While We Sleep
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While We Sleep

While We Sleep
„While We Sleep“ // Deutschland-Start: 1. April 2022 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Die 13-Jährige Cora (Lyra Irene Gross) hat es faustdick hinter den Ohren, wie die Partygäste erfahren müssen, als sie diesen einen bösen Streich spielt. Während ihre Eltern Jennifer (Jacy King) und Derek (Brian Gross) noch überlegen, wie sie auf den Vorfall reagieren sollen, haben sie bald ganz andere Sorgen. Denn irgendwie verhält sich Cora plötzlich ganz seltsam. Im Krankenhaus erhoffen sie sich Antworten, was mit ihr nicht stimmen könnte. Tatsächlich stellt ihre Ärztin Nina (Darya Tregubova) bei der Untersuchung fest, dass irgendetwas sie plagt. Sie vermutet dahinter eine spezielle Form der Schlafstörung. Doch die Wahrheit ist noch viel schrecklicher, denn etwas Böses hat von dem Mädchen Besitz ergriffen …

Kampf gegen den Schlaf

In Bezug auf seine Arbeit als Kameramann kann sich die Filmografie von Andrzej Sekula durchaus sehen lassen. Immerhin stand er bei so Werken wie Pulp Fiction und American Psycho hinter der Kamera. Seine Regiearbeiten sind hingegen eher weniger vorzeigbar. Das bekannteste Werk des inzwischen auf die siebzig zugehenden Polen dürfte noch Cube²: Hypercube sein. Und das ist nun nicht unbedingt etwas, womit man auf seinem Lebenslauf Werbung machen wollte. Warum er sich 15 Jahre nach The Pleasure Drivers noch einmal bemüht fühlte, es als Regisseur zu versuchen, darüber kann nur spekuliert werden. Klar ist jedoch, dass er mit seinem Comeback-Versuch While We Sleep weder sich, noch seinem Publikum einen Gefallen getan hat.

Der Einstieg ist dabei noch der beste Teil des Films. Schließlich ist so ein makabrer Spaß nicht unbedingt das, was man von einem derart unscheinbaren Mädchen erwarten würde. Außerdem möchte man schon gerne wissen, in welchem Zusammenhang diese Aktion mit der Geschichte von While We Sleep steht. Diese anfängliche Spannung sollte man dabei so gut es geht auskosten. Es wird nämlich die letzte sein, die man in den folgenden anderthalb Stunden verspüren dürfte. Wenn überhaupt besteht die einzige Spannung in dieser Zeit darin, ob man es selbst schafft wach zu bleiben oder beim Anschauen des Horroralptraums einschläft. Vorzuziehen wäre ein sanftes Einschlummern auf jeden Fall. Das wäre zumindest eine sinnvoll genutzte Zeit, was man von der Alternative, hier bis zum Schluss dranzubleiben, nicht behaupten kann.

Dämonische Wegwerfware

Die Geschichte selbst ist dabei absolute Wegwerfware. Kinder, die von irgendwelchen Dämonen besessen sind, klar, das kann fesselnd sein. Der Exorzist war schließlich nicht ohne Grund seinerzeit ein Kassenerfolg, der bis heute das Horrorgenre entscheidend mitgeprägt hat. Man sollte einige Jahrzehnte später aber schon noch ein bisschen mehr bieten können, als nur das alte Szenario auszugraben. Irgendein Einfall, der diese Besessenheit von den vielen anderen unterscheidet, die sich in diesem Bereich so tummeln. Aber da ist nichts in While We Sleep zu finden, wirklich gar nichts. Auch die Kombination mit einer Schlafstörung ist nun nichts, was Fans unheimlicher Filme schrecken sollte. In den letzten Jahren hat es unzählige solcher Werke gegeben. Awoken oder Strange Dreams, um nur mal zwei Beispiele zu nennen.

Es ist aber nicht allein die eklatante Ideenlosigkeit des Drehbuchs, die den Film zu einer solch giftigen Schlaftablette machen. Auch bei der Inszenierung entpuppt sich die US-amerikanische und ukrainische Coproduktion als ziemlicher Totalausfall. Erst passiert lange Zeit gar nichts, Cora ist für ein besessenes Mädchen zu apathisch. Wenn dann doch mal die nächste Stufe der Eskalation eingeleitet wird, gibt es erneut nur die abgestandenen Zutaten wie ein Gang auf allen vieren oder eine verstellte Stimme. Nicht einmal der obligatorische Exorzismus hinterlässt Eindruck. Wenn überhaupt, ist While We Sleep nur als unfreiwillig komischer Trash zu konsumieren, zum Ende hin wird es richtig schön bescheuert. Vor allem in der grotesk vermurksten deutschen Synchro wird so mancher Dialog zu einer Parodie, die gar nicht weiß, dass sie eine ist.

Credits

OT: „While We Sleep“
Land: USA, Ukraine
Regie: Andrzej Sekula
Drehbuch: Brian Gross, Rich Ronat
Musik: Piers Burbrook de Vere
Kamera: Alex Salahi
Besetzung: Lyra Irene Gross, Jacy King, Brian Gross, Darya Tregubova, Oliver Trevena

Bilder

Trailer

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While We Sleep
Fazit
„While We Sleep“ beginnt mit einem makabren Scherz, bevor sich der Film in eine Schlaftablette verwandelt. Weder die Besessenheit der Tochter noch der Punkt mit der Schlafkrankheit werden nennenswert variiert. Auch bei der Inszenierung fehlt es an Ideen. Wenn überhaupt, ist das hier als unfreiwillig komischer Trash konsumierbar – vor allem in der verhunzten deutschen Synchro.
Leserwertung2 Bewertungen
5.7
3
von 10