Backdraft – Männer, die durch Feuer gehen
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Backdraft – Männer, die durch Feuer gehen

Backdraft – Männer, die durch Feuer gehen
„Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen“ // Deutschland-Start: 22. August 1991 (Kino)

Inhalt / Kritik

Nachdem er sich viele Jahre in anderen Jobs versucht hat und sogar schon einmal die Ausbildung zum Feuerwehrmann angefangen hatte, landet Brian McCaffrey (William Baldwin) letztlich doch wieder bei der Chicagoer Feuerwehr. Ausgerechnet bei der Feuerwache seines älteren Bruders Stephen (Kurt Russell) soll er sein Training beginnen. Die Brüder trennt eine lang zurückliegende Meinungsverschiedenheit, da Brian Stephen vorwirft, sich immer in den Vordergrund zu drängen, während sein älterer Bruder in Brian einen verantwortungslosen jungen Mann sieht, der nichts in seinem Leben zu Ende bringen kann. Bereits bei den ersten Einsätzen treten die Konflikte der beiden deutlich zutage. Von diesen gibt es derweil mehr als genug, denn in Chicago kommt es zu einer Serie von Bränden, deren Opfer stets Kontakte zum Stadtrat haben. Spuren, die zur Ergreifung des Täters führen könnten, sind jedoch rar, wie selbst Ermittler Donald Rimgale (Robert De Niro) zähneknirschend feststellen muss, dessen Vermutung, es handle sich um Brandstiftung, lediglich auf einer Ahnung basiert.

Attraktion und Film

Als Ron Howards Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen Anfang der 90er in die Kinos kam, waren sich Kritik und Publikum wohl einig, dass ein Aspekt des Filmes besondere Beachtung verdiene, nämlich die Spezialeffekte. Dies hatte eine Oscar-Nominierung in den entsprechenden Kategorien zur Folge, sondern ebenso eine Attraktion auf dem Gelände der Universal Studios, die als Grundlage das Finale des Films hatte und bis 2010 betrieben wurde. In anderen Punkten fiel der Film bei der Kritik durch, wobei besonders die verworrene Story hervorgehoben wurde, was dem kommerziellen Erfolg jedoch keinen Abbruch tat.

Auch heute noch wird man als Zuschauer unter anderem die Effekte als positiv in Erinnerung behalten, denn gerade bei den Kämpfen der Feuerwehr gegen die Brandherde erhalten diese einen besonderen Stellenwert. Howards Inszenierung sowie die Bilder von Kameramann Mikael Salomon zeigen die Charaktere als so etwas wie Soldaten, die bei jedem neuen Feuer in eine Schlacht ziehen, das Feuer versuchen zu kontrollieren und letztlich Herr über dieses werden wollen, was nicht immer gelingt. Das Feuer wird immer wieder, wie es De Niros Figur erklärt, zu einem Charakter stilisiert, oder vielmehr einem Tier, was einem speziellen Rhythmus folgt und welches man verstehen muss, wenn man es kontrollieren will. Innerhalb der Geschichte hebt dies nicht nur die Idee eines jeden Einsatzes als Kampf hervor, denn darüber hinaus trägt es zur Spannung und zum Drama dieser Szenen bei.

Vertrauensbande

Jedoch verlässt sich Howards Inszenierung nicht nur auf Aspekte wie die Effekte, sondern ebenso auf ein sehr interessantes Ensemble an Schauspielern. Neben William Baldwin und Kurt Russell in den Hauptrollen verdienen ebenso Robert De Niro und Donald Sutherland (als verurteilter, psychopathischer Brandstifter) Erwähnung. In Interviews erzählt Howard stets vom Zusammenhalt der Männer, welche die Feuerwehrleute gespielt haben, der sich auch außerhalb der Kamera niederschlug. Diese Kameradschaft, kombiniert mit Punkten wie Vertrauen und Verantwortung zeigen sich hin dem Spiel der einzelnen Akteure, und tragen ihren Teil zum Drama und der Spannung einzelner Szenen bei. Gerade der Konflikt der beiden Brüder, die sich schon lange nicht mehr vertrauen können, nimmt in diesem Zusammenhang viel Raum ein und wird von Russell wie auch Baldwin glaubhaft gespielt.

In gewisser Weise ist Backdraft ein früher Vertreter des 90er-Blockbusters, dessen Heldenverehrung und der entsprechende Fokus auf Pathos für dieses Jahrzehnt (wie auch später) keine Seltenheit war. Die bereits erwähnte Inszenierung betont dies immer wieder, insbesondere die Montage der Arbeit der Feuerwehrleute und deren unterschiedlichen Einsätze. Mag man über diesen Aspekt vielleicht noch hinwegsehen können, gilt dies nicht für die aufgeplusterte Geschichte an sich, die nicht nur mit über zwei Stunden schlichtweg zu lang geraten ist, sondern sich auch nicht entscheiden kann, ob sie nun das Drama der beiden Brüder, die Ermittlung zu den Brandstiftungen oder die Konflikte innerhalb der Feuerwehrleute in den Fokus rücken soll.

Credits

OT: „Backdraft“
Land: USA
Jahr: 1991
Regie: Ron Howard
Drehbuch: Gregory Widen
Musik: Hans Zimmer
Kamera: Mikael Salomon
Besetzung: Kurt Russell, William Baldwin, Robert De Niro, Donald Sutherland, Jennifer Jason Leigh, Scott Glenn, Rebecca De Mornay, J. T. Walsh

Trailer

Filmpreise

Preis Jahr Kategorie Ergebnis
Academy Awards 1992 Bester Ton Gary Summers, Randy Thom, Gary Rydstrom,  Glenn Williams Nominierung
Bester Tonschnitt Gary Rydstrom, Richard Hymns Nominierung
Beste Spezialeffekte Mikael Salomon, Allen Hall, Clay Pinney, Scott Farrar Nominierung
BAFTA 1992 Beste Spezialeffekte Mikael Salomon, Allen Hall, Clay Pinney, Scott Farrar Nominierung

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Backdraft – Männer, die durch Feuer gehen
Fazit
„Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen“ ist eine Mischung aus Actionthriller und Drama, bei dem speziell die Effekte sowie die Schauspieler eine Erwähnung wert sind. Zwar hätte Ron Howards Film von einem besseren Fokus und etwas weniger Laufzeit sicherlich profitiert, doch dafür entschädigen vor allem die packend inszenierten Kämpfe der Feuerwehrleute gegen Brände.
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