
Für Kater Tom wäre es die Möglichkeit gewesen, sich zu beweisen, als er die Stelle als Sicherheitsmann in einem Museum annimmt. Dummerweise hat es jedoch sein Erzrivale, die Maus Jerry, ebenfalls auf dieses Museum abgesehen. Genauer will sie den Astral-Kompass stehlen, ein antikes Artefakt, um das sich zahlreiche Legenden ranken. Dass es bei diesem Interessenskonflikt bald zu einem gewaltigen Konflikt kommt, ist klar. Das sind die zwei schließlich gewöhnt. Völlig unerwartet ist jedoch, dass sie bei dem Gerangel ein Portal zum alten China öffnen. Die Ankunft der beiden bleibt nicht lange unbemerkt, schließlich sind sowohl der Phönix-Meister und seine Helfer als auch die verwunschene Mega-Ratte und ihr Ratten-Clan hinter dem Kompass her …
Rückkehr eines Kult-Duos
Kaum ein Zeichentrick-Duo ist so ikonisch wie Tom und Jerry. Insgesamt 161 Kurzfilme wurden zwischen 1940 und 1967 für das Kino produziert, die meistens handelten davon, wie der Kater die Maus zu fangen versucht. Später kamen noch diverse weitere Titel hinzu, darunter mehrere TV-Serien und Direct-to-Video-Filme. Zweimal gab es sogar ausgewachsene Kinofilme um die beiden Kultfiguren. Sehr viel Glück hatte man damit aber nicht. Sowohl der klassische Zeichentrickfilm Tom & Jerry – Der Film (1992) wie auch der Live-Action-CGI-Mix Tom & Jerry (2021) wurden in den Kritiken verrissen. Und selbst wenn der zweite ordentliche Summen einspielte, gerade im zeitlichen Kontext der Corona-Pandemie: Lust auf mehr machte das nicht. Und so hat der dritte Langfilm Tom und Jerry: Der verlorene Kompass auch nichts mit dem Werk zu tun.
Tatsächlich geht der Film gleich in zweifacher Hinsicht völlig neue Wege. Zum einen handelt es sich um den ersten reinen CGI-Film rund um das bewährte Duo. Zum anderen haben wir es hier mit einer US-amerikanisch-chinesischen Coproduktion zu tun. Die Herkunft ist dabei auch kaum zu übersehen. Während der Einstieg um das Museum noch universell genug ist, um praktisch überall spielen zu können, tauchen wir anschließend ein in die Mythologie aus dem Reich der Mitte. Tom und Jerry: Der verlorene Kompass arbeitet dann mit Fabelwesen, die man eher nicht in einer Geschichte um dieses Duo erwarten würde. Klar, realistisch waren die Kurzfilme nie. Und es gab auch durchaus Abenteuer, die mit Fantasyelementen arbeiteten. So ausgeprägt wie hier wurde es aber selten.
Fremdkörper im eigenen Film
Das wird sicherlich nicht allen gefallen. Tatsächlich ist der Kontrast zwischen den kultigen Zeichentrickhelden und dem Setting, in dem sie auftreten, schon extrem groß. Es gelingt Tom und Jerry: Der verlorene Kompass nicht wirklich, die beiden grundverschiedenen Elemente sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Das geht vor allem zu Lasten der beiden Titelhelden, die hier zwischendurch immer mal wieder wie Gaststars wirken, nicht wie Protagonisten. Schade ist zudem, dass bei dem Abenteuer die Sachen, die wir eigentlich mit diesem Franchise in Verbindung bringen, also die Rivalität der zwei Figuren, später stark reduziert wird. Auch das ist in früheren Filmen schon vorgekommen. Die Kombination aus veränderten Figuren und fremden Setting führt aber dazu, dass man sich hier fragen darf: Ist das überhaupt noch Tom und Jerry?
Das heißt dann aber nicht, dass der Film deswegen schlecht ist. Tatsächlich ist das Ergebnis sehenswerter als der besagte Live-Action-CGI-Mix, der zuvor in die Kinos gekommen war. Das liegt auch an der sehr angenehmen Optik, die eine Mischung aus Realismus und Cartoon anstrebt, farbenfroh ist, ohne quietschbunt zu werden. Das geballte Chaos und der Slapstick erfreuen zudem zumindest ein jüngeres Publikum. Auch wenn Tom und Jerry: Der verlorene Kompass sicherlich nicht die Erwartungen erfüllt, die man bei den beiden hat, vielleicht sogar enttäuschend wenig mit den alten Kurzfilmen gemeinsam hat, für sich genommen ist das hier ein durchaus solider Animationsfilm, mit dem man sich die Zeit vertreiben kann.
OT: „Mâo Hé Lâoshâ: Xîng Pán Qí Yuán“
IT: „Tom and Jerry And The Forbidden Compass“
Land: China, USA
Jahr: 2025
Regie: Gang Zhang
Drehbuch: Gang Zhang
Musik: Mike Reagan, Vivek Maddala, Hank Lee
Animation: Origin Animation
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