Texas Chainsaw 3D
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Texas Chainsaw 3D – The Legend Is Back

Texas Chainsaw 3D
„Texas Chainsaw 3D“ // Deutschland-Start: 8. Mai 2013 (DVD)

Inhalt / Kritik

Seit ihrer Jugend schon hatte Heather (Alexandra Daddario) den Verdacht, dass mit ihren Eltern etwas nicht stimme. Doch als sie aus heiterem Himmel ein Haus in Texas erbt, bestätigt sich dies. Zusammen mit ihrem Freund Ryan (Tremaine Neverson) und zwei anderen Bekannten macht sie sich auf den Weg in die kleine Gemeinde Newt, wo sie nicht nur ihr Erbe antreten, sondern auch mehr über ihre wahre Familie, die Sawyers, herausfinden will. Ihr Erstaunen über das große Anwesen ist jedoch schnell vorüber, als ihr bei einem ersten Einkauf ein frostiger Empfang seitens von Sheriff Hooper (Thom Barry) sowie der Unternehmers Burt Hartman (Paul Rae) bereitet, der ihm am liebsten ihr Erbe abkaufen würde. Während ihre Freunde sich auf ein Wochenende aus Feuer, Trinken und gutem Essen freuen und es sich in den Zimmern des Hauses gemütlich machen, geht Heather auf Entdeckungstour in den anderen Wohnräumen. Derweil macht einer ihrer Freunde Bekanntschaft mit dem verschollen geglaubten Killer Leatherface (Dan Yaeger), der sich in einem Raum im Keller versteckt hielt, und nun Jagd auf die Eindringlinge im Haus macht. In Newt versammelt Hartman unterdessen eine Schar Handlanger unter sich, die den Sawyers endgültig ein Ende bereiten soll.

Eine Legende kehrt zurück

Nach dem recht ordentlichen Texas Chainsaw Massacre: The Beginning von 2006 hätte es eigentlich weiter gehen sollen mit dem Reboot der Reihe rund um Leatherface und die texanischen Familie Sawyer. Doch als die Rechte an dem Franchise erneut verhandelt wurden, entschied man sich stattdessen für ein erneutes Reboot der Geschichte, oder vielmehr eine Fortsetzung zu Tobe Hoopers Original von 1974. Viele verschiedene Skriptfassungen und Änderungen lassen Horrorfans schon erahnen, dass Texas Chainsaw 3D eine sehr holprige Entstehungsgeschichte hat. Das sieht man dem Endergebnis leider auch an. John Luessenhops Film beginnt damit die irgendwie nicht enden wollende Reihe an Versuchen, die Horrorfilmreihe neu zu starten oder in die Moderne zu verlegen, was aber bis jetzt nicht gelang.

„Eine Legende kehrt zurück“ heißt es in dem Zusatz, den man dem deutschen Titel von Texas Chainsaw 3D verpasst hat. Aber von einer Legende spürt man wirklich nichts in den 92 Minuten Laufzeit. Abgesehen von ein paar Anspielungen auf das Original sowie halbgaren Bezügen zu Themen wie Selbstjustiz ist Texas Chainsaw 3D im Grunde nichts weiter als ein 08/15-Slasher, der missversteht, was den Reiz von Hoopers Film ausmacht. Die Figuren sind konsequenterweise nicht mehr als jene Schießbudenfiguren, sie man aus unzähligen ähnlichen Produktionen her kennt. Die jugendlichen Hauptcharakter sind derart blass, dass man sich, kaum dass sie Leatherface in die Säge gelaufen sind, auch schon nicht mehr an sie erinnert. Alexandra Daddario, wie auch ihre Mitstreiter, können zwar schön aussehen, aber beim schauspielern hapert es dann doch an vielen Stellen. Die Handlung ist dürftig, auch wenn der Ansatz ganz interessant ist. Doch sie ist dabei bestimmt von so vielen eklatanten Logiklöchern, dass dies dann schon sehr ärgerlich wird.

Wenn Anspielungen misslingen

Die Idee eines Sequels zu Tobe Hoopers Original ist sehr riskant, weshalb noch nicht einmal Hooper selbst sich einer direkten Fortsetzung versuchte und mit Texas Chainsaw Massacre II einen ganz anderen Film drehte. In Luessenhops Film kommen zwar immer wieder Zitate oder Anspielungen vor, die den Charme des Originals ausstrahlen sollen. Diese betätigen aber nur, dass die Macher zwar hingesehen, aber nichts verstanden haben. So wiederholen sich viele der Schockmomente, die man eigentlich schon kennt. Doch anstatt unterhaltsam zu sein, wirken sie abgeschmackt und wenig originell, was symptomatisch ist für dieses insgesamt sehr langweilige Machwerk.

Das größte Verbrechen jedoch ist wahrscheinlich Leatherface selbst. Dieser wirkt, ähnlich wie die Effekte, wie ein Schatten seiner selbst und mehr wie ein x-beliebiger Killer, der auch aus einer der vielen Wrong Turn-Fortsetzungen hätte kommen können. Warum es bis heute Autoren wie auch Filmemacher für eine gute Idee halten, einer Figur wie Leatherface eine Hintergrundgeschichte zu geben, ist und bleibt ein Rätsel. Texas Chainsaw 3D nimmt dieser Figur ihr Mysterium und ersetzt es mit nichts. Die Folge: Man rollt als Zuschauer schon die Augen, wenn man das bekannte Geräusch der Kettensäge hört.

Credits

OT: „Texas Chainsaw 3D“
Land: USA
Jahr: 2013
Regie: John Luessenhop
Drehbuch: Adam Marcus, Debra Sullivan, Kirsten Elms
Musik: John Frizzell
Kamera: Anastas M. Nichols
Besetzung: Alexandra Daddario, Dan Yaeger, Tremaine Neverson, Tania Raymonde, Thom Barry, Paul Rae, Bill Moseley, Gunnar Hansen

Bilder

Trailer

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Texas Chainsaw 3D – The Legend Is Back
fazit
„Texas Chainsaw 3D – The Legend Is Back“ ist eine sehr unerfreuliche Fortsetzung zum Original von 1974. John Luessenhops Film ist langatmig, voller Logiklöcher, nerviger Charaktere und Anspielungen auf einen Film, dessen Charme dieses Machwerk nicht erreichen kann.
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