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The Wave – Die Todeswelle

The Wave
„The Wave – Die Todeswelle“ // Deutschland-Start: 26. Februar 2016 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Der Geologe Kristian (Kristoffer Joner) lebt mit seiner Ehefrau Idun (Ane Dahl Torp), Sohn Sondre (Jonas Hoff Oftebro) und Tochter Julia (Edith Haagenrud-Sande) in dem kleinen norwegischen Ort Geiranger, wo er in einer Forschungsstation Erdbewegungen in den Felswänden des Fjordes beobachtet. Damit soll nun Schluss sein: Der Umzug in die Stadt Stavanger ist beschlossene Sache, ein neuer Job ruft. Ausgerechnet an seinem letzten Arbeitstag macht er jedoch eine Reihe eigenartiger Beobachtungen. Während sein Vorgesetzter davon nichts wissen will, auch aus Rücksicht auf die Touristen, die sich derzeit vor Ort aufhalten, lässt die Geschichte Kristian keine Ruhe. Tatsächlich stellt er kurze Zeit später fest, dass der Berg sich in Bewegung gesetzt hat und eine Katastrophe droht …

Naturgewalt Tsunami

Dass das Wasser eine enorme zerstörerische Kraft hat, ist kein Geheimnis. Auch Katastrophenfilme haben diese immer wieder aufgenommen. Meistens handelte es sich dabei jedoch um Schiffsunglücke wie die Klassiker Die Höllenfahrt der Poseidon oder Titanic. Geschichten also, in denen wir raus aufs Meer fahren und dort der Urgewalt ausgeliefert sind. Die Vorstellung, dass Wasser auch im Inland eine Gefahr sein kann, wurde durch die verheerenden Tsunamis in Südostasien (2004) bzw. Japan (2011) selbst im vergleichsweise katastrophenarmen Europa bekannt. Insofern ist es kein Wunder, dass man auch in unseren Breiten irgendwann versuchen würde, einen entsprechenden Film zu drehen. Dass aber ausgerechnet Norwegen mit The Wave – Die Todeswelle einen Versuch starten würde, das war eher nicht abzusehen.

Die zweite Überraschung ist, dass sich der Film dabei sogar durchaus wacker schlägt. Gerade das Genre des Katastrophenfilms verbinden wir meist mit großen Effektspektakeln, die mit großem Aufwand und entsprechend hohen Kosten erzeugt werden müssen. Wie soll eine europäische Produktion mit einem Budget im einstelligen Millionenbereich da mithalten können? Doch das Ergebnis gibt Regisseur Roar Uthaug und seinem Team recht. Der Norweger, der anschließend mit Tomb Raider selbst nach Hollywood wechselte, zeigte 2015, dass eine vergleichsweise kleine Produktion durchaus mit solchen aus der Traumfabrik konkurrieren kann. Die Massen, welche über die Menschen hereinbrechen und ihnen alles abverlangen, sind so beeindruckend, dass man sich selbst daheim auf der gemütlichen Couch plötzlich ganz klein fühlt.

Eine normale Familie in einer Ausnahmesituation

Der Drang zu den großen Bildern bedeutet aber leider auch, dass inhaltlich einiges in den Hintergrund rückt. Zwar lässt sich Uthaug anfangs viel Zeit, um seine Figuren vorzustellen – eine wichtige Voraussetzung in dem Genre, um mitfiebern zu können. Schön ist dabei, dass zum einen der Protagonist kein Superheld ist, dem alles gelingt und der in jeder Situation Herr der Lage ist. Stattdessen ist er ein eher unscheinbarer Mensch, der in die Heldenrolle gedrängt wird und an mehreren Stellen überfordert ist. Außerdem wird bei The Wave – Die Todeswelle auf das Klischee verzichtet, dass die Katastrophe ein entfremdetes Paar wieder zusammenführt. Auch die tragischen Vorgeschichten, um die man heutzutage in Actionfilmen kaum noch herumkommt, sind hier nicht zu finden. Es soll vielmehr darum gehen, wie ganz normale Menschen auf einmal in eine Ausnahmesituation geraten.

Doch im weiteren Verlauf gibt es anderweitig Klischees und Konventionen, vielleicht aus dem Bedürfnis heraus, ein internationales Publikum anzusprechen. Der Film wurde seinerzeit sogar von Norwegen für die Oscars eingereicht, selbst wenn es für eine tatsächliche Nominierung nicht reichte. Gebracht hat es nichts, weshalb manche Entscheidungen im Drehbuch umso bedauerlicher sind. Da wurde schon einiges recht umständlich konstruiert, um damit Spannung zu erzeugen, auf Kosten der Glaubwürdigkeit. The Wave – Die Todeswelle hätte da schon mehr Eigenständigkeit beweisen dürfen, anstatt den US-Blockbustern hinterherlaufen zu wollen. Ansonsten ist das Actiondrama aber sehr solide und sorgt für wohligen Nervenkitzel. Übrigens: Drei Jahre später erschien mit The Quake – Das große Beben eine Fortsetzung, bei der die leidgeprüfte Familie in eine zweite Katastrophe schlitterte.

Credits

OT: „Bølgen“
Land: Norwegen
Jahr: 2015
Regie: Roar Uthaug
Drehbuch: John Kåre Raake, Harald Rosenløw-Eeg
Musik: Magnus Beite
Kamera: John Christian Rosenlund
Besetzung: Kristoffer Joner, Thomas Bo Larsen, Fridtjov Såheim, Ane Dahl Torp, Jonas Hoff Oftebro, Edith Haagenrud-Sande

Bilder

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The Wave – Die Todeswelle
Fazit
„The Wave – Die Todeswelle“ ist ein überraschend spannender und auch visuell gelungener Katastrophenfilm aus Norwegen, bei dem ein kleiner Ort von einem riesigen Tsunami begraben wird. Inhaltlich ist das Actiondrama jedoch etwas zwiespältig, wenn im weiteren Verlauf zu sehr Hollywood-Blockbuster kopiert werden und dabei die Figuren verlorengehen.
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6
von 10