The Last Day
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The Last Day

„The Last Day“ // Deutschland-Start: nicht angekündigt

Inhalt / Kritik

Mit ihrem ersten Roman gelang Julia (Alicia Vikander) gleich ein Volltreffer. Doch seither ist ihr in künstlerischer Hinsicht nicht mehr viel gelungen, seit Ewigkeiten schon arbeitet sie an einem weiteren Werk, ohne jemals voranzukommen. Sie hat auch nicht wirklich den Kopf dafür, ist sie doch viel zu sehr damit beschäftigt, die Feier für den Unabhängigkeitstag vorzubereiten. Während sie durch die Stadt streift und dabei auch Bekannten über den Weg läuft, kreuzt sich ihr Weg mit dem von Taylor (Victoria Pedretti), als sie deren Geldbeutel findet. Diese ist als Mutter von drei Kindern schon durch den Alltag so erschöpft, zumal sie auch mit psychischen Problemen zu kämpfen hat, weshalb sie erst gar nicht auf die Idee kommt, sich irgendwie selbst verwirklichen zu wollen …

Doppelter Blick auf die Mutterschaft

Virginia Woolf ist ohne Zweifel eine der bedeutendsten Autorinnen der Literaturgeschichte. Doch so bahnbrechend und einflussreich ihre Werke waren, fürs Kino waren ihre Romane eher weniger interessant. Schließlich arbeitete sie darin mit einer Innerlichkeit, die sich schlecht auf Bilder übertragen lassen. Und doch hab es dieses Jahr gleich zwei Filme, die auf Geschichten der Britin basieren. Vergleichsweise konventionell war dabei Virginia Woolf’s Night & Day, eine Liebeskomödie um eine junge Frau, die lernen muss, sich durch eine Männerwelt zu schlagen, die nichts von ihren wissenschaftlichen Ambitionen wissen will. Weniger zugänglich ist das nahezu gleichzeitig veröffentlichte Drama The Last Day, welches lose auf dem 1925 veröffentlichten Klassiker Mrs. Dalloway basiert, der auch in The Hours – Von Ewigkeit zu Ewigkeit eine große Rolle spielte.

Im Gegensatz zu dem erstgenannten Film, der das historische Setting beibehielt, spielt dieser hier in der Gegenwart. Und das aus gutem Grund. Zwar hat sich in den letzten hundert Jahren eine Menge getan in gesellschaftlicher Hinsicht, gerade auch, was die Teilhabe von Frauen angeht. Manches ist aber auch gleich geblieben. So befasst sich The Last Day damit, was es heißt, als Mutter durchs Leben zu gehen. Während Julia jedoch zumindest die Möglichkeit hat, sich irgendwo zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Kunst und Familie selbst zu suchen, ist Taylor von Anfang an gehetzt. Das wird zwar nicht ganz so hektisch und intensiv wie bei Julie – Eine Frau gibt nicht auf, wo eine alleinerziehende Mutter gegen die Armut anrennt. Aber man merkt doch schnell den Druck, dem die Protagonistin ausgeliefert ist.

Leise erzählt und genau beobachtet

Durch diese Dopplung verhandelt die eigentlich als Künstlerin bekannte Rachel Rose, die hiermit ihr Debüt als Regisseurin und Drehbuchautorin gibt, gleich mehrere Themen. Während es vorrangig um die besagte Frage nach Mutterschaft geht und wie sich die diese Rolle mit einem eigenen Leben vereinen lassen, zeigt The Last Day auch Klassenunterschiede auf. Es ist dann doch etwas anderes, ob man gemütlich durch die Stadt wandeln kann und Einkäufe für eine schöne Party erledigt, oder sich abmühen muss, um irgendwie diesen Tag zu überstehen. Ausformuliert wird dieser Unterschied aber nicht, so wie vieles in dem Film primär gezeigt wird, anstatt das irgendwie verbalisieren zu wollen. Das darf das Publikum dann machen.

Manchen könnte das zu wenig sein. Das Drama, das auf dem Tribeca Film Festival 2026 Weltpremiere hatte, ist eines, welches gar nicht vor hat, es den Zuschauern und Zuschauerinnen einfach zu machen. Leise erzählt und dabei genau beobachtet hat The Last Day eine sehr beiläufige Qualität. Man taucht hier in zwei Leben ein, die durchaus stellvertretend sind und dadurch viel Identifikationsfläche bieten, zugleich aber auch individuell genug sind, damit man das Gefühl hat, es mit zwei realen Menschen zu tun zu haben. Alicia Vikander (Der Magier im Kreml) und Victoria Pedretti (Forbidden Fruits) überzeugen in ihren jeweiligen Rollen als Mütter, die gleichzeitig sehr unterschiedlich sind und doch einiges gemeinsam haben. Da der Film auch visuell ansprechend ist, ist das ein gelungenes Debüt für Rose und macht neugierig, wie es mit ihr weitergehen wird.

Credits

OT: „The Last Day“
Land: USA
Jahr: 2026
Regie: Rachel Rose
Drehbuch: Rachel Rose
Vorlage: Virginia Woolf
Musik: Drum & Lace
Kamera: Eric K. Yue
Besetzung: Alicia Vikander, Victoria Pedretti, Wagner Moura

Filmfeste

Tribeca Film Festival 2026
Filmfest Hamburg 2026
BFI London Film Festival 2026

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The Last Day
fazit
„The Last Day“ folgt zwei Müttern am amerikanischen Unabhängigkeitstag und erzählt von ihren jeweiligen Leben. Das ist alles ganz leise und zugleich genau beobachtet. Manchen könnte das zu wenig sein. Sehenswert ist das stark gespielte Drama aber auf jeden Fall, zudem visuell ansprechend.
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