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© Paramount Pictures

Stalag 17

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„Stalag 17“ // Deutschland-Start: 2. Februar 1960 (Kino) // 3. März 2003 (DVD)

Inhalt / Kritik

1944, irgendwo an der Donau: Rund 40.000 Menschen aus aller Welt sind in dem Gefangenenlager „Stalag 17“ untergebracht, darunter auch 630 US-amerikanische Soldaten. Der Zusammenhalt der Männer ist gut, was auch nötig ist, da sie von dem grausamen Lagerleiter Oberst von Scherbach (Otto Preminger) tyrannisiert werden. Gemeinsam arbeiten sie daran, dass zwei von ihnen die Flucht aus dem Lager gelingt. Doch trotz eines minutiös ausgearbeiteten Plans schlägt der Fluchtversuch fehl, endet in dem Tod der beiden Männer. Nur wie konnte es dazu kommen? Schnell macht das Gerücht die Runde, dass einer unter den Gefangenen ein Spitzel ist und für die Deutschen arbeitet. Der Verdacht fällt dabei auf J.J. Sefton (William Holden), der den anderen ohnehin suspekt war. Als sich die Lage immer weiter zuspitzt, setzt dieser alles daran, den wahren Täter zu entlarven, um seine Unschuld zu beweisen …

Aus dem Alltag eines Kriegsgefangenenlagers

Filme über den Zweiten Weltkrieg gibt es nun wirklich nicht zu knapp. Und es werden immer mehr: Selbst bald 80 Jahre nach Kriegsende werden immer noch weltweit erstaunlich viele Titel produziert, die auf die eine oder andere Weise an diesen verheerenden Abschnitt der Menschheitsgeschichte erinnern. Die meisten legen dabei den Fokus auf die Kriegshandlungen an sich, erzählen gern von irgendwelchen Heldentaten oder auch großen Schlachten. Andere konzentrieren sich stärker auf die gewöhnliche Bevölkerung und führen vor Augen, was es bedeutete, in Kriegszeiten zu leben. Und dann wäre da noch Stalag 17, das sich in keine dieser Kategorien einsortieren lässt und im Rahmen der unzähligen Themenbeiträge bis heute etwas Besonderes ist.

Teilweise ist das dem Setting geschuldet. So spielt der Film ausschließlich in dem titelgebenden Gefangenenlager Stalag 17. Genauer ist es nicht einmal das Lager selbst, sondern nur eine einzige Baracke. Das erlaubt es, sich stärker auf einzelne Figuren zu konzentrieren und diese bei ihren Erfahrungen zu beobachten. Manches davon ist alltäglich, bis zum Rande der Banalität. Da geht es dann um die Beziehungen innerhalb der Gruppe von Leidensgenossen und wie diese versuchen, in der andauernden Gefangenschaft zu überstehen. Es gibt aber auch Szenen, in denen es brenzliger wird und die von den Konflikten mit den Deutschen berichten. Gekämpft wird dabei nicht, zumindest nicht auf die Weise, wie man es bei einem Kriegsfilm erwarten könnte. Für ein paar Prügeleien reicht es aber.

Drama trifft Komödie trifft Spionagethriller

Dieser Blick auf den Alltag ist nur schwer im Hinblick auf das Genre zu fassen. Teile der Geschichte sind recht dramatisch gehalten. An anderen Stellen baute der legendäre Regisseur und Co-Autor Billy Wilder (Manche mögen’s heiß, Das Apartment) aber auch Humor ein. Streckenweise ist der sogar so prominent, dass man versucht ist, Stalag 17 als Komödie zu bezeichnen. Und dann wären da noch die Passagen, die man am ehesten mit einem Spionagethriller vergleichen würde und sogar Krimielemente aufweist. Schließlich gilt es für den Protagonisten herauszufinden, wer unter ihnen ein Verräter ist. Sefton ist es zwar nicht, schließlich ist er die Hauptfigur, weshalb der Film in der Tradition zahlreicher Thriller steht, bei denen jemand die eigene Unschuld beweisen muss. Aber es gibt genügend Alternativen, weshalb hier nach Herzenslust gerätselt werden darf.

Diese Genremischung wird nicht bei allen funktionieren. Anders als etwa M*A*S*H, das Jahre später den Vietnamkrieg zum Anlass für schwarzen Humor nahm, weiß man hier nicht so recht, woran man ist. Da kommt es zu enormen Schwankungen bei der Toalität. Und auch das Kammerspielartige, bei dem die Bühnenwurzeln immer wieder durchschimmern, sind etwas gewöhnungsbedürftig. Und doch ist der Film nach wie vor hochspannend, zumindest in den Passagen, wo er das sein soll. Stalag 17 ist zudem sehr menschlich, wenn es an vielen Stellen darum geht, wie sich Individuen in einer solchen Situation verhalten. Das Ergebnis mag nicht an die ganz großen Titel des Regisseurs herankommen, verdient es aber trotz allem gesehen zu werden – und sei es nur, weil hiermit gezeigt wird, dass Kriegsfilme auch ganz anders sein können.

Credits

OT: „Stalag 17“
Land: USA
Jahr: 1953
Regie: Billy Wilder
Drehbuch: Billy Wilder, Edwin Blum
Musik: Franz Waxman
Kamera: Ernest Laszlo
Besetzung: William Holden, Otto Preminger, Don Taylor, Peter Graves, Neville Brand, Robert Strauss, Peter Baldwin, Gil Stratton

Bilder

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 1954 Beste Regie Billy Wilder nominiert
Bester Hauptdarsteller William Holden Sieg
Bester Nebendarsteller Robert Strauss nominiert

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Amazon (DVD „Stalag 17“)

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Stalag 17
fazit
Drama, Spionagethriller oder doch eine Komödie? An „Stalag 17“ scheiden sich bis heute die Geister. Wer sich nicht am ungewöhnlichen Genremix und der wechselnden Tonalität stört, wird bei Billy Wilders Kriegsfilm über ein Gefangenenlager aber gut unterhalten. Streckenweise wird es sogar richtig spannend, wenn ein Verräter gesucht wird.
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