(„Lucky Number Slevin“ directed by Paul McGuigan, 2006)

Lucky Number SlevinNoch ganz überrascht von diesen Streifen, muß ich Paul McGuigan ein großes Lob aussprechen. Nach langer Zeit wieder mal ein neuzeitlicher Film der mich ziemlich begeistern konnte.

Die Story dreht sich um Slevin (Josh Hartnett) der angeblich das Opfer einer Verwechslung wird. Nachdem er seinen Job verloren, seine Frau im Bett mit einem anderen Mann erwischt hat und auf der Straße beraubt wurde, versucht er bei seinem Freund Nick Fisher (Sam Jaeger) unterzukommen. Doch auch von seinem Kumpel fehlt jegliche Spur, Slevin macht bei dessen Wohnung allerdings Bekanntschaft mit der reizenden und witzigen Lindsey (Lucy Liu). Sein Glück hält aber nicht lange, denn er wird von zwei Gangmitgliedern entführt und zu deren Boss (Morgan Freeman) gebracht. Die Gangster handeln im Irrglauben, dass es sich bei Slevin um Nick handelt und verlangen von ihm seine Schulden zu begleichen. Der Boss macht ihm den Vorschlag anstatt Geld zu zahlen, den Sohn seines Erzfeindes dem Rabbi (Ben Kingsley) umzulegen. Slevin versucht indes vergeblich zu erklären, dass er jemand anderes sei, aber das scheint den Kriminellen nicht wirklich zu interessieren. Damit nicht genug, denn nachdem er das Büro des Bosses verlassen hat wird Slevin von den Israelis entführt und zum Rabbi gebracht. Dieser verlangt von ihm ebenfalls seine angeblichen Schulden zu begleichen, natürlich wieder in der Annahme Slevin sei Nick Fisher. Aus dieser sehr witzig gestalteten Ausgangssituation beginnt nun der Zuschauer langsam zu erkennen, was der zuvor immer wieder auftauchende Profikiller Mr.Goodkat (Bruce Willis) mit Slevin überhaupt am Hut hat.

Der Film lässt in ca. 110 Minuten Laufzeit keine Langeweile aufkommen, sondern schafft es mit viel Humor und Situationskomik den Zuschauer prächtig zu unterhalten. Josh Hartnett bietet eine grandiose Performance und die Rolle scheint ihm sehr gut zu gefallen. Der Rest des Staraufgebots bietet ebenfalls gute Schauspielleistung. Besonders hervorzuheben sind die wunderbaren Kameraeinstellungen, die die Aufnahmen aus wirklich gelungenen Perspektiven und Winkeln zeigen. Die musikalische Untermalung von Joshua Ralph ist auch sehr passend und das Haupt-Theme bleibt dem Kinobesucher sofort hängen.

Lucky#Slevin
3.88 (77.5%) 8 Artikel bewerten

Lucky#Slevin
Tolles Verwechslungsdrama mit viel Humor und tollen Schauspielern
7von 10

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Eine Antwort

  1. nsch

    Der Film Lucky Number Slevin (auch Lucky # Slevin) kam 2006 in die Kinos. In dem Mystery-Drama mit Tendenz zum Thriller geht es um eine Verwechslungsgeschichte, die mit Verbrechen in Verbindung steht. Josh Hartnett, Bruce Willis, Lucy Liu, Morgan Freeman und Ben Kingsley spielen unter der Regie von Paul Mc Guigan, nach dem Drehbuch von Jason Milovic. Was den meisten Betrachtern während des Films nicht bewusst auffallen dürfte, ist die Maximierung des Filmerlebnisses durch den Soundtrack.

    Joshua Ralph komponierte den Original Soundtrack (OST) für diesen Film. Ralph war vorher überwiegend im Werbegeschäft tätig, mit diesem Projekt gewann er Ansehen im Filmgeschäft. Ganz gleich, ob der OST den persönlichen Geschmack trifft, lässt sich nicht bestreiten, dass ihm eine Intensivierung der Films gelungen ist.

    Ralph hat ein gutes Gefühl für die filmerische Situation, wie die Emotion durch Musik gesteigert werden kann. Er arbeitet mit orchestralen Sounds, wie Streichern, Pauken, Bläsern, Flöten oder auch Klavier und Gongs. Gleichzeitig schafft er es, mit diesen Sounds low-frequency-effects ähnliche Zustände beim Zuhörer zu wecken. Hier hat eine bewusste Abmischentscheidung für basslastige Streich-und Blasinstrumente stattgefunden. Lediglich in 2 Stücken sind Sänger und Sängerinnen zu hören. In manchen Passagen kommen Sounds zum Einsatz, die stark an Sounddesign grenzen.

    Die Anlehnung des OST an die jüdisch geprägte Klezmer Musik ist auffällig. Das ist zurückzuführen auf einen Hauptcharakter des Filmes, den Rabbi (gespielt von Ben Kingsley). Dieser verkörpert auf eine skurrile Art und Weise einen gläubigen Rabbi und gleichzeitig einen skrupellosen Verbrecher. Dieser faszinierende Charakter hat den Soundtrack massgeblich beeinflusst.

    Von fröhlich über aufregend bis hin zu bedrohlich und mystisch gelingt es Ralph den Film zu unterlegen. Trotzdem bleibt er der Hauptmelodie treu. Durch schwerfällige Rhythmen gelingen immer wieder Passagen mit Spannungsaufbau. Aber auch leichte, jazzige Lieder finden ihren Einzug in den OST. Nicht nur Fans des Films und Tonschaffenden ist es empfehlenswert, sich dieses Album anzueignen oder zumindest mal reinzuhören.

    Der OST zum Film Lucky Number Slevin erschien am 28. März 2006 auf dem Label vom Barnes&Noble (www.BN.com) in den Vereinigten Staaten. Das Album enthält 20 Musikstücke. Erhältlich ist es als Compact Disc oder Download für ca. 10,- Euro.

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