Terminator Dark Fate

„Terminator: Dark Fate“ // Deutschland-Start: 24. Oktober 2019 (Kino)

Es war ein Tag wie jeder andere im Leben von Dani Ramos (Natalia Reyes). Zumindest sah es anfangs danach aus. Doch erst wird sie von einem Unbekannten (Gabriel Luna) mit riesigen Kräften bei der Arbeit angegriffen, dann taucht die ebenso unbekannte Grace (Mackenzie Davis) vor ihr auf und rettet ihr das Leben. Wirklich gebannt ist die Gefahr damit aber noch nicht, denn der Angreifer scheint kein normaler Mensch zu sein und nimmt die Verfolgung auf. Aber was genau ist das? Und warum will es sie unbedingt töten? Zum Glück erhalten sie bald unerwartete Unterstützung, denn im Kampf gegen den Killer können sie jede Hilfe brauchen, die sie kriegen können …

Was passiert, wenn man eine einst große Serie wieder und wieder in Sand setzt, bis einem irgendwann die Fans davonlaufen? Ganz einfach: Man geht wieder komplett auf Anfang. Halloween letztes Jahr setzte da einfach mal als Fortsetzung des 40 Jahre zuvor erschienenen ersten Teils an und ignorierte den kompletten Rest des Franchises. Tat so, als hätte es sie nie gegeben. Nach dem gleichen Prinzip wird jetzt auch bei Terminator: Dark Fate verfahren. Während Terminator (1984) und Terminator 2 – Tag der Abrechnung (1991) als Klassiker gelten, wurde mit den folgenden Filmen niemand wirklich glücklich. Nach dem kommerziellen Misserfolg des eigentlich als Neustart geplanten Terminator: Genisys tat man es den Horrorkollegen daher gleich: Kanon sind jetzt nur noch die zwei ersten Filme, die restlichen haben nicht mehr stattgefunden.

Ich bin zurück!
Damit das mit der Rückbesinnung auch wirklich funktioniert, orientierte man sich kräftig an den Ursprüngen. Nicht nur, dass wie erwartet Arnold Schwarzenegger wieder mit von der Partie ist, auch Linda Hamilton kehrt zur Reihe zurück, nach 28 Jahren Abstinenz. Selbst James Cameron, der seinerzeit die ersten zwei Filme inszenierte, ist an Terminator: Dark Fate beteiligt, wenn auch nur in begrenzter Form. Während er sich auf Storyinput und Produktion beschränkte, überließ er den Regiestuhl Tim Miller. Dass der sich auf Anspielungen versteht, hat er in Deadpool mehr als genügend bewiesen. Und auch hier gibt es die in Massen: Selbst wenn grundsätzlich Neueinsteiger willkommen sind, die vielen Verweise versteht natürlich nur, wer bei den Anfängen dabei war.

Manchmal ist das etwas übertrieben, Terminator: Dark Fate droht da schon zu einer reinen Fanservice-Veranstaltung zu werden. Zumal die Geschichte so schamlos von dem Anfangsszenario kopiert wurde, dass man sich fragt: Schreiben wir tatsächlich das Jahr 2019? Braucht es ein ganzes Konsortium aus Storyentwicklern und Drehbuchschreibern, nur um noch einmal dieselbe Geschichte zu erzählen, die es vor 35 Jahren schon gab? Es nach den diversen Entgleisungen, die das Franchise zu überstehen hatte, lieber etwas sicherer anzugehen, das mag verständlich sein. Und der Inhalt wird in dem Bereich ohnehin gern etwas ignoriert. Langweilig ist es aber schon, zumal auch nie ganz plausibel erklärt wird, weshalb es zu der Wiederholung der Ereignisse kommt. Einfach nur zu sagen, dass die Menschen ihre Fehler wieder und wieder machen, das ist dann doch ein bisschen wenig.

Selbst ist die Frau
Und doch, Unterhaltungsfaktor hat Terminator: Dark Fate schon. Zum einen wird der Gedanke der Reihe, Frauen nicht einfach zu hübschen Opfern zu machen, noch konsequenter fortgesetzt. Wenn Dani und Grace gegen den überstarken Roboter ankämpfen, später ergänzt um die zurückgekehrte Sarah Connor, dann ist das eine derart geballte Frauenpower, wie man sie nach wie vor nur selten auf der Leinwand zu sehen bekommt. Gekämpft wird natürlich auch sehr oft, was meistens auch gut aussieht. Wenn der flexible Angreifer aus der Zukunft mit seinem Umfeld verschmilzt, kann alles Mögliche dabei herauskommen. Ein bisschen eintönig ist es dabei irgendwie schon, wenn der Gegner unbesiegbar ist, wodurch der Ausgang jedes Mal von vornherein feststeht. Dann und wann wird der Film auch zum CGI-Overkill, gegen Ende wird es auch arg unübersichtlich. Insgesamt kann sich das aber alles sehen lassen.

Und auch der gelegentlich eingestreute Humor tut dem Film gut. Die trockenen Sprüche von Sarah Connor, die sich jenseits der 60-Jahre-Grenze nichts sagen lässt, lockern das Geschehen immer wieder auf. Und auch Arnold Schwarzenegger darf hier mal ein bisschen die reine Robo-Fassade fallen lassen. Die ganz große Rolle hat er hier nicht, wenn er in den Credits so weit vorne auftaucht, dann nicht wegen der Screenzeit. Aber es ist doch mehr als der befürchtete Cameo-Auftritt, seine Figur hat durchaus Gewicht in der Geschichte und bringt noch ein wenig Emotionalität mit. Für das erhoffte Comeback reicht das alles nicht ganz aus, die Rückbesinnung auf alte Tugenden bringt nicht genug mit, um in einem Atemzug mit den Klassikern genannt zu werden. Aber es ist doch zumindest ein ordentlicher Film draus geworden, den man sich mit oder ohne Nostalgie-Bonus anschauen kann.

Terminator: Dark Fate
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Terminator: Dark Fate
„Terminator: Dark Fate“ will unbedingt an die Klassiker der Reihe anschließen, sei es durch Verweise, alte Bekannte oder auch eine schamlose Kopie der Geschichte. Das reicht dann zwar nicht aus, um an das Original anzuschließen, macht aber Spaß, auch wegen der geballten Frauenpower und der meist ansehnlichen Actionszenen.
6von 10

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