Sex and the City Der Film
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Sex and the City

Inhalt / Kritik

Sex and the City Der Film
„Sex and the City“ // Deutschland-Start: 29. Mai 2008 (Kino) // 24. Oktober 2008 (DVD)

Nicht nur zieht Sexkolumnistin Carrie Bradshaw (Sarah Jessica Parker) endlich mit ihrem ewigen Schwarm Mr. Big (Chris Noth) in ein wunderschönes Appartement, alsbald sollen auch schon die Hochzeitsglocken läuten. Allerdings schafft es der vermeintliche Ehemann in spe in der Stunde der Wahrheit nicht einmal, vor der Kirche aus dem Auto zu steigen, um den Gang zum Altar anzutreten. Carrie ist am Boden zerstört und wird von ihren Freundinnen Miranda (Cynthia Nixon), Samantha (Kim Catrall) und Charlotte (Kristin Davis) kurzerhand nach Mexiko verschleppt, damit sie wieder auf andere Gedanken kommt. Miranda und Samantha unterdes haben ihre ganz eigenen Probleme mit ihren jeweiligen Männern, während Charlotte trotz erfolgter Adoption immer noch versucht, schwanger zu werden …

Noch mehr!

Die ersten paar Minuten verbringt Sex and the City – Der Film mit einer Art Mini-Best-Of der Serie, in welchem einige größere Plotpoints rekapituliert werden. Die Zusammenstellung suggeriert, dass der Film auf den gezeigten Ereignissen aufbaue und die folgende Handlung ohne deren Kenntnis nicht verstanden werden könne. Während ersteres durchaus zutrifft, ist zweiteres nicht nur höchstens bedingt wahr, sondern darüber hinaus am Publikum vorbei: Wer sich diesen Film freiwillig anschaut, wird mit den Geschehnissen bereits bestens vertraut sein; wer ihn sich unfreiwillig anschaut, wird sich nicht im Geringsten für sie interessieren. Immerhin tragen die Szenen zur Laufzeit bei, welche mit fast zweieinhalb Stunden wohl noch nicht lang genug geraten ist. Das entspricht etwa fünf Folgen der Serie und inhaltlich gibt es auch keinen Grund, diese Geschichte auf die große Leinwand zu bringen.

Eine Serie, welche mehrere Staffeln umfasst, nach deren offiziellem Ende mit einem Kinofilm abzurunden, ist ein probates Mittel, den Fans eine Art Abschluss mitzugeben, die Chance, noch einmal Zeit mit den liebgewonnenen Charakteren zu verbringen. In so einem Fall sollte das neue Werk dann aber einen drauf setzen. Was hier gezeigt wird, ist nicht nur zeitlich das Äquivalent von fünf Folgen, auch die Story ist nichts, was nicht innerhalb einer Staffel hätte erzählt werden können. Die Sexszenen und Anzüglichkeiten, welche bei einem Titel wie Sex and the City – Der Film zwar zu erwarten sind, eine Freigabe ab zwölf Jahren aber einmal mehr ad absurdum führen (die pädagogische Empfehlung lautet immerhin ab 16), können auch nicht als Argumente herangezogen werden. Schließlich lief die Serie seinerzeit auf HBO, einem Sender also, welcher mit der Ausstrahlung solch expliziter Inhalte keinerlei Probleme haben dürfte – und auch nicht hatte, das hier Gezeigte ist in der Form ja durchaus bereits aus der Serie bekannt. Ein Fernsehfilm hätte es auch getan, statt einer TV-Ausstrahlung setzten die Macher aber anscheinend auf eine Kino-Ausschlachtung.

Ein Griff ins Klo

Die Nacktszenen scheinen dann aber eher bewusst von den Machern für Leute implementiert zu sein, welche außerhalb der Zielgruppe liegen und sich den Film aus welchen Gründen auch immer dennoch anschauen (müssen). Daneben gibt es aber auch Elemente, die ersatzlos hätten gestrichen werden können: Eine notgeile Hündin bespringt alles was ihr vor die Nase kommt, eine der Figuren scheißt sich, um sich sprachlich dem Niveau der Szene anzupassen, in die Hose – mit dem Vorhandensein solcher Einschübe verwandelt sich Sex and the City – Der Film zeitweise in einen AdamSandler-Film für Frauen. Dieser Film hätte gut und gerne einfach nur 90 Minuten lang sein können, dann hätten alle weniger davon gehabt, wodurch wirklich wirklich alle mehr davon gehabt hätten. Als Einstieg ist er jedenfalls denkbar ungeeignet, wirft er bei jemandem ohne Vorwissen doch lediglich die Frage auf, wie sich eine solche Serie jemals einiger Beliebtheit erfreuen konnte.

Es ist zu lange her, um verbindlich beurteilen zu können, ob die Charaktere im Film kongruent mit denen aus der Serie sind, wahrscheinlich überwiegend schon. Allerdings fällt so oder so auf, dass Miranda die nervigste der vier Freundinnen ist, die noch dazu im Grunde für so gut wie jeden auftretenden Konflikt hier verantwortlich ist. Wer die Stimme von Sarah Jessica Parker nicht mag, wird mit ihrem konstanten Voiceover so seine Probleme haben; ob es in der Serie wirklich ebenso übermäßig eingesetzt wurde, ist zu bezweifeln. Da hilft es auch nicht, dass das Drehbuch deutlich schwächer als die Skripte der Serie ist, welche immer wieder einmal durchaus lustige oder clevere Dialoge enthielt, während hier alles eher stumpf ist.

Credits

OT: „Sex and the City“
Land: USA
Jahr: 2008
Regie: Michael Patrick King
Drehbuch: Michael Patrick King
Vorlage: Candace Bushnell, Darren Star
Musik: Aaron Zigman, Dean Landon
Kamera: John Thomas
Besetzung: Sarah Jessica Parker, Kim Catrall, Kristin Davis, Cynthia Nixon, Chris Noth, Candice Bergen, Jennifer Hudson, David Eigenberg

Trailer

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„Sex and the City – Der Film“ war seinerzeit die filmische Konklusion der dazugehörigen Erfolgsserie und wird treuen Fans sicher in gewisser Weise gefallen, auch wenn er mit der Vorlage nicht mithalten kann. Wer noch nie mit ihr in Berührung kam oder generell nichts damit anfangen konnte, verpasst hier überhaupt nichts.
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