Super süß und super sexy The Sweetest Thing
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Super süß und super sexy

Super süß und super sexy The Sweetest Thing
„Super süß und super sexy“ // Deutschland-Start: 10. Oktober 2022 (Kino) // 8. Mai 2003 (DVD)

Inhalt / Kritik

Nachdem Jane (Selma Blair) wieder einmal verlassen wurde, nehmen ihre Freundinnen Christina (Cameron Diaz) und Courtney (Christina Applegate) die Sache in die Hand. Gemeinsam schleppen sie Jane in eine Disko, um neue Männer kennenzulernen. Dort trifft Christina auf Peter (Thomas Jane). Obwohl sie ihn zunächst für Jane aussucht, funkt es doch eher zwischen den beiden selbst …

Viel Sex, viel Freundschaft

Wer auch immer bei der FSK dafür verantwortlich war, dass Super süß und super sexy ab zwölf Jahren freigegeben wurde, ist hoffentlich gefeuert worden. Selbst in der gekürzten Fassung enthält der Film mehr Anzüglichkeiten als alle drei Austin Powers-Filme zusammen. Das alleine wäre ja noch irgendwie hinnehmbar, aber die expliziten Sextalks und die im wahrsten Sinne des Wortes Insinuationen in dem Streifen gehören nicht in ein Produkt, das Kindern im Schutzalter zugängig gemacht werden sollte, unabhängig davon, ob die Eltern dabei sind oder nicht. Das amerikanisch-prüde R-Rating ist vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen, aber die ab-16-Option gibt es doch nicht ohne Grund.

Nachdem das moralinsaure Gesülze abgefrühstückt ist, können wir uns dem Film an sich widmen. Auf die ganzen Probleme können wir später noch zu sprechen kommen, vorab sei gesagt, dass Cameron Diaz und ihre Spielpartnerinnen eine gute Chemie miteinander haben. Die jahrelange Freundschaft kann ihnen der Zuschauer leicht abnehmen, das gegenseitige Aufziehen, das Tratschen und das gemeinsame Lachen wirken alle authentisch. Es hilft natürlich, dass Diaz und Applegate auch privat befreundet waren. Selma Blair und Regisseur Roger Kumble kannten sich bereits von den Dreharbeiten zu dessen Debütwerk drei Jahre zuvor, Eiskalte Engel aus dem Jahre 1999. Die Frauenfreundschaft im Film scheint ein wenig auf den Spuren von Sex and the City wandeln zu wollen, nur in noch vulgärer und abgedrehter.

Viel Derbes um nichts

Es wurde bereits angedeutet, in welchem Milieu der Humor von Super süß und super sexy zuhause ist. Nun gilt es noch zu klären, ob die Gags für die geeignete Altersgruppe denn wenigstens gut sind. Die Antwort darauf ist ein klares „Eh … vielleicht?“ Ähnlich wie am Anfang von Trauzeuge gesucht! wird hier hauptsächlich auf billige Sexwitzchen gesetzt, allerdings sind sie weniger von der naheliegenden Sorte wie in dem Film von 2009, sondern setzen meist eher auf einen Schock- oder Ekelfaktor. Das kann in dem jeweiligen Moment durchaus zum Lachen anregen, sonderlich gehaltvoll ist das alles aber eher nicht. Hinzu kommt, dass die Jokes nicht immer organisch aus der Handlung entstehen; stattdessen wirken sie oft wie Lückenfüller. Drehbuchautorin Nancy M. Pimental hatte zuvor an einigen Folgen der Serie South Park mitgeschrieben, was einiges erklärt. Niemandem schien während der Produktion aufgefallen zu sein, dass so eine Art Humor in Cartoonform und vor allem bei der genannten Serie funktioniert, aber eben nicht in einem Realfilm.

Generell macht Super süß und super sexy den Eindruck, ein Kurzfilm mit einer Geschichte von zwanzig Minuten zu sein, der mithilfe von Sketchunterbrechungen zu Spielfilmlänge aufgebläht wurde. Darüber hinaus ist die zugrundeliegende Story nicht einmal weiter interessant, eher handelsübliches RomCom-Geplänkel. Auch die quasi-dokumentarische Aufmachung zum Einstieg ist etwas seltsam und hat weiter keine Relevanz, außer ganz am Ende in einen Payoff zu münden, der es nicht wert war. Angesichts der Chemie zwischen den Protagonistinnen und dem Cast an sich scheint hier einiges an Talent vergeudet worden zu sein.

Credits

OT: „The Sweetest Thing“
Land: USA
Jahr: 2002
Regie: Roger Kumble
Drehbuch: Nancy M. Pimental
Musik: Edward Sheamur
Kamera: Anthony B. Richmond
Besetzung: Christina Applegate, Jason Bateman, Selma Blair, Cameron Diaz, Frank Grillo, Thomas Jane

Bilder

Trailer

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Super süß und super sexy
fazit
„Super süß und super sexy“ kann durchaus witzig sein, das ist aber leider nicht genug. Vor allem die Chemie zwischen den drei Hauptdarstellerinnen rettet den Film trotz der dünnen Handlung in die Anschaubarkeit.
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