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(„Zur Hölle mit den Paukern“ directed by Werner Jacobs, 1967)

Luemmel von der ersten Bank

„Zur Hölle mit den Paukern“ ist seit 12. Dezember in der Box „Die Lümmel von der ersten Bank“ erhältlich

So ein Schüler hat’s schon schwer, aber auch Lehrer können einem manchmal leid tun. Mit seinen permanenten Streichen bringt der Jugendliche Pepe Nietnagel (Hansi Kraus) den Oberstudiendirektor Dr. Gottlieb Taft (Theo Lingen) und das gesamte Kollegium an den Rand des Nervenzusammenbruchs. Teils aus Notwehr, weil die Pauker ihn und seine Kameraden auf dem Kieker haben. Teils aber auch aus purer Freude am Ärgern. Dies ändert sich jedoch, als Studienrat Dr. Albert Kersten (Günther Schramm) ans Mommsen-Gymnasium versetzt wird, und der seinen Schülern tatsächlich auf Augenhöhe begegnet. Und auch die Austauschschülerin Geneviève Ponelle (Hannelore Elsner) sorgt für eine Menge Bewegung im Haus von Familie Nietnagel.

Man liebt sie oder hasst sie, Kultstatus genießen die Lümmel von der ersten Bank aber auch bald 50 Jahre nach ihrem Entstehen. Ein wirklicher Überraschungserfolg war die Reihe jedoch nicht, vorher hatte der Filmproduzent Franz Seitz junior schon mit den Lausbubengeschichten und den diversen Fortsetzungen für pralle Kinokassen gesorgt. Nachdem diese aber so langsam ihr Ende erreichten, musste Ersatz her – und den fand Seitz in dem Roman „Zur Hölle mit den Paukern“ von Herbert Rösler.

Dass die Verfilmung der Schulsatire zum Publikumsmagnet werden würde, stand für Seitz fest, denn er sicherte sich nicht nur die Rechte an der Verfilmung, sondern auch für weitere Fortsetzungen mit den Charakteren, selbst ohne literarische Vorlage. Und der Filmemacher sollte damit Recht behalten: Zur Hölle mit den Paukern lockte über 6 Millionen Menschen in die Kinos – was heutzutage Filmen wie Fack ju Göhte oder Der Hobbit vorbehalten ist – und zog sechs Fortsetzungen nach sich.

Dabei ist Zur Hölle mit den Paukern im Grunde nichts anderes als zuvor die Lausbubengeschichten, nur dass man jetzt nicht mit in der bayerischen Provinz, sondern in einer Schule unterwegs war und zum Wohle eines größeren Publikums Hochdeutsch gesprochen wurde. Noch immer drehte sich hier alles um harmlose Streiche von gewitzten Jungs, die heute kaum mehr zum Lachen anregen. Ein falscher Feuerwehralarm, verschlossene Lehrertoiletten, unfreiwillige Entkleidungen – es hat schon seinen Grund, warum der Film seinerzeit eine Freigabe ab 6 Jahren erhielt.

Auch hinter den Kulissen setzte man auf Kontinuität, die Regie übernahm Werner Jacobs, welcher sich schon für diverse Ludwig-Thoma-Verfilmungen verantwortlich zeigte. Vor allem aber spielte auch hier Hansi Kraus die Hauptrolle und wiederholte ohne große Änderung seine beliebte Figur des aufmüpfigen Jungen, nur unter anderem Namen. Dass er als einziger im Ensemble mit bayerischem Dialekt sprach, wurde dann einfach so erklärt, dass er zuvor Schüler in einem bayerischen Internat gewesen sein soll.

Der Reiz liegt dann auch dieses Mal weniger in den müden Witzchen als vielmehr dem Drumherum. Lokalkolorit wie in Lausbubengeschichten gibt es hier natürlich keins, das wurde sorgsam weggebügelt. Doch als Zeitdokument haben die Lümmel noch einiges zu erzählen. Ob es die beschwingte Musik ist, Frisur und Kleidung, die Geschlechterrollen – Zur Hölle mit den Paukern ist ein Bilderbucheintrag zu den späten 60ern, dazu gibt es vereinzelt Kommentare zur Gesellschaft, welche sehr schön den damaligen Zeitgeist wiedergeben. Relevant ist das für heutige Zuschauer natürlich weniger, weshalb die Wiederveröffentlichung im Rahmen der Box Lümmel von der ersten Bank kaum neue Fans anziehen wird. Historisch interessierte und vor allem Nostalgiker dürfen sich aber freuen, dass die sieben Teile hier nun gesammelt vorliegen.

Zur Hölle mit den Paukern
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Zur Hölle mit den Paukern
Gewitzte Schüler zeigen den Lehrern, wer hier das Sagen hat. Das zieht noch immer, auch wenn die harmlosen Witzchen der späten 60er heute niemanden mehr so richtig zum Lachen bringen werden. Interessant ist „Zur Hölle mit den Paukern“ aber zumindest noch als Zeitdokument, welches trotz des banalen Inhalts einiges über die späten 60er zu erzählen hat.
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