Black Lotus
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Black Lotus

Black Lotus
„Black Lotus“ // Deutschland-Start: 25. August 2023 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Als sein Kamerad und bester Freund bei einem Einsatz ums Leben kommt, taucht der Special-Op-Soldat Matteo Donner (Rico Verhoeven) erst einmal unter, um wieder zu sich selbst zu kommen. Nicht einmal zur Beerdigung ließ er sich blicken. Als er sich später doch noch dazu aufrafft, in seine Heimatstadt Amsterdam zurückzukehren, weiß Helene (Marie Dompnier), die Witwe des Verstorbenen, dann auch gar nicht, wie sie reagieren soll. Am Ende gibt sie sich jedoch einen Ruck und lädt Matteo dazu ein, bei ihr und ihrem neuen Mann Paul (Peter Franzén) zu bleiben. Schnell lebt er sich ein, Helenes Tochter Angie (Pippi Casey) schließt den großen Fremden schnell ins Herz. Dummerweise hat Paul aber Schulden bei dem albanischen Gangsterboss Saban (Frank Grillo), der über Leichen geht, um an sein Geld zu kommen …

Der Kampf um die Schauspielkarriere

Bruce Lee, Jackie Chan, Iko Uwais, Jet Li, Jean-Claude van Damme, Steven Seagal, Chuck Norris, Scott Adkins – die Liste an Leuten, die sowohl im Kampfsport wie auch als Schauspieler Erfolge feierten, ist groß. Kein Wunder, dass immer wieder neue Männer und Frauen, die im Ring etwas erreicht haben, dies auch vor der Kamera schaffen möchten. Einer, der seit Jahren davon träumt, ist Rico Verhoeven. Als Kickboxer hat der Niederländer einiges erreicht, ist beispielsweise der aktuelle Glory-Schwergewicht-Champion. Schauspielerisch ist sein Lebenslauf hingegen ein bisschen dünn. So machte er bei mehreren unbedeutenden Titeln mit. Sein bislang größter Film war noch Kickboxer: Die Abrechnung von 2018 – und da hatte er nur eine kleine Nebenrolle. Mit Black Lotus wird nun zumindest ein Teil seines Traumes wahr, darf er in dem niederländischen Actionthriller doch die Hauptrolle übernehmen.

Traumhaft ist sein Debüt als Hauptdarsteller dabei kaum. Tatsächlich ist der Film so schwach, dass man dem Niederländer nur ein ehrliches Umfeld wünschen kann, welches ihn von seinen darstellerischen Plänen wieder abbringt. Zumindest ist da nichts in Black Lotus, das einen davon überzeugen könnte, dass er dieser Aufgabe gewachsen ist. Die Szenen, in denen es besonders menschlich werden soll, also denen mit seiner Ersatzfamilie, sind so hölzern, dass man bei Verhoeven am liebsten den Puls fühlen möchte. Nur für alle Fälle. Im Vergleich dazu ist Frank Grillo (Die Rückkehr der Manson Family, Lamborghini: The Man Behind the Legend) in der Rolle des Gangster-Stereotypen noch ein Feuerwerk der Spielfreude. Und das will was heißen bei dem US-Amerikaner, der sich für keinen schlechten B-Movie zu schade ist, bei denen er regelmäßig mitwirkt.

Wo ist die Action?

Klar kann man sagen: Ist doch egal, ob Verhoeven schauspielern kann, solange er nur kräftig zutritt. Umso irritierender ist, dass der Film ihn genau das nicht machen lässt. Bis die Geschichte mal an dem Punkt ankommt, wo es langsam zur Sache geht, ist bei Black Lotus bereits eine Stunde vorbei. Und das ist eine Menge, da der Film insgesamt nur anderthalb Stunden lang ist. Was aber bringt ein Actionthriller, der weder Action noch Thrill liefert? Dass die Geschichte an sich sterbenslangweilig ist, macht die lange Wartezeit auch nicht besser. Den nachhaltigsten Eindruck hinterlässt da noch der Einstieg. Und das auch nur, weil er besonders befremdlich ist, wenn die beiden Männer ihre enge Freundschaft damit unter Beweis stellen, dass sie Witze reißen, während sie andere erschießen.

Erst zum Ende hin gibt Regisseur Todor Chapkanov (Undisputed IV: Boyka Is Back) endlich einmal ein bisschen Gas. Dann gibt es zumindest passable Szenen, in denen Verhoeven stärker in seinem Element ist. Nur sind diese Szenen erst ziemlich spät und auch nicht wirklich lang. Noch bevor man richtig drin ist, läuft bereits der Abspann. Das ist zu wenig, um die vorausgegangene lähmende Langeweile ausgleichen zu können. Wer nicht gerade ein riesiger Fan des Niederländers ist, kann daher getrost Black Lotus ignorieren. Da kommen in diesem Segment einfach zu viele Filme heraus, als dass man mit dieser kümmerlichen Pflanze seine Zeit verschwenden müsste.

Credits

OT: „Black Lotus“
Land: Niederlande
Jahr: 2023
Regie: Todor Chapkanov
Drehbuch: Tad Daggerhart
Musik: Roel Gommans, Jules Reivers
Kamera: Ivan Vatsov
Besetzung: Rico Verhoeven, Frank Grillo, Marie Dompnier, Peter Franzén, Rona-Lee Shim’on

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Black Lotus
fazit
„Black Lotus“ richtet sich an Fans des niederländischen Kickboxers Rico Verhoeven, der hier seine erste Hauptrolle übernehmen durfte. Doch nicht einmal die werden hiermit glücklich sein. So ist der Film bereits zu zwei Dritteln vorbei, bis es endlich mal losgeht und ein bisschen gekämpft wird. Vorher gibt es nur Langeweile und einen hölzern auftretenden Amateur.
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