Fate Game – Ein Schuss genügt Fatum
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Fate Game – Ein Schuss genügt

„Fate Game – Ein Schuss genügt“ // Deutschland-Start: 31. August 2023 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Sergio (Luis Tosar) wettet gern und oft. Nur nicht besonders erfolgreich: Regelmäßig verspielt er sein Geld, womit er seine Familie in ernste Schwierigkeiten zu bringen droht. Doch diesmal soll es anders werden, er hat einen todsicheren Tipp zu einem Fußballspiel erhalten. Tatsächlich scheint dem Familienvater dieses Mal das Glück endlich hold zu sein. Doch im Moment seines Triumphs wird das Wettbüro von dem bewaffneten Alejo (Arón Piper) gestürmt, der Sergio und die anderen als Geisel nimmt. Die Polizei ist sofort informiert, die Spezialkräfte sind auf dem Weg. Darunter befindet sich auch der Scharfschütze Pablo (Álex García), der den Geiselnehmer im Notfall ausschalten soll. Ein Einsatz, der auch sein Leben dauerhaft verändern wird …

Eine Geiselnahme als Spannungsfaktor

Es dürfte kaum eine Situation geben, die ähnlich dazu prädestiniert ist, beim Publikum Spannung zu erzeugen, als die der Geiselnahme. Wenn gleich eine ganze Reihe von Menschen in die Hände gewaltbereiter Leute geraten und jeder Moment der letzte sein könnte, will man schon wissen, wie es weitergeht. Vor allem wenn die Opfer ganz alltägliche Menschen sind, die urplötzlich in eine solche Situation geraten, in denen man auch selbst immer mal wieder ist. Der Besuch einer Bank zum Beispiel. Kein Wunder also, dass regelmäßig Thriller erschienen, die sich eines solches Szenarios bedienen. Ob es nun ein Sorgerechtsstreit ist (Eineinhalb Tage), eine Hochzeit (The Best Man) oder ein gewöhnlicher Flug (Hijack), die Auswahl ist groß. Mit Fate Game – Ein Schuss genügt ist die Auswahl noch ein bisschen größer geworden.

Das Setting ist dabei grundsätzlich ein dankbares. Ein Wettbüro ist nun einmal ein Ort, bei dem fast automatisch große Gefühle aufkommen, wenn Glück und Unglück nahe beieinanderliegen. Und es geht um viel Geld, was Begehrlichkeiten weckt. Zwar macht Regisseur und Co-Autor Juan Galiñanes aus diesem Szenario nicht so wahnsinnig viel, der Ablauf der Handlung hätte grundsätzlich überall so sein können. Zumindest nutzt Fate Game – Ein Schuss genügt das aber, um den emotionalen Grundstein zu legen. Das spielt insbesondere bei Sergio eine größere Rolle, dessen Handeln Folgen für sich und die anderen haben wird. Sein Hang zum Wetten wird nicht nur ihm zum Verhängnis werden, ohne diesen wäre er nie in der Situation gelandet.

Zu spät und zu konstruiert

Das Thema Schuld und die Frage nach der persönlichen Verantwortung wird gerade in der zweiten Hälfte des Films entscheidend sein. Ohne viel vorwegzunehmen: Fate Game – Ein Schuss genügt ist nur zum Teil ein Geiselnahme-Thriller. Das, was bei anderen Filmen das Ende der Geschichte sein könnte, ist hier gewissermaßen nur die Voraussetzung für die eigentliche Geschichte. Auch dann geht es noch um Leben und Tod, nur anders, als man es vielleicht erwartet hätte. Es findet ein Wandel statt, weg von dem ursprünglichen Thriller hin zu einem Drama. Da geht es um schwierige Entscheidungen und die Frage, wie weit man gehen würde. Das Publikum wird zumindest implizit ermuntert, selbst darüber nachzudenken und Stellung zu beziehen.

Grundsätzlich hätte auch das spannend sein können. Es ist jedoch mit einer Reihe von Problemen verbunden. Zum einen dauert es wahnsinnig lange, bis wir überhaupt mal an dem Punkt ankommen, an dem diese Frage relevant ist. Dadurch wirkt es mehr wie ein Epilog anstatt wie ein zentraler Bestandteil, es bleibt schlicht nicht die Zeit, um das Ganze noch wirklich auszubauen. Hinzu kommt, dass die Geschichte natürlich wahnsinnig konstruiert ist. Der Ansatz von Fate Game – Ein Schuss genügt, dass sich das Publikum in den Figuren und ihrer Lage wiederfinden soll, funktioniert so kaum mehr. Das ist grundsätzlich zwar schon gut gespielt, wie man es von Luis Tosar erwarten kann. Durch den fehlenden Fokus bleibt das aber ohne die erhoffte Wirkung.

Credits

OT: „Fatum“
Land: Spanien
Jahr: 2023
Regie: Juan Galiñanes
Drehbuch: Juan Galiñanes, Alberto Marini
Musik: Manuel Riveiro
Kamera: Alejandro de Pablo
Besetzung: Luis Tosar, Álex García, Elena Anaya, Arón Piper, María Luisa Mayol, Pepa Gracia, Ethan Álvarez, Valentina Quiza

Bilder

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Fate Game – Ein Schuss genügt
fazit
„Fate Game – Ein Schuss genügt“ beginnt wie ein gewöhnlicher Geiselnahme-Thriller, bevor er sich in der zweiten Hälfte in ein Drama mit fordernden Fragen verwandelt. Als Idee ist das interessant, die Umsetzung ist es eher weniger. Nicht nur, dass dieser zweite Part zu spät kommt. Die Geschichte ist dabei so konstruiert, dass man hier emotional aussteigt.
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