Friedliche Weihnachten Amazon Prime Video
© Amazon Prime Video

Friedliche Weihnachten

Friedliche Weihnachten Amazon Prime Video
„Friedliche Weihnachten“ // Deutschland-Start: 9. Dezember 2022 (Amazon Prime Video)

Inhalt / Kritik

Ein Jahr ist es her, dass sich Anton Lewandowski (Timur Bartels) und Johanna Hansen (Valerie Huber) in der Notaufnahme eines Krankenhauses kennen und lieben gelernt haben, wo die angehende Ärztin ihn nach einem schmerzhaften Vorfall zusammengeflickt hat. Nun steht der nächste Schritt an, Anton möchte seiner Freundin einen Heiratsantrag machen! Zuvor heißt es aber noch, die jeweiligen Familien zusammenzubringen: Antons Eltern (Matthias Komm, Elena Uhlig), Johannas Eltern (Uwe Ochsenknecht, Esther Schweins) sowie Johannas Schwester Ella (Lena Meckel), ihr Mann Oliver (Wayne Carpendale) und der gemeinsame Sohn (Valentin Thatenhorst), dazu noch Oma Lewandowski (Doris Plenert) und Opa Hansen (Horst Janson). Einfach ist das nicht, da die zwei Familien aus unterschiedlichen Welten kommen. Vor allem Johannas Vater, ein angesehener Professor, stellt sich als sehr schwierig heraus, da er für seine Tochter nur einen Arzt als Ehemann akzeptiert …

Zwei Welten unter dem Weihnachtsbaum

Zwar hält sich Amazon Prime Video eher damit zurück, mit eigenen Produktionen von saisonalen Geschäften profitieren zu wollen. Dieses Jahr ging man dann aber doch mit mehreren Titeln an den Start, die anlässlich zu Weihnachten veröffentlicht wurden. Den Auftakt machte Weihnachten bei dir oder bei mir?, wo ein Paar aufgrund eines Missverständnisses bei der Familie des jeweils anderen auftaucht. Auch Weihnachtsgeschenke von Tiffany beginnt mit einem solchen Missverständnis. Dieses Mal führte eine Verwechslung von zwei Geschenken zu jeder Menge amouröser Verwicklungen. Doch das ist nichts im Vergleich zu dem Chaos, das sich bei der deutschen Serie Friedliche Weihnachten einstellt, die wie die beiden genannten Filme im komödiantischen Bereich angesiedelt sind.

Der Humor setzt dabei zu einem großen Teil auf starke Kontraste. So kommt die eine Familie aus den oberen Kreisen, die andere aus einfachen Verhältnissen. Wenn ein Professor, dem selbst ein Orthopäde nicht gut genug ist, auf einen Plattenverkäufer kommt, prallen da schon zwei Welten zusammen. Auf der einen Seite wartet Drogenkonsum, auf der anderen blinkende Pullover. Wobei es in erster Linie die die jeweiligen Eltern und Großeltern sind, die für diese Reibungen zuständig sind. Zu dem Zweck wurden die auch kräftig überzeichnet. Friedliche Weihnachten scheut sich nicht davor zurück, die Figuren zu Karikaturen zu reduzieren und im Gegenzug auf eine tiefergehende Charakterisierung zu verzichten. Das oberste Ziel ist es, das Publikum zum Lachen zu bringen. Da heiligt der Zweck die Mittel.

Viele Gags, gelegentlich komisch

Dann und wann funktioniert das. Vor allem die Lust an der Eskalation, wenn jede Begegnung zu einer Kriegserklärung führen kann und Situationen völlig aus dem Ruder laufen, bieten sich an, um zwischendurch mal seinen Spaß zu haben. Zudem muss man Friedliche Weihnachten zugutehalten, dass sich die Serie recht kurz hält. Aus sechs Folgen besteht die Miniserie, die jeweils zwischen 25 und 30 Minuten lang sind – also typische Sitcom-Länge. Dennoch muss man sich fragen, ob nicht vielleicht doch ein Spielfilm die bessere Wahl gewesen wäre. Auch wenn hier mit Gags nicht unbedingt gespart hat und natürlich das große Ensemble irgendwie zur Geltung kommen sollte: Einiges davon hätte man auch kürzer fassen können, da sind schon einige Wiederholungen dabei. Auch wenn die Serie deutlich mehr investiert in den Humor als andere Weihnachtsproduktionen, die als Komödie verkauft werden: Nicht jeder Versuch ist von Erfolg gekrönt.

Schlecht ist die Serie damit nicht. Vielmehr reiht sie sich in das Gros der deutschen Durchschnittsproduktionen ein, die Woche für Woche veröffentlicht werden. Dabei hätte die Geschichte schon Potenzial gehabt, auch das Setting des abgelegenen Chalets, bei dem die beiden Familien aufeinander hocken, ist gut gewählt. Da treffen Idylle und Enge aufeinander, Luxus und Abgrund. Es springt nur nie wirklich der Funke über. Zu oft ist der Humor zu bemüht, zu sehr auch am Reißbrett entworfen. Die Eskalation ist zu sehr kalkuliert, als dass sich hier mal tatsächlich gehen gelassen wird. Das Ergebnis ist doch eher bieder als wild. Wer Lust hat auf eine humorvolle Weihnachtsveranstaltung, die trotz des gegenwärtigen Chaos gemütlich ist, macht mit Friedliche Weihnachten nicht wirklich etwas falsch. In der Flut an festlichen Veröffentlichungen ist das aber zu wenig.

Credits

OT: „Friedliche Weihnachten“
Land: Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Sebastian Sorger
Drehbuch: Julia Bachmann, Felix Bärwald
Musik: Michael Kamm, Peter Horsch
Kamera: Namche Okon
Besetzung: Timur Bartels, Valerie Huber, Uwe Ochsenknecht, Esther Schweins, Elena Uhlig, Lena Meckel, Wayne Carpendale, Matthias Komm, Doris Plenert, Khalil Aassy, Valentin Thatenhorst, Horst Janson

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Friedliche Weihnachten
fazit
Was passiert, wenn zwei völlig verschiedene Familien an Weihnachten zusammenkommen und gemeinsam feiern? Jede Menge Chaos. „Friedliche Weihnachten“ investiert tatsächlich mal mehr in den Humor als viele andere weihnachtliche Komödien, die Quantität der Gags ist hoch. Die Qualität ist hingegen überschaubar. Auch wenn sich die Serie an Karikaturen erfreut, sind die Eskalationen zu kalkuliert und selbst die wilden Momente eher bieder.
Leserwertung53 Bewertungen
4.7
5
von 10