Rubikon
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Rubikon

Rubikon
„Rubikon“ // Deutschland-Start: 26. Januar 2023 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Im Jahr 2056 ist die Erde zu einem Großteil unbewohnbar geworden. Nur wer das nötige Geld hat, kann sich in vom Rest der Menschheit abgeschirmten Gebieten ein normales Leben erkaufen. Denn nur dort gibt es noch Luft, die man bedenkenlos atmen kann. Aber vielleicht gibt es ja noch Hoffnung. So arbeitet der Wissenschaftler Dimitri Krylow (Mark Ivanir) an Bord der Raumstation Rubikon an einem Projekt rund um Algen, welche die Lösung für die vergiftete Luft darstellen könnten. So zumindest die Hoffnung. Ebenfalls an Bord befinden sich die Soldatin Hannah Wagner (Julia Franz Richter) sowie Gavin Abbott (George Blagden). Sie sind es auch, die sich schwierigen Entscheidungen stellen müssen, als auf der Erde ein mysteriöser Nebel auftaucht, der das bisschen Rest Leben auch noch auslöscht. Oder fast: Irgendwo da unten sitzen in einem Bunker noch andere Menschen. Und nur das Trio kann diese noch retten …

Das Ende naht … schon wieder

Manchmal hat man den Eindruck, dass Filmschaffende es gar nicht erwarten können, dass die Welt endlich zugrunde geht. Zumindest ist es auffällig, wie viele Science-Fiction-Filme mit dem Szenario beginnen, dass die Erde unbewohnbar geworden ist. Die Liste solcher Werke ist endlos. Zuletzt gab es beispielsweise die Coming-of-Age-Dystopie Vesper Chronicles oder auch die Roboter-Action in JUNG_E: Gedächtnis des Krieges. Wem das noch nicht reicht, für den kommt jetzt aus Österreich Nachschub. Das macht neugierig: Für böse Komödien oder Horrorfilme sind unsere südlichen Nachbarn bekannt, für Science-Fiction-Werke weniger. Aber das ist nicht der einzige Grund, warum man sich Rubikon einmal anschauen kann, zumindest wenn man weiß, worauf man sich hier einlässt.

Eins vorweg: Wer hier Action erwartet, der ist fehl am Platz. Selbst in punkto Spannung ist der Film nicht gerade ein Überflieger. So dürfen wir zwar zu Beginn live dabei sein, wenn auf der Erde selbst das letzte bisschen Leben kaputt geht, als der unheimliche Nebel sich über alles legt. Das war dann aber auch schon der Höhepunkt. Rubikon verzichtet im weiteren Verlauf weitestgehend auf solche Spannungsmomente. Der Film kümmert sich auch wenig um das Szenario als solches: Über das generische Weltuntergangsszenario hinaus gibt es hier keine erklärenden Kontexte. Der Nebel selbst wird nur ein Mittel zum Zweck, damit die Geschichte zu den eigentlichen Themen kommen kann.

Viel Diskussion und moralische Fragen

Dieses besteht zu einem großen Teil in der Frage, was das Trio in der aktuellen Situation tun soll. Einfach ist die Entscheidung natürlich nicht. Sie wird auch nicht einfacher dadurch, dass die drei immer mal wieder gegeneinander arbeiten anstatt miteinander. Sonderlich effizient ist diese Arbeit nicht, soll es aber auch gar nicht sein. Regisseurin und Co-Autorin Magdalena Lauritsch nutzt ihr Spielfilmdebüt dafür, dass sich die drei Hauptfiguren verbal die Köpfe einschlagen und ausgiebig diskutieren, was das Beste ist. Wer mit filmischen Diskussionen nichts anfangen kann, wird deshalb bei Rubikon kaum glücklich. Hier geht es um ganz existenzielle Fragen und damit verbundene moralische Überlegungen. Dass Moral in einer Zeit, in der das eigene Überleben auf dem Spiel steht, kein besonders hohes Gut mehr ist, das ist klar. Lauritsch stellt aber grundsätzlich in Frage, was Moral in einem solchen Fall überhaupt bedeutet.

Das wird nicht so tiefgründig, wie es der Film vermutlich gern hätte. Manche Auseinandersetzungen ergeben zudem sich weniger aus der Situation, sondern wurden etwas erzwungen eingebaut, um die Konflikte am Laufen zu halten. Das wird manche ärgern, andere langweilen. Und doch ist Rubikon durchaus interessant. So hat das Science-Fiction-Werk, das auf einer Reihe von Filmfestivals zu sehen war, Stoff, über den man beim Anschauen und im Anschluss nachdenken kann. Sofern man angesichts der deprimierenden Situation die Menschheit nicht gleich ganz aufgegeben hat. Da auch die Optik ordentlich ist, gemessen an dem sicherlich geringen Budget, und der Film durch eine Sprachenvielfalt Sympathiepunkte sammelt, kann man hier schon einen Blick riskieren. Ähnlich revolutionär wie die Sache mit den Algen ist das aber sicher nicht.

Credits

OT: „Rubikon“
Land: Österreich
Jahr: 2022
Regie: Magdalena Lauritsch
Drehbuch: Magdalena Lauritsch, Jessica Lind
Musik: Wolf-Maximilian Liebich, Daniel Helmer
Kamera: Xiaosu Han, Andreas Thalhammer
Besetzung: Julia Franz Richter, George Blagden, Mark Ivanir

Bilder

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Rubikon
fazit
„Rubikon“ ist der nächste Science-Fiction-Film, der von einer kaputten Erde erzählt und dem Versuch, diese zu retten. Dabei ist der Actionanteil sehr gering. Wichtiger als herkömmliche Spannung waren hier die Diskussionen zwischen den Figuren, die bei der Rettung schwierige Entscheidungen zu treffen haben.
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