Youll Never Find Me
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You’ll Never Find Me

„You’ll Never Finde Me“ // Deutschland-Start: 10. Mai 2024 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Es ist eine stürmische Nacht draußen, bei der niemand vor die Türe geht. Erst recht nicht Patrick (Brendan Rock), der es sich mit einer Flasche Whiskey in seinem kleinen Trailer gemütlich gemacht hat, während das Radio ein paar alte Lieder spielt. Auf einmal klopf es an seine Tür und draußen steht eine junge Frau (Jordan Cowan), die ihn darum bittet, einen kurzen Moment seinen Trailer betreten und sein Telefon benutzen zu dürfen. Drinnen eröffnet ihr Patrick, dass um diese Zeit der Trailerpark abgeschlossen sein wird, erst recht bei diesem heftigen Sturm und er selbst leider kein Telefon besitzt. Als seine Besucherin wieder gehen will, um sich woanders Hilfe zu holen, hält Patrick sie zurück, bietet ihr trockene Kleider, eine Dusche und sogar etwas zu essen an, da es wohl eine Weile dauern wird, bis der Sturm sich legt. Zögernd nimmt die Frau sein Angebot an und während vor der Tür das Unwetter weiterhin wütet, kommt es zu einem Gespräch zwischen den beiden, während dessen sich dunkle Abgründe auf beiden Seiten offenbaren.

Schlafwandler

Bevor sie mit ihrem ersten Spielfilm You’ll Never Find Me auf Filmfestivals wie dem Tribeca Festival für Furore sorgten, hatten Indianna Bell und Josiah Allen bereits bei Kurzfilmen zusammengearbeitet. Schon lange hatten die beiden Australier vorgehabt, einen Spielfilm zu machen, hatten aber noch nie die zündende Idee gehabt. In Interviews sagen die beiden, dass die Inspiration vor allem von den Schauspielern Brendan Rock und Jordan Cowan ausging, mit denen sie vorher schon einmal zusammengearbeitet hatten. Da sie den Fokus der Geschichte auf den beiden Hauptfiguren und damit auf ihren Hauptdarstellern lassen wollten, konstruierte Bell um die zwei Schauspieler herum die Geschichte von You’ll Never Find Me.

Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, dass You’ll Never Find Me eigentlich auf einem Kurzfilm des Regieduos basiert. Die Geschichte ist wie ein Kammerspiel angelegt und verbleibt in den beengten Räumlichkeiten von Patricks Trailer, während die Soundkulisse vor allem durch den immer stärker werdenden Sturm, den Wind und den Regen, gestellt wird. Obwohl das Setting realistisch ist, ist die Dramaturgie so angelegt, dass es immer unwirklicher wird, wie ein Albtraum der beiden Hauptfiguren, was schon vom ersten Moment an durch die Musik deutlich gemacht wird. Wie Schlafwandler gehen die zwei Figuren ihre Annäherung und die damit zusammenhängenden Phrasen durch, wobei den Zuschauern klar wird, dass sie auf einen Abgrund zusteuern. Die „red flags“ sind mehr als offensichtlich und werden durch entsprechende Andeutung noch verstärkt, sodass You’ll Never Find Me in erster Linie in der Exposition, durch seine Atmosphäre und Aspekte wie Setting und Sounddesign punktet.

Eine neue Umgebung für dein Elend

Nach einer gewissen Zeit kriegt der Film erzählerisch die Kurve und verlässt sich nicht mehr länger auf Andeutungen, was den Zuschauer sicherlich aufatmen lassen wird. Nicht nur, dass man bereits schnell ahnt, was die beiden wirklich im Schilde führen oder was sich hinter ihren kryptischen Äußerungen verbergen könnte. Wie schon erwähnt, würde You’ll Never Find Me als Kurzfilm überzeugen, doch leider geht ihm als Spielfilm nach einer Zeit die Luft aus, was das Finale nur bedingt wieder retten kann. Das Zusammenspiel von Brendan Rock und Jordan Cowan ist dabei noch der Aspekt, der das Publikum wohl beim Film bleiben lässt. Immer wieder merkt man die Dunkelheit im Herzen der beiden sowie die Angst, den geschützten Raum, den sie sich geschaffen haben, zu verlassen. Mit Metaphern und Anspielungen wissen Drehbuch und Inszenierung zu spielen, doch an einer konsequenten Dramaturgie muss man noch etwas arbeiten, oder aber an einem besseren Schnitt.

Credits

OT: „You’ll Never Finde Me“
Land: Australien
Jahr: 2023
Regie: Indianna Bell, Josiah Allen
Drehbuch: Indianna Bell
Musik: Darren Lim
Kamera: Maxx Corkindale
Besetzung: Brendan Rock, Jordan Cowan, Elena Carapetis, Angela Korng

Bilder

Trailer

Filmfeste

Tribeca Film Festival 2023
Sitges 2023

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You’ll Never Find Me
fazit
„You’ll Never Find Me“ ist eine Horrordrama, das nach einer starken Exposition seine vielen Andeutungen und Bilder nicht unbedingt gelungen zu einem spannenden Finale entwickeln kann. Indianna Bell und Josiah Allen hatten eine gute Idee, aber keiner zusammenhängende Erzählung, um diese für den Zuschauer als Spielfilm spannend zu gestalten.
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