Persona 3 Videospiel Game
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Persona 3

Persona 3 Videospiel Game

Inhalt / Kritik

In Japan waren die Megami Tensei Spiele schon seit den 1980ern populär, zahlreiche Teile der Hauptreihe sowie diverse Spin-offs kamen auf den Markt. In Europa bekam man davon relativ wenig mit. Während in den USA zumindest noch eine Handvoll an Spielen veröffentlicht werfen, musste man hier bis Mitte der 00er Jahre warten, bis es mal losging. Den Auftakt machte Shin Megami Tensei III: Nocturne 2005, bei dem sich die Spieler und Spielerinnen durch ein postapokalyptisches Tokio kämpfen mussten. Seinerzeit wurden eine ganze Reihe von Werken für die PlayStation 2 produziert, die dazu beitrugen, dass aus der Nischenveranstaltung ein weltweiter Erfolg wurde. Den großen Durchbruch schaffte das Franchise dabei speziell durch Persona 3, das 2008 mit einigen Jahren Verspätung auch in Deutschland erschien und später eine mehrteilige Anime-Adaption erhielt.

Mysteriös und sozial

Der Titel deutet es dabei an: Es gab schon vorher Persona Spiele. Tatsächlich waren da, anders als man vermuten könnte, sogar drei Vorgänger. Zuerst kam 1996 Revelations: Persona, 1999 Persona 2: Innocent Sin, ein Jahr drauf schließlich Persona 2: Eternal Punishment – nur eben nicht in Europa, zumindest damals noch nicht. Für Persona 3 war das aber kein Problem. Vorkenntnisse brauchte es nicht, die Geschichte war völlig neu. Erzählt wird, wie eine Gruppe von High School Schülern und Schülerinnen mal wieder die Welt retten muss. So weit so normal. Ungewöhnlich war aber, wie jeden Tag pünktlich um Mitternacht die Welt pausierte und ein eigenartiger Turm erschien, den es zu erkunden galt. Was es mit diesem auf sich hat, ist zunächst unklar, was zusammen mit anderen rätselhaften Vorkommnissen für eine schöne Mysteryatmosphäre sorgt.

Was die Spiele aber letztendlich berühmt gemacht hat, war eine Neuerung, die sich seither durch die Persona Reihe zieht. Während wir uns nachts durch zufällig generierte Stockwerke schlagen, sind wir tagsüber in der Schule unterwegs. Dort treffen wir Leute, verbringen Zeit mit ihnen. Je mehr Zeit, umso enger wird das Verhältnis, was uns umgekehrt in den Kämpfen helfen kann. Die Idee war interessant: Sind wir mit jemandem eng befreundet oder fühlen uns verbunden, sorgt das für eine bessere Zusammenarbeit. Das Konzept war noch nicht sonderlich ausgefeilt, spätere Teile verfeinerten das alles noch. Die Mischung aus klassischen Rollenspielkämpfen und eine Alltagssimulation war aber originell. Und sehr zeitaufwendig: Man konnte problemlos hundert Stunden investieren, während man ein Schuljahr nachspielt, bei dem man relativ freie Freiheiten hatte, was genau man mit seiner Zeit anfangen sollte. Will ich mehr in das Zwischenmenschliche investieren? Oder doch lieber weiterkämpfen?

Zweckmäßige Geschichte

Die Geschichte selbst war dabei aber gar nicht mal besonders gut, eher zweckmäßig. Zwar wurde diese später noch etwas erweitert: Relativ bald erschien in Japan Persona 3 FES, das einen neue Epilog beinhaltete und die Grundlage für die europäische Veröffentlichung darstellte. Dieser änderte aber nichts daran, dass man das Spiel nicht wegen seines komplexen Inhalts auspackt, sondern wegen des Spielprinzips. Die Kämpfe erinnern dabei natürlich an andere Teile der Megami Tensei Reihe, wenn es um Dämonen und Gottheiten geht, die man sammelt und miteinander verschmelzen kann. Auch das Konzept von Stärken und Schwächen, wenn beispielsweise manche Gegner anfälliger sind für eine bestimmte Magie, durfte einem bekannt vorkommen.

Das macht noch immer viel Spaß, auch wenn einiges natürlich nicht mehr up to date ist. So ist die Grafik inzwischen nun einmal zwanzig Jahre alt. Andere Punkte wie die letztendlich eher langweiligen Dungeons boten damals schon Anlass für Kritik. Der wenig aussagekräftige Protagonist, der keine wirkliche Identifikationsfläche bietet, gehört ebenfalls zu den Punkten, die man bemängeln könnte. Und doch ist Persona 3 nicht ohne Grund damals so erfolgreich gewesen und wurde zur Blaupause der Reihe, die letztendlich sogar deutlich populärer wurde als die Hauptreihe. Ob die High-School-Variante unbedingt besser ist, darüber kann man sich streiten, die Konkurrenz war gerade zu der Phase damals sehr groß. Eine Bereicherung war sie aber auf jeden Fall, gefällt bis heute spielerisch und atmosphärisch.

Credits

OT: „Persona 3“
Land: Japan
Jahr: 2006
Director: Katsura Hashino
Producer: Katsura Hashino
Designer: Daisuke Kanada
Musik: Shoji Meguro
Publisher: Atlus
Entwickler: Atlus, Koei
Plattformen: PlayStation 2, PlayStation Portable, Nintendo Switch, PlayStation 4, Windows, Xbox One, Xbox Series X/S

Trailer

Megami Tensei Special

Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums blicken wir in unserem Special rund um Megami Tensei auf das Franchise zurück, sprechen über Spiele, aber auch die diversen Anime-Adaptionen.

Megami Tensei [Special]



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Persona 3
fazit
Fans von „Megami Tensei“ durften damals verwundert sein, als die bekannten Dämonenkämpfe mit einer High-School-Simulation verbunden wurden. Trotz Schwächen wie einer nur mäßig interessanten Geschichte ging die Mischung aber auf, bis heute macht das düstere Rollenspiel Spaß wegen bewährter Elemente und einer mysteriös-düsteren Atmosphäre.
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