Kritik

No I dont want to Dance

„No, I Don’t Want to Dance!“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Missverständnisse können peinlich sein, irgendwie komisch oder auch tragisch. Im Fall von No, I Don’t Want to Dance! trifft alles zu. Andrea Vinciguerra erzählt in seinem rund drei Minuten langen Animationsfilm von einer Reihe von Unglückspilzen, die aus den verschiedensten Gründen in Lebensgefahr geraten. Mal droht jemand zu ertrinken, dann wiederum steht jemand in Flammen oder ist dabei zu ersticken. Die Leute drumherum nehmen das durchaus wahr, interpretieren die eigenartigen Verrenkungen jedoch jeweils als Tanzbewegungen, welche sie freudig nachmachen – und dabei völlig den Ernst der Lage verkennen.

Komisch und morbide
Daraus kann man, wenn man möchte, eine Gesellschaftskritik ableiten, werden hier doch Menschen gezeigt, denen es offensichtlich an Einfühlungsvermögen fehlt und die es verlernt haben, genauer hinzusehen. Man kann aber auch einfach nur seinen Spaß an dem Kurzfilm haben, der ebenso bizarr wie morbide ist und derzeit von einem Filmfest zum nächsten gereicht wird. Vor allem die Optik trägt dazu bei, dass man hier gerne zusieht, wenn kurios gestaltete Figuren mithilfe der Stop-Motion-Technik animiert werden. Sowohl die Todeskämpfe wie auch die davon inspirierten Tänze sehen drollig aus, umso mehr, da alle irgendwie etwas unbeholfen sind und dämlich dreinschauen.

Credits

OT: „No, I Don’t Want to Dance!“
Land: UK
Jahr: 2019
Regie: Andrea Vinciguerra
Drehbuch: Andrea Vinciguerra
Musik: Pietro Ventimiglia
Kamera: Jamie Kennerley, Thomas Wootton

Film

Filmfeste

Sundance 2020
SXSW 2020
Annecy 2020



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No, I Don’t Want to Dance!
3.75 (75%) 24 Artikel bewerten

No, I Don't Want to Dance!
„No, I Don't Want to Dance!“ zeigt uns eine Reihe von Leuten, deren Todeskämpfe als Tänze missverstanden werden – was ebenso morbide wie komisch ist. Aber auch der lustigen Stop-Motion-Optik wegen sollte man sich diesen Kurzfilm einmal schauen.
7von 10

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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