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The Chelsea Detective: Die Schule der Lügen

The Chelsea Detective
„The Chelsea Detective: Die Schule der Lügen“ // Deutschland-Start: 6. November 2022 (ZDF)

Inhalt / Kritik

Als Oliver Cowie (Clarence Smith) in seinem Haus ermordet wird, ist das Entsetzen groß – umso mehr, da der Lehrer einer renommierten Schule in Chelsea als sehr beliebt galt und er demnächst nach Japan gehen wollte. Wer könnte ihn nur erschlagen haben? Und aus welchem Grund? Inspector Max Arnold (Adrian Scarborough) und Detective Sergeant Priya Shamsie (Sonita Henry) nehmen daraufhin die Ermittlungen auf und müssen feststellen, dass das Leben des Lehrers nicht ganz so heil war, wie alle immer dachten. So verhält sich seine Frau Lyn (Mina Andala) merkwürdig. Aber auch Schulleiter James Green (Alexander Hanson) könnte etwas mit der Sache zu tun haben …

Abschluss der ersten Staffel

Jetzt heißt es erst einmal Abschied nehmen von der britischen Krimireihe The Chelsea Detective. Dreimal schon durften die Zuschauer und Zuschauerinnen dabei sein, wie Arnold und Shamsie Verbrechen aufklären mussten. Mit Die Schule der Lügen wird nun der vierte und letzte Fall der ersten Staffel ausgestrahlt, bevor es in die lange Pause geht. Zwar haben die Arbeiten an der zweiten Staffel kürzlich begonnen. Doch bis diese bei uns zu sehen sein wird, wird es noch dauern. Hinzu kommt, dass Sonita Henry offensichtlich nicht mehr mit von der Partie sein wird und stattdessen eine neue Partnerin an der Seite des Londoner Polizisten zu sehen sein wird. Das ist schade, denn eigentlich funktionierte die bisherige Paarung ganz gut.

Dafür gibt es zum Ausklang noch einmal einen Fall, der Rätselfreudige gut beschäftigen wird. The Chelsea Detective: Die Schule der Lügen folgt da dem ganz klassischen Muster, dass zu Beginn der Geschichte eine Leiche entdeckt wird und im Anschluss die Suche nach dem Täter oder der Täterin beginnt, die dann pünktlich nach anderthalb Stunden zu einem Ergebnis kommt. Zwischendurch gibt es jede Menge falsche Fährten, wenn ein ums andere Mal Hypothesen in eine Sackgasse führen. Die Ermittlungen sind dabei ordentlich geführt. Wo man bei anderen Krimis zuweilen das Gefühl hat, dass die Lösung vom Himmel gefallen ist, da wird hier noch richtig nach Spuren gesucht. Wobei da schon mal der Zufall zur Hilfe eilen darf. Es hält sich aber in Grenzen.

 

Gleiches gilt auch für den Humor, den die Reihe laut dem ZDF, wo sie ausgestrahlt wird, angeblich haben soll. Während man das zu Beginn der Reihe bei Der Lohn der Sünde noch in Ansätzen etwas erahnen konnte, da ist The Chelsea Detective: Die Schule der Lügen eigentlich durchgängig ernst. Die Folge ist zum Teil auch tragisch. Wie schon beim letzten Mal bei Spiel auf Leben und Tod ist hier viel Unglück geschehen. Der Blick hinter die Kulissen einer feinen Privatschule enthüllt Leid und Trauer, verletzte Gefühle und Einsamkeit. Das Drehbuch von Liz Lake mutet den eigenen Figuren schon einiges zu und entlässt das Publikum nicht mit dem Gefühl von Genugtuung, die man sonst bei der Auflösung von Mordfällen gerne spürt.

Dabei wird die Folge dem Umfeld des gut betuchten Viertels Chelsea am stärksten gerecht. Auch das wurde im Vorfeld beworben, ohne dass die Filme sonderlich viel in die Richtung bieten würden. The Chelsea Detective: Die Schule der Lügen darf aber immerhin an einer renommierten Schule spielen. Von High-Society-Glamour ist jedoch nach wie vor nicht viel zu spüren. Auch beim vierten Anlauf bleibt der Krimi lieber unaufgeregter und nüchterner. Aber das muss ja nicht verkehrt sein. Wer die vorangegangenen Filme mochte, kommt auf seine Kosten. Quereinsteiger können es ebenfalls einmal versuchen, da es abgesehen von der Geschichte um Arnolds Trennung von seiner Frau, die immer irgendwo auftaucht, keine fortlaufenden Elemente gibt. Es erwartet die Neulinge ein durchaus solider Genrebeitrag, mit dem man sich die Zeit vertreiben kann.

Credits

OT: „The Chelsea Detective: A Chelsea Education“
Land: Deutschland, UK
Jahr: 2022
Regie: Darcia Martin
Drehbuch: Liz Lake
Idee: Peter Fincham
Musik: Ian Arber
Kamera: Tom Hines
Besetzung: Adrian Scarborough, Sonita Henry, Peter Bankolé, Lucy Phelps, Sophie Stone, Davood Ghadami, Anamaria Marinca, Mina Andala, Tia May Watts, Alexander Hanson

Bilder

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The Chelsea Detective: Die Schule der Lügen
fazit
„The Chelsea Detective: Die Schule der Lügen“ ist der letzte Fall der ersten Staffel und führt dabei die Qualitäten der britischen Krimireihe fort. Die Ermittlungen sind ordentlich, die Geschichte um einen ermordeten Lehrer zum Teil tragisch. Fans eher nüchterner Genrevertreter sollten einmal reinschauen.
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