
Als Kinder waren sie unzertrennlich, verbrachten viel Zeit miteinander und spielten mit den kleinen Modellautos. Sie nannten sich sogar die Matchbox Gang. Doch seither ist viel Zeit vergangen, aus den Kindern sind Erwachsene geworden, die sehr unterschiedliche Lebenswege eingeschlagen haben. So arbeitet Sean (John Cena) inzwischen als Agent beim CIA, wovon aber niemand etwas wissen darf. Das ändert sich, als er wegen einer gestohlenen Superwaffe selbst ins Visier gerät. Und das betrifft dann auch Aimee (Jessica Biel), Crosby (Sam Richardson), Charmaine (Teyonah Parris) und Ted (Arturo Castro), die übrigen Mitglieder der Gang, ob sie es wollen oder nicht. Denn auf einmal schweben sie ebenfalls in Lebensgefahr …
Ein Spielzeug-Film fast ohne Spielzeuge
Wenn Spielzeuge erfolgreich sind, liegt der Gedanke immer auf der Hand, Filme daraus zu machen und so noch einmal abzusahnen. Doch nur weil etwas als Idee naheliegend ist, bedeutet das nicht, dass es auch wirklich sinnvoll ist. Natürlich gibt es Spielzeuge, bei denen das gut funktionieren kann, wenn sie ohnehin eine narrative Ausrichtung haben – siehe Masters of the Universe. Schwierig wird es aber, wenn sich aus den Produkten keine Geschichte ableitet und man dann schon sehr weit ausholen muss. The Lego Movie und Playmobil – Der Film machten aus der Vorlage ein Animationsabenteuer, bei dem die jeweiligen bekannten Figurentypen zu handelnden Figuren machten. Auch das funktionierte. Der vielleicht seltsamste Versuch, aus Spielzeugen einen Film machen zu wollen, dürfte aber die Apple TV Produktion Matchbox: Der Film sein.
Grundsätzlich wäre es vermutlich auch möglich gewesen, eine Geschichte zu erzählen, in der lauter Autos vorkommen. Dann und wann sieht man auch welche. Und natürlich war die gemeinsame Liebe zu den Spielzeugautos ein verbindendes Element innerhalb der Clique, man hat sich nicht ohne Grund diesen Namen gegeben. Doch wo bei den obigen Beispielen die zugrundeliegende Marke tatsächlich integraler Bestandteil ist, hätte man das hier problemlos rauskürzen können, ohne dass es einen Unterschied gemacht hätte. Auf der einen Seite ist es zwar irgendwie angenehm, dass Matchbox: Der Film keine reine Werbeveranstaltung geworden ist, die einem alle paar Minuten einen Kaufaufruf entgegen brüllt. Auf der anderen Seite darf man sich aber auch fragen: Was genau bringt das hier überhaupt noch?
Nett und austauschbar
Das fällt auch deshalb auf, weil der Film über diese gelegentlichen Verweise auf die Spielzeugautos hinaus nicht viel Eigenes zu bieten hat. Actionkomödien, bei denen die Figuren feststellen, dass jemand aus dem engen Umfeld eine geheime Identität hat, gibt es wie Sand am Meer. Bei Ride or Die muss die Protagonistin mit Entsetzen feststellen, dass die beste Freundin in Wahrheit eine Auftragskillerin ist. Hier ist es eben die Tätigkeit fürs CIA. Das führt dann in Matchbox: Der Film erwartungsgemäß dazu, dass Leute, deren Leben bislang eher weniger aufregend waren, auf einmal in gefährliche Situationen geraten, wofür sie überhaupt nicht gemacht sind. Der Spaß besteht dann darin, wie alles eskaliert und die Figuren ganz schrecklich aufgeregt sind.
Originell ist das dann alles nicht. Wäre nicht die prominente Besetzung, würde man von dem Film wohl kaum Notiz nehmen. Aber es funktioniert schon, nicht ohne Grund ist das hier eine Formel, die ganz viele in ihren Werken verwenden. Und zumindest hin und wieder sind da auch nette Szenen in Matchbox: Der Film, bei denen es um die Freundschaft und den Zusammenhalt geht. Das tut dann alles nicht weh, erfüllt jedoch seinen Zweck. Wer diese Art Actionkomödien mag, im Idealfall auch die hier auftretenden Schauspieler und Schauspielerinnen, kann also schon mal reinschauen. Dennoch bleibt am Ende das Gefühl zurück, dass es das hier eigentlich alles gar nicht gebraucht hätte.
OT: „Matchbox: The Movie“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Sam Hargrave
Drehbuch: David Coggeshall
Musik: Alex Belcher
Kamera: Pedro Luque
Besetzung: John Cena, Jessica Biel, Sam Richardson, Arturo Castro, Teyonah Parris
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