(„Ninja Slayer From Animation“ directed by Akira Amemiya, 2015)

Ninja SlayerSeitdem seine Frau und sein Kind von Ninjas getötet wurden, ist der einfache Angestellte Kenji Fujikido nicht besonders gut auf Ninjas zu sprechen. Aber erst, als er von der mächtigen Ninja Soul Naraku ergriffen wird, bietet sich ihm die Möglichkeit, sich für das begangene Unrecht zu rächen. Und so begibt er sich auf den Weg, um alle bösen Ninjas dieser Welt zu vernichten – ohne dabei auf die sich gehörende Etikette zu verzichten.

Ninja Slayer From Animation ist einer dieser Animes, bei denen man sich nie so ganz sicher sind, ob sie für einen selbst oder für ein tatsächliches Publikum produziert wurden. Basierend auf einer Romanreihe der amerikanischen Autoren Bradley Bond und Philip „Ninj@“ Morzez folgt die fürs Internet produzierte Serie dem Motto: je durchgeknallter, umso besser. Aber auch: je billiger, umso besser.

Ein Wunder ist das nicht, hat das Animationsstudio Trigger drei Jahre zuvor bei Inferno Cop doch eine ganz ähnliche Strategie gefahren. Im Klartext bedeutet das hier, dass ein absonderlicher Gegner nach dem anderen folgt, es bei den Metzeleien riesige Blutfontänen gibt, die ebenso billig aussehen wie die häufigen Explosionen und Feuer, dazu ein fetter Soundtrack und das nostalgisch stimmende 4:3-Bildformat. Und Animationen, bei denen das Adjektiv „limited“ noch geschmeichelt wäre: Eigentlich werden nur unbewegliche Figuren in der Seitenansicht durchs Bild geschoben, manchmal auch geworfen. Dieses Mal bauten die Japaner zwar noch „richtige“ Animesequenzen ein, die aber – vermutlich gewollt – nicht wirklich hineinpassen und auch selbst nicht besonders gut aussehen. So wie hier nichts gut aussieht, man zwischendurch auch nahezu völlig auf Hintergründe verzichtet.

Natürlich hat das Ganze einen gewissen trashigen Charme, eine Kleinjungenfantasie, die sich nicht darum schert, wie sie aussieht und ob sie auch nur den geringsten Sinn ergibt. Das Problem bei Ninja Slayer From Animation ist jedoch, dass sich die Serie zu sehr auf diesem Konzept ausruht, nicht wirklich versucht, dieses auch mal ein bisschen zu variieren. Natürlich ist es spaßig, wenn Ninja Slayer jedes Mal übertrieben höflich seine Gegner begrüßt, bevor er sie auseinanderreißt. Diese Gegner zudem so bescheuerte Namen wie Suicide oder Beholder tragen, teils komplett groteske Spezialfähigkeiten haben – wie oft sieht man Schlangen anstelle von Armen?

Auf 26 Folgen ausgedehnt trägt das dann aber doch nicht, was einen zu Beginn durch den puren Schockeffekt fesselt, wird später zu einem kreativen Klotz am Bein. Und schlichtweg langweilig. Etwas mehr als zehn Minuten dauert jede der Episoden, weshalb man sie immer wieder zwischendurch anschauen kann. Man weiß auf Dauer nur nicht so recht, warum man das noch tun sollte. Für echten Wahnsinn fehlt hier das Wild-Entfesselte, Ninja Slayer From Animation ist bei allem Blödsinn zu kalkuliert und eintönig. Reinschauen kann man sicherlich mal, auf DVD zu Hause haben muss man das Ganze aber nicht, da ist das kürzere und in sich stimmigere Inferno Cop trotz allem die bessere Wahl.



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Ninja Slayer From Animation
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Ninja Slayer From Animation
Viel Gewalt, viel Wahnsinn, kaum Animationen – die Romanadaption „Ninja Slayer From Animation“ setzt komplett auf den eigenen trashigen Charme, was anfänglich auch funktioniert, auf Dauer aber letztendlich ziemlich langweilig wird.
4von 10

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