Guglhupfgeschwader
© Constantin Film/Bernd Schuller

Guglhupfgeschwader

„Guglhupfgeschwader“ // Deutschland-Start: 11. August 2022 (Kino)

Inhalt / Kritik

Eigentlich könnte das Leben von Franz Eberhofer (Sebastian Bezzel) richtig gut sein. Schließlich steht sein Dienstjubiläum an. Das bedeutet nicht nur Ehre und prominente Gäste, die sich anlässlich der Feier bereits angekündigt haben. Vor allem gibt es Guglhupfe der Oma (Enzi Fuchs). Dumm nur dass alle anderen irgendwie Stress machen. Susi (Lisa Maria Potthoff) nötigt ihn zu einer Paartherapie. Seine Familie nervt mit den ganzen Lotto-Scheinen und liegt sich auch sonst in den Haaren. Rudi (Simon Schwarz) beschwert sich mal wieder über zu wenig Aufmerksamkeit, während er dauernd mit seiner neuen Freundin Theresa (Stefanie Reinsperger) herumturtelt. Und dann ist da noch der Lotto-Otto (Johannes Berzl), auf den es offensichtlich jemand abgesehen hat – was er selbst aber vehement bestreitet …

Alles wie immer

Kennt man einen, kennt man sie alle. Seitdem 2013 mit Dampfnudelblues die erste Verfilmung der Romanreihe von Rita Falk um den bayerischen Dorfpolizisten Franz Eberhofer an den Start ging, sind die provinziellen Krimikomödien zu einem Selbstläufer geworden. Nahezu jährlich kommt ein neuer Film in die Kinos. Die Einspielergebnisse haben unter der Flut nicht gelitten, regelmäßig strömen mehr als eine Million Menschen in die Lichtspielhäuser, um zu sehen, wie der grummelig-verfressene Polizist seine Fälle löst und sich mit der Familie kabbelt. Selbst Kaiserschmarrndrama, das im Corona-Sommer 2021 veröffentlicht wurde, konnte das Niveau halten. In den Jahrescharts deutscher Kinoproduktionen reichte das immerhin für Platz zwei.

Es müsste daher schon mit dem Teufel zugehen, wenn Guglhupfgeschwader, der mittlerweile achte Teil der Reihe, nicht an diese Erfolge anknüpft. Zumal an der Formel wie erwartet nicht geändert wurde. Ein Großteil der Figuren ist bereits seit dem ersten Film mit an Bord. Sonderlich weiterentwickelt haben sie sich in all den Jahren nicht. Wären da nicht kleine Veränderungen wie der älter gewordene Sohn oder der neue dreibeinige Hund, den sie Franz aufs Auge gedrückt haben, man wüsste gar nicht, dass so viel Zeit vergangen ist. Die Witze sind größtenteils auch die alten. Regisseur und Co-Autor Ed Herzog, der der Reihe ebenso lange die Treue hält, weiß, was die Zuschauer und Zuschauerinnen wollen. Und das bedeutet dann eben keine Experimente einzugehen. Da sind so viele alte Geschichten dabei, dass man phasenweise gar nicht weiß, ob das wirklich ein neuer Film ist.

Zwischen Spaß und Qual

Immerhin: Die Neuzugänge können sich sehen lassen. Wo die anderen in ihren alten Marotten feststecken, sorgen zwei Figuren für etwas frischen Wind. Stefanie Reinsperger (Tatort: Liebe mich!) als sich ständige einmischende Weltverbesserin und Johannes Berzl in der Rolle des dummdreisten Kioskbetreibers haben zwar sicherlich keine übermäßig raffinierten oder anspruchsvollen Rollen bekommen. Sie fügen sich bei Guglhupfgeschwader aber doch erstaunlich harmonisch in das über Jahre gewachsene Gefüge ein. Sie haben auch einige der größten Lacher, wenn sie bei den anderen für Irritationen sorgen. In der Welt von Rita Falk haben schließlich alle irgendwie einen Knall. Da darf und muss es untereinander ebenfalls immer mal wieder knallen. So will es das Gesetz.

Doch trotz der willkommenen Impulse: Mehr als Durchschnitt ist Guglhupfgeschwader beim besten Willen nicht. Die zwischenzeitlich netten Einfälle werden immer wieder von durch schal gewordene Wiederholungen ausgebremst. Höhepunkten wie einem absurden Showdown stehen langweilige, teils sogar qualvolle Momente gegenüber. Die Szenen mit Flötzinger (Daniel Christensen) kommen einer Körperverletzung schon recht nahe. Fans sollten sich davon nicht abhalten lassen. Wer zuvor sieben Mal über einen Witz gelacht hat, darf das natürlich auch zum achten Mal tun. Wen die vorherigen Teile nicht überzeugt haben, braucht es hingegen erst gar nicht zu versuchen. Obwohl das hier noch einer der besseren Filme ist, hat sich doch zu wenig getan, um ein neues Publikum anziehen zu können.

Credits

OT: „Guglhupfgeschwader“
Land: Deutschland
Jahr: 2022
Regie: Ed Herzog
Drehbuch: Stefan Betz, Ed Herzog
Vorlage: Rita Falk
Musik: Martin Probst
Kamera: Sebastian Edschmid
Besetzung: Sebastian Bezzel, Simon Schwarz, Lisa Maria Potthoff, Eisi Gulp, Enzi Fuchs, Gerhard Wittmann, Daniel Christensen, Stephan Zinner, Max Schmidt, Stefanie Reinsperger, Johannes Berzl

Bilder

Trailer

Kaufen / Streamen

Bei diesen Links handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diesen Link erhalten wir eine Provision, ohne dass für euch Mehrkosten entstehen. Auf diese Weise könnt ihr unsere Seite unterstützen.




(Anzeige)

Guglhupfgeschwader
Fazit
Einmal das Jahresmenü, bitte! Wer die bisherigen Filme um den Provinzpolizisten Franz Eberhofer kennt und mag, wird das auch bei „Guglhupfgeschwader“ tun. Der Rest verschwendet seine Zeit. Obwohl es dieses Mal zwei neue Figuren gibt, die für etwas frischen Wind sorgen, ist vieles doch inzwischen recht abgestanden. Da sind so viele wiederaufgewärmte Witze dabei, dass man nicht mehr weiß, ob das wirklich ein neuer Film ist.
Leserwertung213 Bewertungen
4.8
5
von 10