Jede Sekunde zählt The Guardian
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Jede Sekunde zählt – The Guardian

Jede Sekunde zählt The Guardian
„Jede Sekunde zählt – The Guardian“ // Deutschland-Start: 19. Oktober 2006 (Kino) // 5. April 2007 (DVD / Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Ben Randall (Kevin Costner) liebte seine Arbeit bei der Küstenwache, opferte viel dafür. Daran zerbrach letzten Endes auch seine Ehe mit Helen (Sela Ward). Als bei einem Unglück sein Team ums Leben kommt und auch sein bester Freund stirbt, bricht für Randall endgültig eine Welt zusammen und er ist zerfressen von Schuldgefühlen. Da er für den regulären Dienst damit erst einmal untauglich geworden ist, wird er an die Ausbildungsschule versetzt, wo die kommenden Rettungsschwimmer und Schwimmerinnen unterrichtet werden. Für ihn kommt das einer Strafe gleich, er kann mit seiner Aufgabe nicht viel anfangen. Und auch seine Schützlinge haben mit ihm zu kämpfen – allen voran Jake Fischer (Ashton Kutcher), der eigentlich Hochleistungsschwimmer ist und damit deutlich schneller als alle anderen …

Der Held, der Rettungsschwimmer

Menschen, die anderen Menschen das Leben retten, sind Helden. Und damit ideal dafür, in Filmen gehuldigt zu werden. Der Beruf ist dabei erst einmal zweitrangig. Ob wir nun mit der Polizei oder dem Militär unterwegs sind, ist oft egal, beides funktioniert gleich gut. Auch die Feuerwehr wird immer mal wieder filmisch bedacht, etwa in Backdraft – Männer, die durch Feuer gehen oder No Way Out – Gegen die Flammen. Eher seltener bedacht werden Rettungsschwimmer, sieht man einmal von der Kultserie Baywatch ab. In Deutschland ist das ohnehin kein großes Thema, dafür haben wir zu wenig Küste. Aber auch in den USA wird diese Berufsgruppe eher ignoriert. Dabei ist das eigentlich ein ganz dankbares Thema, wie Jede Sekunde zählt – The Guardian vor Augen führt.

Tatsächlich ist es gerade die Optik, die dafür spricht, dass man hier mal einen Blick riskieren kann. So gibt es schöne Aufnahmen der Gegend. Und auch unter Wasser sind da immer mal wieder Szenen dabei, die einen fesseln. Klar, von außen sind schwimmende Menschen nicht der aufregendste Anblick. Der actionerfahrene Regisseur Andrew Davis (Auf der Flucht, Alarmstufe: Rot) findet aber immer mal wieder Wege, diese Momente gut in Szene zu setzen. Man kann sich zwar darüber streiten, ob Jede Sekunde zählt – The Guardian nun wirklich als Abenteuer oder Actiondrama bezeichnet werden muss, dafür sind die entsprechenden brenzligen Situationen einfach nicht zahlreich genug. Wenn es aber aufs Ganze geht, dann hat der Film schon einiges zu bieten.

Zu lang und klischeehaft

Schwieriger sind die Szenen dazwischen. So will der Film die Geschichte zweier Ausnahmetalente erzählen, die sich sehr ähnlich sind und doch gegensätzlich. Dass die beiden ausgerechnet über ein ähnliches Trauma zueinanderfinden, ist aber schon ziemlich billig. Auch sonst ist man sich für keine Manipulation zu schade. Im weiteren Verlauf ist es geradezu ärgerlich, wie Jede Sekunde zählt – The Guardian auf Pathos setzt und alles so weit überhöht, bis das unter dem eigenen Gewicht zusammenkracht. Dass die Figuren schrecklich langweilig sind, hilft auch nicht unbedingt dabei, dass man hier bis zum Ende dranbleibt. Gerade das Motiv des toughen Lehrers, der eigentlich ganz selbstlos ist, ist so verbraucht, dass es irgendetwas gebraucht hätte, um sich von den vielen anderen Filmen hervorzuheben.

Gut gespielt ist das aber, man nimmt Kevin Costner durchaus die Rolle des mürrischen Helden ab, der sich im Zweifel für alle anderen opfert. Ashton Kutcher als Ausnahmetalent funktioniert auch, selbst wenn man sich bei Fischer nicht wirklich auf eine Figurenzeichnung einigen konnte. Größeres Problem ist die Länge: 140 Minuten hätte es nun wirklich nicht gebraucht, zumal das durch überflüssige bis fragwürdige Szenen wie die um die Kneipenschlägerei künstlich aufgeblasen wurde. Andererseits hat man auf diese Weise wenigstens etwas, worüber man sich ärgern kann. Ansonsten lässt einen Jede Sekunde zählt – The Guardian trotz der Holzhammer-Emotionalität dann doch eher unberührt zurück.

Credits

OT: „The Guardian“
Land: USA
Jahr: 2006
Regie: Andrew Davis
Drehbuch: Ron L. Brinkerhoff
Musik: Trevor Rabin
Kamera: Stephen St. John
Besetzung: Kevin Costner, Ashton Kutcher, Neal McDonough, Melissa Sagemiller, Clancy Brown, Sela Ward

Trailer

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Jede Sekunde zählt – The Guardian
fazit
„Jede Sekunde zählt – The Guardian“ will ein Heldenlied an die Männer und Frauen der Küstenwache sein. Das ist gut gespielt und lockt mit packenden Aufnahmen. Die Geschichte ist dafür schrecklich langweilig, zuweilen sogar ärgerlich, wenn ganz ungeniert tonnenweise Pathos draufgeladen wird.
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