Jazzy Chaos im Regenwald Ozi
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Jazzy – Chaos im Regenwald

Jazzy Chaos im Regenwald Ozi
„Jazzy – Chaos im Regenwald“ // Deutschland-Start: 16. April 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Bislang lebte das Orang-Utan-Mädchen Jazzy glücklich und wohlbehütet im Urwald auf. Doch eines Tages kommt es zu einem von Menschen verursachten Waldbrand, der sie von ihren Eltern trennt. Plötzlich auf sich allein gestellt, macht sie die Bekanntschaft von Kirani, einer Umweltaktivistin, die ein Reservat für verwaiste Affen leitet. Dort findet Jazzy schnell Anschluss. Sie wird zudem zu einem Phänomen, da sie die Zeichensprache lernt und mithilfe eines Tablets zu einer bekannten Influencerin wird. Als sie jedoch erfährt, dass ihre Eltern eventuell noch leben könnten, macht sie sich auf die Suche und kommt dabei einem großen Geheimnis auf die Spur …

Ökologisch verwirrt

Das Thema Umweltschutz wurde in den letzten Jahren immer mal wieder in Animationsfilmen aufgegriffen. In Savages etwa nimmt ein Mädchen ein verwaistes Orang-Utan-Junges und entdeckt dabei zunehmend ihr ökologisches und soziales Gewissen. Sehr sehenswert ist zudem Hoppers, wo eine Jugendliche ihr Bewusstsein in einen Robo-Biber verlegt, um so andere Tiere anzulocken. Ganz so abgefahren wird es bei Jazzy – Chaos im Regenwald nicht. Aber auch hier spielen Tiere eine große Rolle sowie der Versuch, diese und ihre Heimat vor den Menschen zu schützen. Denn wie so oft wird alles wieder bedroht, weil unsere Spezies sich nicht viele Gedanken um andere macht.

Bis der Film aber an dem Punkt ankommt, dauert es unerwartet lange. Zwar gibt es schon anfangs Elemente, die in diese Richtung gehen, wenn das von Menschen verschuldete Feuer unsere Heldin ins Unglück stürzt. Jazzy – Chaos im Regenwald verurteilt Menschen aber nicht einseitig, die Figur Kirani zeigt, dass es auch anders geht – als Positivbeispiel, an dem sich das junge Publikum orientieren kann. Verwirrend ist aber, dass der Film dieses Thema dann wieder fallenlässt. Wenn es zwischenzeitlich darum geht, dass die junge Affendame mittels Tablets kommunizieren kann und zum Star wird, verliert das Werk komplett den roten Faden. Man weiß dann schon gar nicht mehr, wovon Regisseur Tim Harper (Wolkenkinder) da eigentlich erzählen will.

Nur Durchschnitt

Das ist schade, weil es durchaus interessante und wichtige Themen in dem Film gibt. So befasst sich die internationale Coproduktion später etwa mit dem Phänomen des Greenwashings, wenn Unternehmen sich als nachhaltiger verkaufen, als sie es eigentlich sind. Auch die Frage, ob ein künstliches Zuhause von Tieren die wahre Heimat adäquat ersetzen kann, ist die eine oder andere Diskussion wert. Jazzy – Chaos im Regenwald macht aber zu wenig draus und bleibt bis zum Schluss ein irgendwie seltsames Stückwerk, das so wirkt, als hätte da jemand mehrere Filme zusammengeschnitten. Vom Humor darf man sowieso nichts erwarten, der bewegt sich auf niedrigerem Kinderniveau. Warum ausgerechnet dieser Film für den deutschen Markt lizenziert wurde, wird nicht klar.

Hinzu kommt, dass das Animationsabenteuer, welches 2023 in Annecy Premiere hatte, nicht unbedingt der große Hingucker ist. Schlecht ist das Ergebnis zwar nicht, das eine oder andere Figurendesign sticht schon hervor. Die Animationen können sich auch sehen lassen. Für eine Produktion, die 40 Millionen Euro gekostet haben soll, ist das Ergebnis dennoch eher ernüchternd. Da gibt es einfach zu viele andere Animationsfilme, die entweder technisch oder im Hinblick auf den Stil mehr zu bieten haben. Letzten Endes kommt Jazzy – Chaos im Regenwald dann auch nicht über Mittelmaß hinaus. Man kann sich das hier schon anschauen, vor allem in Begleitung von Kindern. Aber da hätte es so viele spannendere Alternativen gegeben.

Credits

OT: „OZI: Voice of the Forest“
Land: UK, Frankreich, USA, Kanada
Jahr: 2023
Regie: Tim Harper
Drehbuch: Ricky Roxburgh
Musik: Richard Harvey, Elwin Hendrijanto

Bilder

Trailer

Filmfeste

Annecy 2023

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Jazzy – Chaos im Regenwald
fazit
In „Jazzy – Chaos im Regenwald“ verliert ein Orang-Utan-Mädchen seine Eltern durch einen Waldbrand. Der Animationsfilm will grundsätzlich eine ökologische Aussage treffen, verheddert sich aber in zu vielen Themen. Aber auch visuell kommt das nicht über Mittelmaß hinaus.
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