Violet Night
© Universal Pictures

Violent Night

„Violent Night“ // Deutschland-Start: 1. Dezember 2022 (Kino)

Inhalt / Kritik

Santa Claus (David Harbour) hat die Schnauze voll. Wie lange er schon Geschenke austrägt, weiß er gar nicht mehr. Und sicher hat ihm die Arbeit als Weihnachtsmann irgendwann auch mal Spaß gemacht. Doch das ist vorbei, lohnt sich nicht, die ganze Menschheit ist zu gierig geworden. Eigentlich würde er gern alles hinschmeißen, nur der Alkohol lässt ihn den Weihnachtsabend überstehen. Doch aller Alkohol der Welt kann ihn nicht darauf vorbereiten, was ihn bei den Lightstones erwartet. Wie immer hat die schwerreiche Matriarchin Gertrude (Beverly D’Angelo) die Familie um sich geschart. Da wäre ihr Sohn Jason (Alex Hassell), dessen entfremdete Frau Linda (Alexis Louder) sowie die Tochter Trudy (Leah Brady). Aber auch Getrudes Tochter Alva (Edi Patterson) ist mit ihrem Mann Morgan (Cam Gigandet) und Sohn Bert (Alexander Elliot) angerückt, in der Hoffnung, etwas vom großen Familienvermögen abzubekommen. Dummerweise haben es aber auch Scrooge (John Leguizamo) und seine Verbrecherband auf dieses abgesehen und sich für ihren Überfall ausgerechnet das Fest der Liebe ausgesucht …

Brutal komisches Weihnachtsfest

So langsam nimmt das anstehende Weihnachtsfest auch die Kinos in Beschlag. Bislang waren dabei in erster Linie die Kinder die Zielgruppe. Sowohl bei Die Legende der Weihnachtshexe wie auch Ein Weihnachtsfest für Teddy sollten die Kleinen große Augen bekommen und fantasievolle Geschichten erleben dürfen. Bei Violent Night haben Kinder hingegen nichts zu suchen. Auch wenn in dem Film zwei mitspielen, für Kinderaugen ist das hier weniger geeignet. Der Titel hält nämlich durchaus, was er verspricht, wenn das Aufeinandertreffen des Weihnachtsmanns und der skrupellosen Gangster in einer Orgie der Gewalt endet. Tatsächlich wird dieser etwas andere Home Invasion Thriller teilweise so brutal, dass Kinder am besten nicht einmal im selben Kino sein sollten. Nur um ganz sicher zu gehen.

Das bedeutet aber nicht, dass Violent Night ein reiner Splatter-Horrorfilm ist, auch wenn er an manchen Stellen in diese Richtung beschrieben wurde. Dafür ist der Humor viel zu prominent. Genauer verbindet der Film Action, Komödie und Thriller zu einem spaßigen Crowdpleaser, bei dem immer wieder gelacht werden darf. Dabei sind es vor allem zwei Elemente, mit denen das Drehbuchduo Pat Casey und Josh Miller das Zwerchfell attackiert. Das eine besteht darin, dass der echte Weihnachtsmann auf lauter Erwachsene trifft, die natürlich nicht an seine Existenz glauben. Immer wieder kommt es so zu ganz starken Kontrasten zwischen weihnachtlichen Hilfsmitteln und purer Gewalt. Und natürlich ungläubigen Blicken, wenn die anderen Figuren, sowohl bei den Tätern wie auch den Opfern, den Fremden für einen Scharlatan halten, und niemand weiß, warum der Fremde da ist und wer er überhaupt ist.

Überzeichnet und spielfreudig

Der andere Punkt ist, dass fast alle Figuren gnadenlos überzeichnet sind. Ob nun der alkoholsüchtige Weihnachtsmann, die mit festlichen Codenamen versehenen Schläger oder auch die komplett dysfunktionale Familie, normal ist hier fast niemand. Die große Ausnahme sind dabei Jason, Linda und Trudy, die als Normalos inmitten der Karikaturen wie Fremdkörper wirken. Das ist einerseits verständlich, werden sie doch als Identifikationsfiguren gebraucht. Gleichzeitig sind die Passagen mit ihnen aber auch eher langweilig. Violent Night wollte unbedingt das Blut mit Zuckerguss versüßen, was zuweilen etwas klebrig wird und auch dazu führt, dass der Film deutlich zu lang ist. Zwischendurch zieht sich das Geschehen schon ein wenig und bleibt dabei in Klischees kleben.

Davon einmal abgesehen ist das hier aber eine freudige Überraschung und dem thematisch ähnlichen Fatman insgesamt überlegen. Ein Vorteil ist dabei das bestens aufgelegte Ensemble, bei denen sich alle Hals über Kopf in ihre jeweiligen Rollen stürzen. Neben David Harbour (Black Widow), der als ruppig-zynischer Weihnachtsmann der Hammer ist, begeistern Beverly D’Angelo (Vacation – Wir sind die Griswolds) als biestige Matriarchin und John Leguizamo (The Menu) in der Rolle des Antagonisten. Da auch die Actionszenen von Regisseur Tommy Wirkola (What Happened to Monday?) überraschend kompetent umgesetzt wurden und auf einfallsreiche Weise die jeweiligen Settings miteinbeziehen, ist das hier ein unterhaltsamer Einstieg in die Weihnachtszeit, der durchaus das Potenzial hat, auch an künftigen Weihnachtstagen immer mal wieder angeschaut zu werden.

Credits

OT: „Violent Night“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Tommy Wirkola
Drehbuch: Pat Casey, Josh Miller
Musik: Dominic Lewis
Kamera: Matthew Weston
Besetzung: David Harbour, John Leguizamo, Leah Brady, Alex Hassell, Alexis Louder, Edi Patterson, Cam Gigandet, Alexander Elliot, Beverly D’Angelo, Mike Dopud

Bilder

Trailer

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Violent Night
fazit
Eine Gruppe brutaler Gangster will eine reiche Familie ausrauben, gerät dabei aber dummerweise an den Weihnachtsmann. Die Geschichte von „Violent Night“ ist natürlich bescheuert, soll es aber auch sein: Die Mischung aus Action, Komödie und Thriller setzt massiv auf Absurdität und ist dabei immer wieder brutal. Auch wenn der Film etwas lang geraten ist und das Besinnliche erzwungen wirkt, macht das hier doch insgesamt Spaß und bietet überraschend sehenswerte Actionszenen.
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