Algiers Confidential Ein paar Tage Licht arte TV Fernsehen Mediathek
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Algiers Confidential – Ein paar Tage Licht

Algiers Confidential Ein paar Tage Licht arte TV Fernsehen Mediathek
„Algiers Confidential – Ein paar Tage Licht“ // Deutschland-Start: 17. Februar 2022 (arte)

Inhalt / Kritik

Als der deutsche Rüstungsmanager Peter Richter (Isaak Dentler) kurz nach seiner Ankunft in Algier entführt wird, stehen die Behörden vor einem Rätsel. Keiner weiß so wirklich, wer dahintersteckt. Katharina Prinz (Anna Schudt), die zuvor Botschafterin in dem Land war und kürzlich die Leitung der Abteilung Nahost im Auswärtigen Amt übernommen hat, will sich damit nicht zufriedengeben. Und so soll Ralf Eley (Ken Duken), BKA-Verbindungsmann in der Botschaft, der Sache nachgehen und nach Spuren suchen. Dabei könnte ihm auch seine geheime Beziehung zu Amel Samraoui (Hania Amar) eine Hilfe sein, ist sie doch die Ziehtochter des mächtigen Generals Soudani (Hammou Graïa), der gerade eine größere Waffenbestellung in Deutschland aufgegeben hat …

Spurensuche im Schatten

In den letzten Wochen hat es eine ganze Reihe interessanter Serien auf arte gegeben, welche am Donnerstagabend für Spannung sorgten. Ob die U-Boot-Mörderjagd Vigil – Tod auf hoher See, das mehrschichtige Krimidrama Sacha oder das mysteriöse Das Seil, da war schon jede Menge dabei, das man Genrefans empfehlen konnte. Mit Einschränkungen gilt das auch für Algiers Confidential – Ein paar Tage Licht. Dieses Mal geht es, wie der Titel bereits verrät, nach Algerien. Das mit dem Licht darf man jedoch in Frage stellen. Auch wenn die deutsch-französische Coproduktion tatsächlich viele Aufnahmen bereithält, die lichtdurchflutet sind, so geht es inhaltlich doch vor allem darum, was da geheim in den Schatten stattfindet. Und das ist eine ganze Menge.

Tatsächlich muss man hier schon ein bisschen besser aufpassen, um der Geschichte folgen zu können. Oliver Bottini, der den zugrundeliegenden Roman geschrieben hat und auch an den Drehbüchern beteiligt war, hat ein Geflecht der unterschiedlichsten Organisationen und Leute angelegt. Dass die nicht immer dieselben Interessen vertreten, ist klar. So kommt es hier zu Zweckbündnissen, diversen Machtspielen, aber auch direkten Konfrontationen. Die Grenzen zwischen dem einen und dem anderen sind dabei in Algiers Confidential – Ein paar Tage Licht nicht immer klar zu erkennen. Bis zum Schluss darf man sich nicht zu sicher sein, ob da nicht doch jemand dem anderen noch in den Rücken fällt. Am Ende ist sich hier dann doch jeder selbst der nächste, zum eigenen Vorteil werden da gern mal andere geopfert.

Ein bisschen umständlich

Grundsätzlich ist so etwas immer ganz spannend. Allerdings hat man bei Algiers Confidential – Ein paar Tage Licht des Öfteren das Gefühl, dass diese ganzen Verwicklungen reiner Selbstzweck sind. Es geht dann gar nicht mehr so sehr darum, eine wirkliche Geschichte zu erzählen, sondern eine Kulisse der Bedrohung und des Misstrauens aufzubauen. Dass beispielsweise Eley eine Affäre mit ausgerechnet der Ziehtochter des Generals hat, das ist schon ein bisschen umständlich zusammenkonstruiert. Dabei wird das mit dem Geheimen nicht mal so richtig konsequent durchgezogen. Es geht dann doch weniger um Spionagearbeit, zumindest in dem Sinn, dass nach Spuren gesucht wird. Für das Publikum wäre das aber vielleicht auch weniger interessant gewesen, da sowieso zwischendurch zu den Entführten gewechselt wird.

Spannender ist da schon, wenn sich Bottini an einer gesellschaftlich-historischen Komponente versucht. Vor allem das schwierige Verhältnis zwischen der einstigen Kolonialmacht Frankreich und dem heutigen Algerien darf nicht fehlen – auch wenn es hier überwiegend um Deutsche geht. Auch das führt dazu, dass es in Algiers Confidential – Ein paar Tage Licht mitunter ein bisschen drüber und drunter geht und die unterschiedlichsten Motivationen mitspielen. Das ist insgesamt unterhaltsam, auch wenn die Serie nicht ganz auf dem Niveau der oben genannten arte-Kollegen ist. Geheime Waffenverkäufe wurden als Thema in den letzten Jahren einfach so oft in Thrillern verarbeitet, dass der Effekt nicht ganz so stark ist, wie man es hier vermutlich erhofft hatte. So richtig viel Neues oder Eigenständiges hat man nicht zu bieten. Für einen Abend vorm Fernseher reicht es aber, zumal die Laufzeit mit etwa dreieinhalb Stunden angenehm kurz ist.

Credits

OT: „Algiers Confidential“
Land: Deutschland, Frankreich
Jahr: 2021
Regie: Frédéric Jardin
Drehbuch: Abdel Raouf Dafri, Oliver Bottini
Vorlage: Oliver Bottini
Musik: Nicolas Errera
Kamera: Michel Amathieu, Thomas Caselli
Besetzung: Ken Duken, Hania Amar, Sofiane Zermani, Isaak Dentler, Dali Benssalah, Hammou Graïa, Raphaël Acloque, Idir Chender, Anna Schudt, Martin Brambach

Bilder

Trailer

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Algiers Confidential – Ein paar Tage Licht
Fazit
„Algiers Confidential – Ein paar Tage Licht“ beginnt mit der Entführung von zwei Deutschen in Algerien, ein BKA-Mann soll sie aufspüren. Das ist nicht wirklich einfallsreich, aber doch spannend genug umgesetzt. Der Versuch, eine richtig verwickelte Geschichte zu erzählen, bei der viele Interessenskonflikte entstehen, ist dabei etwas zu sehr gewollt.
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