Donkey Days
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Donkey Days

Donkey Days
„Donkey Days“ // Deutschland-Start: 25. Juni 2026 (Kino)

Inhalt / Kritik

Anna (Jil Krammer) stellt ihre Partnerin Noe (Amke Wegner) bei einem gemeinsamen Restaurantbesuch erstmals ihrer Mutter Ines (Hildegard Schmahl) und ihrer Schwester Charlotte (Susanne Wolff) vor. Schon das familiäre Kennenlernen deutet an, dass das Verhältnis der Schwestern und der Mutter einem Minenfeld gleicht, das aus Sticheleien, unausgesprochenen Vorwürfen und alten Machtspielen besteht. Von dort aus entfaltet sich Donkey Days als Folge von Begegnungen, Erinnerungen und Konfrontationen, in denen Anna und Charlotte immer wieder mit den Verletzungen ihrer Kindheit und der manipulativen Art der Mutter konfrontiert werden. Traumartige Begegnungen mit der jungen Ines (Carla Juri) lassen Vergangenheit und Gegenwart ineinanderfließen und machen aus dem Film weniger eine klassische Familiengeschichte als einen ebenso schmerzhaften wie grotesken Streifzug durch generationsübergreifende Konflikte. 

Familienhölle mit Esel 

Mit Donkey Days setzt Rosanne Pel die Themen ihres Debütfilms Leicht wie Federn konsequent fort. Erneut interessiert sie sich für familiäre Gewalt, die nicht in spektakulären Ausbrüchen, sondern in alltäglichen Gesten, Bemerkungen und Demütigungen sichtbar wird. Ihr neuer Film ist dabei gleichzeitig pechschwarze Komödie, Familiendrama und psychologischer Fiebertraum. Das Ergebnis ist ebenso anstrengend wie faszinierend. 

Schon die Eröffnungssequenz im Restaurant macht deutlich, worum es Pel geht. Das Treffen wirkt zunächst beinahe harmlos, doch hinter jedem Satz lauert eine Spitze, hinter jeder Geste ein Machtkampf. Die Mutter Ines beherrscht diese Dynamik meisterhaft. Hildegard Schmahl spielt sie mit einer Mischung aus Charme, Eigensinn und subtiler Grausamkeit, die jede Szene dominiert. Ihre Ines ist keine Karikatur einer toxischen Mutter, sondern eine erschreckend glaubwürdige Figur, die ihre Umgebung mit kleinen Bemerkungen und scheinbar beiläufigen Gesten kontrolliert. 

Körperbilder und weibliche Selbstwahrnehmung 

Im Zentrum steht jedoch Anna, eindrucksvoll verkörpert von Jil Krammer. Die Newcomerin trägt den Film mit einer bemerkenswerten Offenheit. Ihre Figur wirkt verletzlich und widersprüchlich zugleich, ständig auf der Suche nach einem Platz außerhalb der familiären Zuschreibungen, die sie seit ihrer Kindheit begleiten. Besonders stark wird dies in einer späteren Restaurantszene, in der Anna vor Freunden den Grund für einen abgebrochenen Frankreich-Urlaub schildert. Ihre Erzählung über einen übergewichtigen Jungen, den seine Familie auf eine Zwangsdiät setzt, wird dabei zur beklemmenden Metapher für die Mechanismen von Beschämung und Kontrolle, die den gesamten Film durchziehen. 

Überhaupt interessiert sich Donkey Days stark für Körperbilder und weibliche Selbstwahrnehmung. Pel zeigt Essstörungen und Selbsthass nicht als individuelle Schwäche, sondern als Ergebnis gesellschaftlicher und familiärer Erwartungen. Dabei gelingt es ihr, diese Themen ohne pädagogischen Gestus in die Handlung einzubetten. 

Auch die Dynamik zwischen Anna und Charlotte gehört zu den großen Stärken des Films. Susanne Wolff spielt die ältere Schwester als Frau, die ihre Unsicherheiten hinter Kontrolle, Karriere und Ironie versteckt. Zwischen den beiden entsteht ein glaubwürdiges Wechselspiel aus Rivalität und Nähe. Selbst wenn die Schwestern beginnen, ihre Mutter nicht mehr als unantastbares Zentrum, sondern als Teil eines zerstörerischen Systems zu begreifen, hört die Konkurrenz zwischen den beiden nicht auf. 

Obligatorische Wackelkamera 

Nicht alles überzeugt gleichermaßen. Die bewusst fragmentierte Erzählweise mit ihren Zeitsprüngen und Begegnungen mit der jungen Ines sorgt zwar für interessante Perspektivwechsel, wirkt stellenweise aber unnötig verkopft. Auch die Handkamera gehört zu den Elementen, die polarisieren dürften. Zwar passt ihre Unruhe grundsätzlich zu den Figuren, doch die inzwischen fast schon obligatorische Wackelkamera des deutschsprachigen Arthouse-Kinos strapaziert gelegentlich die Geduld. Manchmal entsteht der Eindruck, die Inszenierung wolle emotionale Intensität erzwingen, statt ihr zu vertrauen. 

Dennoch geling Pel ein ungewöhnlicher Familienfilm, der seine Figuren ernst nimmt und sich einfachen Antworten verweigert. Die absurden Situationen und der rabenschwarze Humor verhindern dabei, dass die Geschichte in bloßer Tristesse versinkt. Stattdessen entsteht ein ebenso schmerzhafter wie oft überraschend komischer Blick auf Menschen, die sich gegenseitig verletzen, obwohl sie eigentlich nach Nähe suchen. 

Credits

OT: „Donkey Days“
Land: Niederlande, Deutschland
Jahr: 2025
Regie: Rosanne Pel
Buch: Rosanne Pel
Musik: Ella van der Woude
Kamera: Aafke Berning
Besetzung: Jil Krammer, Susanne Wolff, Hildegard Schmahl, Amke Wegner, Carla Juri

Bilder

Trailer

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Donkey Days
fazit
"Donkey Days” verbindet bissigen Humor mit einer präzisen Beobachtung familiärer Gewalt und weiblicher Selbstbilder. Die hervorragenden Darstellerinnen tragen einen Film, in dem nicht jede formale Entscheidung trifft. Das ist herausfordernd und eigenwillig, aber auf gewisse Art und Weise sehenswert.
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