Megami Tensei Special Spielecover

Das erste Spiel anno 1987 hieß „Digital Devil Story: Megami Tensei“.

Soll ich nach der Schule nach Hause gehen, um mich auf Tests vorzubereiten? Investiere ich lieber ein bisschen Zeit, um Freundschaften zu intensivieren? Oder kämpfe ich am Ende doch noch gegen ein, zwei Dämonen? Das sind Fragen, die die Welt bewegt. Zumindest die Welt von „Persona“. In den letzten Jahren hat sich die japanische Videospielreihe zu einer der beliebtesten weltweit gemausert, die mit zahlreichen Spiel-Spin-offs, aber auch Adaptionen in anderen Medienformen Millionen von Menschen begeistert. Letztes Jahr erschien der lang erwartete fünfte Teil, diverse Zusatzteile und Remakes nicht mit einberechnet.

Die Anfänge sahen dabei jedoch ein wenig anders aus. Startschuss der Spielereihe war heute vor 30 Jahren, am 11. September 1987. „Digital Devil Story: Megami Tensei“ hieß es und basierte auf der gleichnamigen Horror-Roman-Reihe von Aya Nishitani. Einige Elemente, für die die Serie später bekannt werden sollte, gab es damals schon. Dämonen liefen umher, griffen regelmäßig die Spieler an. Die wiederum konnten die Ungetümer einfangen und sogar miteinander fusionieren, um so immer stärkere Exemplare zu erhalten. Optisch machten die natürlich noch nicht so wahnsinnig viel her, auf dem NES war man aufgrund der Technik doch noch ziemlich eingeschränkt. In Deutschland wurde das Debüt übrigens nicht veröffentlicht, bis heute gibt es auch keine offizielle englische Fassung.

Megami Tensei Special Spiel Szenenbild

Die Grafik war einfach, finstere Dämonen waren aber auch beim Debüt schon dabei.

Eine besonders harte Nuss
Die in den letzten Jahren neu hinzugewonnenen Fans dürften sich aber auch inhaltlich wenig zurechtfinden. Sogenannte Social Links gab es damals nicht, der Schwerpunkt lag von Anfang an auf knackigen Kämpfen. Das sollte zum Teil über viele Jahre so weitergehen, „Megami Tensei“ bzw. dessen spätere Neuausrichtung „Shin Megami Tensei“ richtete sich in erster Linie an Hardcore-Spieler, die gern Stunden damit verbringen, das Team stärker zu machen und so auch gegen die heftigsten Monster bestehen zu können.

Anders als bei den meisten Rollenspielreihen waren eben diese Monster auch die eigentlichen Stars. Reguläre Protagonisten gab es zwar, zum Beispiel die Reporterin Maya Amamo, die in „Persona 2: Eternal Punishment“ einen seltsamen Fluch untersucht. Interessanter aber noch, was sich da bei den Gegnern so tummelte. In aller Herren Länder waren die Spieleentwickler unterwegs, um die wohl kurioseste Schar an Feinden zu versammeln. Viele stammen aus Mythologien – östlichen, westlichen, nördlichen –, neben dem fordernden Schwierigkeitsgrad waren es die düsteren Szenarien und die bizarren Figuren, welchen den Reiz der Spiele ausmachten.

Auch ein Dämon braucht mal Auslauf
Bei den Animeadaptionen musste man auf diese Dämonen und Götter jedoch größtenteils verzichten, nur ein Bruchteil des mehrere Hundert starken Arsenals schaffte den Sprung ins andere Medium – und wenn dann nur kurz. Die erste feiert dieses Jahr übrigens ebenfalls ihren 30. Geburtstag. Digital Devil (1987) war ebenso wie Tokyo Revelation (1995) noch viel stärker mit den Horrorwurzeln verbunden. Finster waren die Geschichten, bizarr, teilweise brutal. Vielleicht sind diese Filme deshalb in Vergessenheit geraten, mit den heutigen Popvarianten haben sie weniger zu tun. Dass die Reihe einen solchen Popularitätsschub erhielt, das verdankte sie in erster Linie „Persona“. Der erste Ableger erschien 1999. Doch erst als bei „Persona 3“ die neuartige Mischung aus sozialen wie klassischen RPG-Elementen begründet wurde, war der Aufstieg in höhere Sphären möglich.

Dass das Spin-off inzwischen die Mutterreihe aufgrund ihrer größeren Zugänglichkeit überrundet hat, das lässt sich auch an den Animeadaptionen festmachen. Mit der Serie Persona: Trinity Soul, welch zehn Jahre nach „Persona 3“ spielt, wurde die neue Hierarchie festgelegt. Von der kurzlebigen Serie Devil Survivor 2 einmal abgesehen, waren sämtliche Animevarianten seither der Cahscow „Persona“ vorbehalten. Die neueste war Persona 5: The Daybreakers, ein gerade mal 25-minütoger Prolog zum aktuellen Spiel. Eine direkte Umsetzung des Teils ist aber auch schon in Mache. Ob die nach Deutschland kommt, bleibt abzuwarten, bisher war die hiesige Ausbeute bescheiden. Devil Survivor 2 und Persona 3: Spring of Birth sind die beiden einzigen Adaptionen, die veröffentlicht wurden, Persona 4: the Animation liegt immerhin als Anime on Demand vor. Bei allen Glückwünschen, die dem Geburtstagskind heute zustehen: Ein bisschen häufiger darf es sich dann doch mal blicken lassen.

Die Megami Tensei Animes

Megami Tensei [Special]
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