Wolfsland: Tote schlafen schlecht TV Fernsehen Das Erste ARD Streamen online Mediathek DVD kaufen
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Wolfsland: Tote schlafen schlecht

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„Wolfsland: Tote schlafen schlecht“ // Deutschland-Start: 28. Dezember 2023 (Das Erste)

Inhalt / Kritik

Als in einer Plattenbausiedlung am Rande von Görlitz eine Frau vom Balkon stürzt, liegt der Verdacht nahe, dass sich jemand das Leben genommen hat. Vielleicht war es auch ein blöder Unfall. Doch dann entdeckt Uli Böhme (Jan Dose) verräterische Abdrücke am Hals, die auf einen Kampf schließen lassen. Burkhard „Butsch“ Schulz (Götz Schubert) geht der Sache nach, muss dabei diesmal ohne seine Kollegin Viola Delbrück (Yvonne Catterfeld) auskommen, die für ein paar Tage nach Hamburg gefahren ist, um sich um ihre schwerkranke Mutter Rose (Petra Zieser) zu kümmern. Dafür gibt es andere, die ihm in den Fall hineinreden, allen voran Dr. Grimm (Stephan Grossmann), der überall die Verbrecherbande „Das dreckige Dutzend“ vermutet. Dabei hätte Butsch gern mal seine Ruhe, um seine Beziehung mit Anne Konzak (Christina Große) voranzutreiben, die sich gerade irgendwie seltsam verhält …

Zwischen Ermittlung und privatem Drama

Doppelt hält besser, denkt man wohl bei der ARD, wenn es um Wolfsland geht. So erscheinen jedes Jahr im Dezember zwei Teile der Krimireihe. 2023 ist das nicht anders. Gerade erst wurde Das schwarze Herz ausgestrahlt, wo das Polizeiduo den Mord an einem Biologen klären muss, der auf einem Feld gefunden wurde. Drei Tage später gibt es bereits ein Wiedersehen mit den beiden, auch in Tote schlafen schlecht gibt es ein rätselhaftes Verbrechen aufzuklären. Der neue Fall ist dabei prinzipiell unabhängig von dem, was beim letzten Mal geschehen ist. Und doch empfiehlt es sich, mit entsprechenden Vorkenntnissen nach Görlitz zu reisen, wenn eine ganze Reihe von vorherigen Fäden wiederaufgenommen und fortgesetzt werden.

Einer betrifft die Krebserkrankung von Delbrücks Mutter, die beim Vorgänger wie eine Bombe ins Geschehen geworfen wurde. Das hat dann zwar nichts mit dem Fall an sich zu tun, führt aber dazu, dass die Polizistin fast die vollständige Laufzeit über weg ist. Verschwunden ist sie aber nicht, stattdessen springt Wolfsland: Tote schlafen schlecht immer mal wieder zwischen den Ermittlungen und dem privaten Teil hin und her. Apropos privat: Auch die Geschichte um Anna, das neue Love Interest von Butsch, wird fortgeführt, was dann wohl eine neue Seite des Kommissars aufzeigen soll. Auffällig ist, dass er diesmal nicht ganz so unerträglich ist wie sonst. Das mag auch damit zusammenhängen, dass er allein den Fall lösen muss und damit völlig überfordert ist. Schon bei früheren Filmen durfte man seine Zweifel haben in Bezug auf seine fachliche Kompetenz. Poltern konnte er, ermitteln weniger. Diesmal scheint er endgültig fehl am Platz.

Paranoia am Rand der Parodie

Wobei man auch bei Grimm das Gefühl hat, der Sache nicht gewachsen zu sein. Schon beim letzten Mal war die letztes Jahr in Das dreckige Dutzend eingeführte Verbrecherbande eine Obsession von ihm. Dieses Mal wird es so überzogen, dass man sich fragen darf, ob die Reihe in die Komödienrichtung weiterentwickelt werden sollte. Das wirkt teilweise schon wie eine Parodie, beispielsweise bei dem Auftritt des Clowns Jens Strauss (David Ruland) oder der schrägen Nachbarin der Toten. Glaubwürdigkeit darf man bei Wolfsland: Tote schlafen schlecht aber sowieso nicht erwarten. Die Art und Weise, wie hier auf einmal alles zusammenhängt, ist schon extrem konstruiert. Bei einigen Wendungen hat man gar nicht genügend Augen, die man angesichts des Blödsinns rollen möchte. Offensichtlich verkommt die Reihe zum filmischen Pendant eines Groschenromans.

Und doch macht das Ganze irgendwie Spaß, mehr zumindest als viele der vorangegangenen Filme. Die sich überschlagenden Ereignisse fesseln einen soweit, dass man schon wissen möchte, was nun wirklich hinter allem steckt und wer von den vielen dubiosen Gestalten was getan hat. Der Nervfaktor ist auch deutlich geringer. Das macht aus Wolfsland: Tote schlafen schlecht zwar keinen guten Krimi, ganz so weit muss man dann doch nicht gehen. Er ist aber erträglich, was bereits eine deutliche Steigerung ist, streckenweise auch unterhaltsam. Bleibt zu hoffen, dass der obligatorische Doppelschlag in einem Jahr ebenfalls diese positive Richtung beibehält.

Credits

OT: „Wolfsland: Tote schlafen schlecht“
Land: Deutschland
Jahr: 2023
Regie: Ole Zapatka
Drehbuch: Sönke Lars Neuwöhner, Sven S. Poser
Musik: Andreas Weidinger
Kamera: Timo Moritz
Besetzung: Götz Schubert, Yvonne Catterfeld, Petra Zieser, Christina Große, David Ruland, Valery Tscheplanowa, Stephan Grossmann, Jan Dose

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fazit
Paranoia oder berechtigte Sorge? In „Wolfsland: Tote schlafen schlecht“ dreht sich alles um die zuvor schon mehrfach angesprochene Verbrecherbande, die überall sein soll. Das ist ziemlich überzogen, am Rande des Schwachsinns. Irgendwie ist es aber auch ganz unterhaltsam und damit eine klare Verbesserung zu den oft unzumutbaren Vorgängern.
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