Press Play and Love Again

Press Play and Love Again

„Press Play and Love Again“ // Deutschland-Start: 16. Juni 2022 (Kino)

Inhalt / Kritik

Als Laura (Clara Rugaard) in einem Musikladen Harrison (Lewis Pullman) über den Weg läuft, knistert es sofort zwischen den beiden. Schon länger hat sie Gefühle für den Bruder ihrer besten Freundin Chloe (Lyrica Okano), brachte es aber nicht übers Herz ihn anzusprechen. Dabei wird ihr Mut belohnt. Zwar werden sie sich zunächst nicht so ganz einig, was ihren jeweiligen Geschmack angeht. Dennoch verbringen die zwei den folgenden Sommer zusammen und erleben eine traumhafte Zeit. Um sich in Zukunft an diese zurückerinnern zu können, nehmen sie ein ganz persönliches Mixtape auf. Darauf enthalten sind Lieder, die sie mit besonderen Momenten verbinden, die sie gemeinsam erlebt haben. Dabei ahnen sie nicht, welche Bedeutung es später einmal haben wird, als die noch junge Beziehung der beiden auf abrupte Weise endet und die Kassette Lauras einziges Mittel ist, die Vergangenheit am Leben zu erhalten …

Lesen auf eigene Gefahr

Press Play and Love Again ist einer dieser Filme, bei denen es schwierig ist, etwas über ihn zu schreiben, ohne dabei gleich einiges zu spoilern. Zwar verrät die offizielle Inhaltsangabe des deutschen Verleihs, was das Thema der Geschichte ist und was es genau mit diesem Mixtape auf sich hat. Doch dieser Wendepunkt tritt erst ein, als bereits rund ein Drittel der Laufzeit rum ist. Hinzu kommt, dass es sogar zwei Wendungen sind, von denen besonders der zweite sehr überraschend kommt. Wer nicht zu viel erfahren möchte, sollte daher die nächsten Absätze auslassen und sich auf das Fazit beschränken: Es handelt sich hier um eine sympathische romantische Tragikomödie, die später auf originelle Weise Genreelemente einbaut, wenn Laura um ihre große Liebe kämpft.

Der Clou bei der Geschichte wird dabei durch den Titel schon ein wenig vorweggenommen: Press Play and Love Again ist eine Zeitreisegeschichte, bei der das gemeinsam aufgenommene Mixtape eine wichtige Rolle spielt. Genauer kommt Harrison nach einem Drittel des Films ums Leben. Jahre später packt die noch immer trauernde Laura dieses Tape aus und stellt beim Abhören fest, dass sie durch dieses in die Vergangenheit reisen kann. Genauer findet sie sich in dem Moment wieder, in dem dieses Lied eine Bedeutung hatte, zum Beispiel bei einer Szene am Strand oder auf einer Party. Da diese Lieder aber naturgemäß nur wenige Minuten lang sind, bleibt entsprechend wenig Zeit mit dem Verstorbenen. Anstatt diese wenige Zeit zu genießen, ist Laura fest entschlossen, das Leben von Harrison zu retten, indem sie die Vergangenheit ändert.

Der Kampf ums Happy End

Das hat ein bisschen was von den Zeitschleifenfilmen, in denen die Protagonisten und Protagonistinnen im Trial-and-Error-Verfahren eine Situation zu retten. Happy Deathday und Edge of Tomorrow fallen einem an dieser Stelle beispielsweise ein. Ein großer Unterschied ist jedoch, dass Harrison sich an diese Momente, in denen Laura von seinem kommenden Tod erzählt, von Lied zu Lied erinnert. Wo sonst bei diesen Filmen die Hauptfigur allein auf weiter Flur ist, da sind die anderen in Press Play and Love Again durchaus beteiligt. Das macht die Geschichte aber nicht einfacher, da die Mitwissenden selbst keinen Einfluss haben auf das Geschehen. Es läuft also doch darauf hinaus, dass nur Laura es in der Hand hat, ein Happy End herbeizuführen.

Richtig plausibel ist das nicht. Tatsächlich ergibt vieles von dem, was in Press Play and Love Again geschieht, keinen Sinn. Zum Teil bringt das Motiv der Zeitreise dieses natürlich mit sich. Solche Filme haben fast immer irgendwo größere Logiklöcher, weshalb man es sich da bald angewöhnt, ein wenig großzügiger zu sein. Hier ist das aber noch einmal deutlich ausgeprägter als bei der Konkurrenz. Regisseur und Co-Autor Greg Björkman kümmerte es offensichtlich nicht sonderlich, wenn da vieles nicht so wirklich zusammenpasst oder nur sehr dürftig abgehandelt wird. Dass Laura durch ihr Eingreifen auch ungewollte Folgen provoziert, taucht irgendwann einfach auf, ohne dass die Zusammenhänge klar sind. Danach ist es gleich wieder vergessen.

Sympathisch und rührend

Was dem Film an Konsequenz und Logik mangelt, das macht er aber durch umso mehr Charme wieder wett. Das liegt nicht zuletzt auch am Paar selbst: Clara Rugaard (I Am Mother) und Lewis Pullman (Top Gun: Maverick) sind zusammen so sympathisch und rührend, dass man sich auch eine „normale“ Liebeskomödie mit den beiden anschauen würde. Wer solche mag, sollte trotz der ungewohnten Stolpersteine reinschauen. Press Play and Love Again geht zu Herzen, verwöhnt mit schönen und entspannten Bildern, sorgt gleichzeitig für eine wohlige Spannung, wenn die Mission Lebensrettung mit einer zeitlichen Dringlichkeit einhergeht. Schließlich muss es Laura schaffen, die Vergangenheit zu verändern, bevor diese verloren ist.

Credits

OT: „Press Play“
Land: USA
Jahr: 2022
Regie: Greg Björkman
Drehbuch: Greg Björkman, James Bachelor
Musik: Eldad Guetta
Kamera: Luca Del Puppo
Besetzung: Clara Rugaard, Lewis Pullman, Lyrica Okano, Christina Chang, Matt Walsh, Danny Glover

Bilder

Trailer

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Press Play and Love Again
Fazit
„Press Play and Love Again“ beginnt als schöne Liebeskomödie, bevor sie sich auf einmal anderer Elemente bedient. Das ist sympathisch und charmant, später auch spannend, wenn eine Frau um ihre junge Liebe kämpfen muss. Man darf jedoch keinen Anspruch an eine etwaige Logik haben, der Film ergibt an vielen Stellen keinerlei Sinn.
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