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© ZDF/ Maximilian König/ Sofie Gheysens/ Karl Kürten

Die Düsteren

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„Die Düsteren“ // Deutschland-Start: 21. Oktober 2026 (ZDFneo)

Inhalt / Kritik

Als Soma (Lisa-Marie Koroll) zusammen mit Paula (Melodie Simina) und Flynt (Ivo Kortlang) zu einer Nordseeinsel reist, dann um dort eine schöne Zeit zu haben. Zumindest ist es das, was die beiden anderen denken. Doch im Geheimen verfolgt Soma ein anderes Ziel: Sie sucht noch immer ihre Eltern, einem Hinweis folgend hofft sie, diese dort endlich zu finden. Während sie ihre Nachforschungen betreibt, lernt sie den jungen Polizisten Till (Ludger Bökelmann) kennen, der ihr mit einem Tipp weiterhilft. Später führt sie ein mysteriöses Leuchten ins Watt, wo sie eine seltsame Erfahrung macht. Zur gleichen Zeit kämpft der Campingbesitzer Ben Sandmann (Max Riemelt) darum, Bürgermeister zu werden, und macht seinerseits eine unerklärliche Erfahrung ….

Ein doppeltes Rätsel

Dieses Jahr hat ZDFneo wieder eine ganze Reihe eigener Serien an den Start gebracht. Dabei setzte man bei den deutschen Serien wieder auf möglichst viel Vielfalt. Da war beispielsweise die Komödie SPYON um mehrere Leute, die auf einen Job beim Bundesnachrichtendienst hoffen, dabei aber nicht so wirklich dafür geeignet sind. Deutlich düsterer wurde es beim Thriller Serial Cleaner, wo eine Reinigungskraft ungewollt zu einer Tatortreinigerin wird, um ihre kranke Tochter zu retten. Mit Die Düsteren kommt jetzt eine weitere Thrillerserie hinzu, wobei man hier schon in eine andere Richtung geht. Denn während die obige in der Realität verhaftet ist – oder zumindest so tut als ob –, da wird hier ausgiebig mit fantasievollen Elementen gearbeitet.

Die erste der sechs Folgen lässt dabei noch offen, worum es eigentlich geht. Das startet recht brutal, bevor dann erst einmal die Figuren eingeführt werden. Aber schon diese brutale Szene gibt Hinweise darauf, was der Clou der Serie ist. Vergleichsweise früh löst Die Düsteren das grundsätzliche Rätsel: Die Geschichte handelt davon, dass – Vorsicht Spoiler – Doppelgänger von Menschen auf der Insel auftauchen. Woher diese kommen, ist zunächst unklar, auch warum es sie gibt. Dennoch, die Serie ist weniger daran interessiert, das Publikum bis zum Schluss auf die Folter zu spannen, worum es bei diesen mysteriösen Vorkommnissen geht. Der Rätselanteil nimmt im weiteren Verlauf deutlich ab, was manche vor den Bildschirmen enttäuschen könnte.

Viel Stoff zum Nachdenken

Das bedeutet aber nicht, dass die Serie dann nichts mehr zu erzählen hat oder es nichts mehr gibt, worüber das Publikum nachgrübeln kann. Tatsächlich bietet Die Düsteren für eine deutsche Produktion überraschend viele Grundlagen für philosophische Überlegungen. Ein wichtiges Thema ist dabei das der Identität. Eine der Thesen ist, dass wir immer das Ergebnis der Entscheidungen sind, die wir in unserem Leben treffen. Das schafft schon einiges an Identifikationsfläche. Wer hat nicht schon darüber nachgedacht, ob das eigene Leben anders verlaufen wäre, wenn wir an einem bestimmten Punkt eine andere Wahl getroffen hätten? Das Besondere hier ist, dass eben diese Entscheidungen hier konkrete Auswirkungen haben. Wir haben es also mal wieder mit einer Geschichte rund um Parallelwelten zu tun.

Das hört sich vielleicht ein wenig verkopft an. Tatsächlich kann man die Serie, die beim Filmfest Hamburg 2026 Premiere feierte, aber auch gut ohne viel Gehirnarbeit anschauen. Die Düsteren bietet beispielsweise bei der Optik genug, wenn die düsteren Watt-Szenen mit dem ansonsten freundlichen Setting kontrastiert werden. Spannend ist das auch durchaus, da es hier doch einige brenzlige Szenen gibt, bei denen tatsächlich offen ist, wie sie am Ende ausgehen werden. Die Ereignisse auf der Insel sind nicht nur mysteriös, es geht auch böse zu. Das funktioniert alles ganz gut, besser als so manch anderer deutschen Produktion aus dem Genre. Die eigentliche Qualität liegt aber wie gesagt in dem Zusammenspiel aus den herkömmlichen Genrezutaten und den grundsätzlichen Fragen, die diese Begegnung mit dem eigenen Ich aufwirft.

Credits

OT: „Die Düsteren“
Land: Deutschland
Jahr: 2026
Regie: Lea Becker
Drehbuch: Arne Nolting, Jan Martin Scharf
Idee: Arne Nolting, Jan Martin Scharf
Musik: Karwan Marouf
Kamera: Karl Kürten
Besetzung: Lisa-Marie Koroll, Max Riemelt, Melodie Simina, Ivo Kortlang, Ludger Bökelmann, Mona Pirzad, Karsten Antonio Mielke, Corinna Kirchhoff, Kristin Suckow, Yung Ngo

Bilder

Trailer

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Die Düsteren
fazit
In „Die Düsteren“ kommt es auf einer Nordseeinsel zu einer Reihe eigenartiger bis böser Begegnungen. Der Mysterythriller ist durchaus sehenswert, selbst wenn viele Fragen frühzeitig beantwortet werden. Neben den schicken Settings gibt es noch philosophische Überlegungen unter anderem zu Identität und wie wir das Ergebnis unserer Entscheidungen sind.
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