Die unendliche Geschichte 2
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Die unendliche Geschichte II – Auf der Suche nach Phantásien

Die unendliche Geschichte 2
„Die unendliche Geschichte II – Auf der Suche nach Phantásien“ // Deutschland-Start: 25. Oktober 1990 (Kino) // 22. November 2001 (DVD)

Inhalt / Kritik

Jahre sind vergangen seit Bastian (Jonathan Brandis) die „Unendliche Geschichte“ gelesen hat und seine Vorstellungskraft das Reich Phantásien vom sicheren Untergang gerettet hat. Während er unter der Abwesenheit seines Vaters leidet, der seiner Meinung nach seine Mutter vergessen hat und sich nach einer neuen Frau umsieht, fühlt er sich in seiner Schule nach wie vor isoliert. Als er meint, einen Hilferuf von der Kindlichen Kaiserin zu erhalten, die ihn drängt, wieder nach Phantásien zu reisen, klaut er im Buchladen noch einmal die „Unendliche Geschichte“, nur um festzustellen, dass die Worte auf den Seiten verblassen und schließlich ganz verschwunden sind. Er macht sich auf nach Phantásien, wo ihn ein Wiedersehen mit dem Krieger Artréyu (Kenny Morrison) sowie dem Drachen Fuchur erwartet. Durch sie erfährt er von einer unbekannten Macht, die das ganze Reich ergriffen hat und dabei ist, es auszulöschen, und es bisher niemandem gelungen ist, sie aufzuhalten. Als sie nur knapp einem Angriff der Giganten entkommen, wird ihnen klar, dass die böse Zauberin Xayide (Clarissa Burt) hinter der Macht, die Bastian die „große Leere“ nennt, steckt und sie diese aufsuchen und konfrontieren müssen, wenn die Phantásien retten wollen.

Was weder Bastian noch Artréyu ahnen, ist, dass sie Zauberin schon lange von der Anwesenheit  des Erdlings weiß und mithilfe ihrer getreuen Diener einen teuflischen Plan in die Wege geleitet hat. Jedes Mal, wenn sich Bastian etwas wünscht, ermutigt durch den Spion Nimbly (Martin Umbach), wird ihm eine Erinnerung genommen, bis auch er nichts mehr von Phantásien, seinen Kreaturen oder auch von sich selbst und seinen Eltern weiß. Parallel entdeckt Bastians Vater in der Realität die „Unendliche Geschichte“ und verfolgt, wie sein Sohn immer mehr dem Bann der Zauberin verfällt und es eines Wunders bedarf, wenn das Reich der Fantasie noch gerettet werden soll.

Die Rückkehr nach Phantásien

Eigentlich hatte Produzent Dieter Geissler schon kurz nach dem internationalen Erfolg von Die unendliche Geschichte Pläne für eine Fortsetzung, die sich vor allem auf die nicht verfilmte, zweite Hälfte von Michael Endes Roman konzentrieren sollte. Jedoch sollte es länger dauern, bis das Projekt endlich in Produktion ging, vor allem, weil Ende einklagte, dass er mehr Einfluss auf die jegliche weitere Filme basierend auf seinen Werken haben würde. Zugleich arbeitete man an den Spezialeffekten des Sequels, was Die unendliche Geschichte II wohl auf die Höhe anderer Blockbuster-Produktionen bringen sollte, aber letztlich in einem seelenlosen Endergebnis mündete.

Ohne Frage sind Spezialeffekte bei einem Fantasyfilm ein Muss und entscheiden darüber, ob es gelingt, den Zuschauer in die Fantasiewelt zu bringen und damit den Figuren zu folgen. Selbst, wenn die Effekte naturgemäß altern und man dies auch wahrnimmt, kann man immer noch in die Welt des Filmes eintauchen und hat damit jenes Erlebnis, was man bei einem guten Buch hat, nämlich jene Immersion, die letztlich auch der Protagonist Bastian Bux in Die unendliche Geschichte erlebt. Dem von Wolfgang Petersen inszenierten ersten Film merkt man das Alter zwar an, doch das Erlebnis kann man nach wie vor nachempfinden, was nur bedingt der Fall ist bei Die unendliche Geschichte II, der eher wie ein Ausflug in einen Vergnügungspark anmutet, dessen Attraktionen man bereits zur Genüge kennt. Einige Sets, beispielsweise das Schloss Xayides haben einen gewissen Charme, doch andere Aspekte wirken albern oder befremdlich, wie die Giganten, die aussehen, als seien sie von einem Science-Fiction-Film der C-Klasse noch übrig geblieben.

Erinnerung und Fantasie

Leider sind es nicht nur die Effekte, die Ausstattung oder das Make-up, was dem Zuschauer die Immersion, welche man vielleicht noch beim ersten Teil erlebte, zunichtemacht. Es sind genauso die Figuren, die man kennt und liebt, und welche nun ebenso wie Jahrmarktsattraktionen vorgeführt werden und unter einem Regen eher durchschnittlicher Effekte gänzlich untergehen. Der mutige Krieger Artréyu ist nur noch ein Schatten seiner selbst, ebenso wie Bastian, der zwar von Jonathan Brandis (Es) solide gespielt wird, aber ohne nennenswerte Entwicklung bleibt, was besonders verärgert, wenn man die naiv-dümmliche Auflösung in den letzten Minuten verfolgt. Drehbuch und Inszenierung verlassen sich einfach viel zu sehr auf die Nostalgie, die der Zuschauer empfinden soll, können aber nicht verschleiern, dass sie eigentlich dieselbe Geschichte noch einmal erzählen, ohne aber ihren Charme zu haben.

Credits

OT: „The NeverEnding Story II: The Next Chapter“
Land: Deutschland, USA
Jahr: 1990
Regie: George T. Miller
Drehbuch: Karin Howard
Vorlage: Michael Ende
Musik: Robert Folk
Kamera: David Connell
Besetzung: Jonathan Brandis, Kenny Morrison, Clarissa Burt, John Wesley Shipp, Martin Umbach

Trailer

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Die unendliche Geschichte II – Auf der Suche nach Phantásien
fazit
„Die unendliche Geschichte II – Auf der Suche nach Phantásien“ ist eine seelenlose und insgesamt wenig überzeugende Fortsetzung von Wolfgang Petersens erstem Film und wird den Figuren wie auch der Welt von Michael Endes Romans zu keiner Zeit gerecht. Die Spezialeffekte, die noch nicht einmal besonders gut sind, verschleiern nicht, dass es hier nur darum ging, schnelles Geld zu machen.
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6.6
3
von 10