiteren Lebensweg unterstützen. Dummerweise schwängert er sie aber auch dabei. Dass sie nicht abtreiben will, passt dem verheirateten Familienvater eher weniger. Aber auch Margos Mutter Shyanne (Michelle Pfeiffer) ist nicht von dieser Entwicklung begeistert, da sie genau weiß, wie es ist, ein Kind allein großziehen zu müssen. Tatsächlich ist das alles nicht einfach, zumal es auch am Geld mangelt. Und als wäre das nicht schon Chaos genug, taucht auf einmal Margos Vater Jinx (Nick Offerman) bei ihnen auf, zieht zu seiner Tochter und will nun das nachholen, was er all die Jahre verpasst hat …
Kampf der schrägen Figuren
Gerade erst hat Apple TV Outcome veröffentlicht, eine Komödie mit Keanu Reeves als beliebtem Schauspieler, der sich anlässlich einer Erpressung mit seinem Leben auseinandersetzen muss. Jetzt schon kommt mit Only Margo schon die nächste heitere Geschichte des Streamingdiensts, der mit Stars ein Publikum anlocken möchte. Im Mittelpunkt des Ganzen stehen dabei Fanning, Pfeiffer und Offerman. Hinzu kommen Greg Kinnear als neuer Partner von Shyanne sowie Nicole Kidman, die eine Mediatorin spielt. Wie so oft setzt der Anbieter auf internationale Zugpferde, an Geld mangelt es schließlich nicht. Bei der Qualität kann man sich hingegen hin und wieder streiten, siehe kürzlich die Thrillerserie Imperfect Women über eine Freundinnenclique und einen mysteriösen Mord.
Wie die besagte Serie basiert auch diese hier auf einem Roman. Genauer wurde der 2024 veröffentlichte Roman Margo’s Got Money Troubles von Rufi Thorpe als Vorlage genommen. Gemeinsam ist den beiden Produktionen auch, dass es um komplizierte zwischenmenschliche Beziehungen geht, bei denen auch einiges aufgearbeitet werden muss. Only Margo tut dies aber vor allem mit Humor. Von Anfang an ist das hier alles ein bisschen überdreht und verspielt, schon der Vorspann warnt das Publikum vor: Achtung, hier wird es schräg. Ganz so surreal sind die Ereignisse zwar nicht. Aber man bekommt es hier doch mit einigen ganz besonderen Menschen zu tun, die schon für sich genommen amüsant sind. Wenn sie aufeinandertreffen, fliegen dann oft die Fetzen.
Absurd und einfühlsam
Wobei der Film durchaus ernste Themen behandelt. So komisch und überzogen das zuweilen ist, was hier vor sich geht, orientiert sich die Serie am Alltag und spricht von Erfahrungen, die viele machen. Ob man nun ein Kind alleine aufziehen muss, es um schwierige Finanzierungsfragen geht oder sich zwei Menschen gegenüberstehen, deren Beziehung hässlich zu Ende gegangen ist, da ist schon einiges, in dem man sich selbst wiederfinden kann. Only Margo zeigt das Leben von seiner weniger schönen Seite. Das kann schon alles ziemlich messy und kompliziert werden. Auch wenn der Original-Titel das impliziert, Geld ist nicht das einzige Problem, mit dem sich die Figuren herumplagen müssen.
Zuweilen kann das ein bisschen anstrengend werden, auch weil Mutter und Tochter recht konfrontativ auftreten. Aber es macht doch Spaß, Zeit mit ihnen zu verbringen, gemeinsam in Abgründe zu steigen und zu schauen, wie sie da wieder rauskommen. Und zumindest teilweise bekommen Einblicke in eine alternative Welt, wenn die Titelheldin sich an neuen Einnahmequellen versucht und ihr Wrestling-Vater seine Erfahrungen einbringt. Nachdem die letzten Neustarts auf Apple TV nicht der große Wurf waren, ist Only Margo wieder ein Höhepunkt geworden. Die von David E. Kelley konzipierte Tragikomödie gefällt mit knackigen Dialogen und einem wundervollen Ensemble, welches die Balance aus Absurdität und Einfühlungsvermögen meistert.
OT: „Margo’s Got Money Troubles“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Dearbhla Walsh, Kate Herron, Alice Seabright
Drehbuch: David E. Kelley, Eva Anderson, Boo Killebrew, Keiko Green
Idee: David E. Kelley
Vorlage: Rufi Thorpe
Musik: Nathan Micay
Kamera: Carl Herse, Tari Segal
Besetzung: Elle Fanning, Michelle Pfeiffer, Nick Offerman, Greg Kinnear, Thaddea Graham, Michael Angarano, Nicole Kidman
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