Wolf Like Me Amazon Prime Video
© Peacock/Amazon Prime Video

Wolf Like Me – Staffel 1

Wolf Like Me Amazon Prime Video
„Wolf Like Me – Staffel 1“ // Deutschland-Start: 1. April 2022 (Amazon Prime Video)

Inhalt / Kritik

Sieben Jahre ist es mittlerweile her, dass Gary (Josh Gad) seine Frau verloren hat. Doch noch immer liegt der Schatten dieses Unglücks bleischwer auf ihm und seiner 11-jährigen Tochter Emma (Ariel Donoghue). Diese ist schon seit einer Weile in Therapie. Viel gebracht hat es aber nicht, die zwei treten nach wie vor auf der Stelle. Erst als Mary (Isla Fisher) in das Leben der beiden tritt, kommt Schwung in den Alltag. Ein bisschen viel Schwung zunächst: Erstmals begegnen sich die drei, als Mary mit ihrem Wagen den der beiden anderen rammt. Aber es soll nicht bei diesem einen Treffen bleiben, immer wieder werden sich die Wege von Gary und Mary kreuzen. Einfach ist diese Annäherung jedoch nicht, da auch sie einen Schicksalsschlag hinter sich hat – und ein dunkles Geheimnis …

Eine Liebe mit Hindernissen

Es gehört zu den etabliertesten Mustern einer Liebeskomödie überhaupt: Zwei Menschen begegnen sich, die unbedingt füreinander bestimmt sind, müssen jedoch erst gewisse Hindernisse aus dem Weg räumen. Das kann mal sein, dass sie sich unter blöden Umständen begegnet sind und deshalb Animositäten im Weg liegen. Vielleicht sind sie auch anderweitig vergeben, müssen also erst erkennen, dass die aktuelle Beziehung nix ist. Wolf Like Me greift dieses Muster auf, gleich in mehrfacher Hinsicht. Da gibt es die zufälligen Übereinstimmungen, die so offensichtlich sind, dass das einfach Schicksal sein muss. Außerdem haben beide Seiten Ballast mit sich herumzuschleppen. Sehr schweren Ballast sogar, wenn die jeweiligen Partner und Partnerinnen tot sind.

Doch der größte Ballast – der Titel nimmt die Wendung bereits vorweg – ist der, dass Mary in Wahrheit ein Werwolf ist. Das ist zugegeben kein besonders tolles Argument bei der Partnersuche. Die Möglichkeit, nachts von der Freundin gefressen zu werden, macht nicht unbedingt Lust darauf, die Nacht miteinander zu verbringen. Oder den Tag. Wolf Like Me nutzt diese etwas außergewöhnliche Datingsituation dabei durchaus humoristisch. An manchen Stellen meint man gar, dass es sich bei der hierzulande exklusiv auf Amazon Prime Video erschienenen Serie um eine Satire auf das Genre der Liebeskomödie handelt. So wie The Woman in the House Across the Street From the Girl in the Window den Thriller dekonstruiert hat. RomComs scheuen sich bekanntlich nicht vor Absurditäten, nutzen ganz ungeniert die unsinnigsten Szenarien. Darüber darf man sich schon mal lustig machen.

Der Werwolf als Metapher

Stattdessen verfolgt Regisseur, Drehbuchautor und Serienschöpfer Abe Forsythe eine andere Idee: Er nutzt das Motiv des Werwolfs als Metapher für die hässlichen Sachen, die in einem schlummern. All das Zeug, von dem man nicht will, dass andere es zu sehen bekommen. Rot erzählte kürzlich eine ähnliche Geschichte. Dort ist es ein Roter Panda, der immer dann zum Vorschein kommt, wenn sich die Protagonistin gestresst fühlt. Ein Werwolf ist da natürlich noch einmal eine deutlich verschärfte Version. Tatsächlich sind diesem auch schon Leute zum Opfer gefallen. Wolf Like Me belässt es jedoch über weite Strecken dabei, von diesen blutrünstigen Momenten nur zu erzählen. Erst sehr spät wendet sich die Serie ihren Horrorwurzeln zu und nimmt das Element, um damit auch mal Spannung zu erzeugen.

Ansonsten ist Wolf Like Me eine recht entspannte Angelegenheit. Die Witze sind hin und wieder mal etwas bissiger, werden aber sparsam eingesetzt. Auch die dramatischen Elemente kommen nur hin und wieder zum Einsatz. Tatsächlich passiert in der Staffel so wenig, dass selbst sechs Folgen à 25 Minuten großzügig dimensioniert sind. So richtig mitreißend ist die Geschichte dann doch nicht, man wartet hier oft auf etwas mehr. Aber die Serie ist schon irgendwie nett, dazu mit sympathischen Figuren. Außerdem ist es schön, wie das Kind hier mal nicht einfach nur ein Mittel zum Zweck ist, sondern als Figur mit eigenen Gedanken, Gefühlen und Sorgen integriert ist.

Credits

OT: „Wolf Like Me“
Land: Australien
Jahr: 2022
Regie: Abe Forsythe
Drehbuch: Abe Forsythe
Idee: Abe Forsythe
Musik: Piers Burbrook de Vere
Kamera: Germain McMicking
Besetzung: Isla Fisher, Josh Gad, Ariel Donoghue, Emma Lung, Anthony Taufa, Alan Dukes

Bilder

Trailer

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Wolf Like Me – Staffel 1
Fazit
„Wolf Like Me“ ist eine Liebeskomödie, die sich an manchen Stellen über das eigene Genre lustig zu machen scheint. Tatsächlich hervor sticht jedoch die Werwolfthematik, die hier als Metapher für all das Verborgene und Verdrängte genutzt wird. So ganz begeistert die Serie nicht, ist dafür dann doch etwas zu entspannt. Aber sie ist schon nett, mit sympathischen Figuren.
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