Black Bullet
© 2013 Shiden Kanazaki/Published by Kadokawa Corporation Ascii Media Works/Black Bullet Commitee.

(„Black Bullet“ directed by Masayuki Kojima, 2014)

Black Bullet
„Black Bullet“ ist auf zwei Volumes verteilt auf DVD und Blu-ray erhältlich

Als die Welt im Jahr 2021 von dem sich rasend schnell ausbreitenden Gastrea-Virus befallen wird, hat das katastrophale Folgen für die Menschheit. Wer die Epidemie überlebte, war gezwungen fortan hinter Mauern zu leben, welche den Virus in Schach halten. Doch selbst innerhalb der Stadt sind sie nicht völlig vor dem Parasiten gefeit, denn manche Kinder werden mit dem Virus geboren. Anders als die vorherigen Opfer sind die sogenannten „verfluchten“ Kinder aber in der Lage, den Virus zu kontrollieren und dabei übermenschliche Kräfte zu entwickeln. Kräfte, welche die Menschen nutzen, um ausgerechnet gegen Gastrea bestehen zu können.

Ein Virus, der Menschen zu Monstern mutieren lässt und die Bevölkerung dazu zwingt, sich hinter Mauern zu barrikadieren, das ist eigentlich das klassische Szenario eines Zombiefilms. Anders als dort ist der Virus in der Verfilmung von Shiden Kanzakis gleichnamiger Light Novel aber eben nicht nur Bedrohung, sondern auch ein Mittel gegen genau diese Bedrohung. Das führt zu einem etwas anderen Umgang mit der Thematik, verständlicherweise auch zu interessanten Konflikten. Wie mit Kindern umgehen, die Teil der Katastrophe sind, gleichzeitig aber auch unsere Hoffnung?

Die Antwort bei Black Bullet fällt leider jedoch sehr viel weniger interessant aus als die Frage, am Ende läuft es – mal wieder – auf ein Plädoyer hinaus, dass andersartige Menschen doch auch akzeptiert werden sollten. Schon Hamatora litt darunter, dass eine reizvolle Idee in Klischees und Allgemeinplätzen endete, bei Black Bullet ist das noch ein bisschen ausgeprägter. Dieses Mal sind nämlich auch die Figuren trotz ihrer zum Teil kuriosen Superfähigkeiten kaum erwähnenswert, rekrutieren sich aus Stereotypen, wie sie in Animes und Mangas häufig vorkommen.

Dies mag auch an den begrenzten Raum liegen: 13 Episoden sind nicht unbedingt viel, um Figuren und Geschichte zu entwickeln, gerade auch wenn die Vorlage nicht einmal abgeschlossen ist. Dies hat dann zur Folge, dass Regisseur Masayuki Kojima, den man am ehesten durch seine Urasawa-Verfilmungen Monster und Master Keaton oder den Film Piano Forest kennt, sich doch sehr hetzen muss. Manchen Zuschauer wird das hohe Tempo sicher freuen. Nur hat es eben auch den unschönen Effekt, dass Black Bullet recht sprunghaft und wirr ist, viele Aspekte nicht wirklich ausgearbeitet werden können, einem die Charaktere nicht unbedingt ans Herz wachsen.

Immerhin sieht Black Bullet dabei recht ordentlich aus. Die Zusammenarbeit des Studios Kinema Citrus (Barakamon, Tokyo Magnitude 8.0) und der CGI-Experten von Orange wird für ihre Animationen zwar nicht unbedingt Schönheitspreise gewinnen. Das Zusammenspiel von traditionellem Zeichentrick und Computergrafiken funktioniert hier aber besser als bei vielen Konkurrenzprodukten. Das gleicht zwar den allmählichen Qualitätsverfall nach dem neugierig machenden Auftakt nicht ganz aus, ansehen kann man sich den Anime aber zumindest.



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„Black Bullet“ beginnt mit einigen interessanten Ideen, die aufgrund des hohen Tempos jedoch kaum vertieft werden. Später beschränkt sich der optisch ordentliche Anime zudem auf Klischees, ihr Potenzial schöpft die Serie nie so wirklich aus.
5
von 10