The Expendables 3
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The Expendables 3

„The Expendables 3“ // Deutschland-Start: 21. August 2014 (Kino) // 30. Oktober 2020 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Bei einem scheinbaren Routineeinsatz von Barney Ross (Sylvester Stallone) und seinem Team von Expendables (Jason Statham, Dolph Lundgren, Terry Crews, Randy Couture) läuft nicht alles so glatt wie gedacht, wenn die Crew auf den totgeglaubten Conrad Stonebanks (Mel Gibson) trifft – Gründungsmitglied der Expendables, mittlerweile aber nur noch skrupelloser Waffenhändler. Da Barney das Leben seiner Kameraden nicht aufs Spiel setzen möchte, löst er die Gruppe kurzerhand auf und rekrutiert mit Hilfe von Bonaparte (Kelsey Grammer) vier neue, junge Kandidaten (Ronda Rousey, Victor Ortiz, Glen Powell, Kellan Lutz), welche leider alsbald bereits von Stonebanks entführt werden. Nun müssen wie alten Hasen zu ihrer Rettung eilen …

Eine Rettungsmission ohne Sinn

Der Einstieg von The Expendables 3 schickt die Truppe wieder einmal auf eine Rettungsmission. Dabei geht es noch absurder zu als beim Pendant von The Expendables 2: In einem Hubschrauber wird ein Hochgeschwindigkeitszug verfolgt, bevor nach einem wilden Feuergefecht mit den Wachen geentert wird. Das sieht dank des CGI alles nicht sonderlich gut aus, kann aber trotzdem noch Spaß machen. Auch dass die Gleise den Zug direkt in ein Gefängnis führen, ohne dass es eine Wendemöglichkeit gäbe, sollte nicht weiter hinterfragt werden. Ebenso wenig sollte interessieren, wo der Zug überhaupt herkommt. Diese Dinge verschwinden mit dem Fokus auf die Action tatsächlich in der Irrelevanz, das wahre Problem der Szene liegt trotz ihrer Unterhaltsamkeit in ihrem Payoff, oder genauer gesagt dem Mangel daran. Barney und Co. nehmen diese ganze Mühe auf sich, um den von Wesley Snipes gespielten Charakter zu befreien, anscheinend eines der frühen Mitglieder der Expendables. Snipes bekommt im restlichen Film nur leider fast gar nichts zu tun, was es noch seltsamer macht, dass seine Rolle so explizit als Arzt etabliert wird und eines der Teammitglieder später in akuter Lebensgefahr schwebt, aber einfach im Krankenhaus zurückgelassen wird.

Alles recht harmlos

Damit hören die Probleme auch noch lange nicht auf. Das PG13-Rating ist der Reihe nicht angemessen und das sieht man dem Film leider deutlich an, Blutarmut und kaschierende Kameraeinstellungen lassen hier einiges zu wünschen übrig. Von Handgreiflichkeiten hält sich der Streifen beinahe gänzlich fern, so wirken die Kurzauftritte von Jet Li noch sinnloser als sie es so schon sind. Wer die Karriere von Ronda Rousey (The Ronda Rousey Story: Through My Father’s Eyes) mitverfolgt hat, weiß dass sie eine exzellente Judoka, aber eine katastrophale Strikerin war. In The Expendables 3 schafft sie es während Barneys Rekrutierungstour jedoch dank sehr schneller Schnitte und flackernder Diskobeleuchtung, in Highheels und Kleid mehrere Kerle zu verprügeln, was auch dann unglaubwürdig aussieht, wenn man Rousey nicht kennt. Es war natürlich eine rein marketingtechnische Entscheidung, ihr diese Rolle für ihr Schauspieldebüt zu geben, war sie damals ja noch aktueller UFC-Bantamgewicht-Champion der Frauen. Boxer Victor Ortiz irritiert beim Rekrutierungsprozess ebenfalls leicht, wenn er ein hypermodernes Gewehr präsentiert und in einer Demonstration dessen Vorzüge unter Beweis stellt und … das dann nie wieder zum Einsatz kommt?

Die Grundidee über Bord geworfen

Was The Expendables 3 aber beinahe das Genick bricht, sind die neuen Rekruten als solche. Unabhängig davon, wer da jetzt gecastet wurde oder was mit der jeweiligen Rolle angestellt wird, hintergeht das Konzept eines neuen, jungen Teams mit frischen Ideen DIE Grundprämisse des Expendables-Franchises. Das lässt sich sicher irgendwo noch als Metakommentar interpretieren, dass die alten Wege nicht ewig funktionieren und man offen für Neues sein muss, aber dem Film zu unterstellen, so weit zu denken, bedeutet sich schon arg weit aus dem Fenster zu lehnen. Außerdem scheint es der moderne Sly generell nicht so damit zu haben, den dritten Teil einer Reihe demselben Muster folgen zu lassen, siehe Escape Plan 3: The Extractors. An einer Stelle mokiert Rouseys Charakter sogar den von Barney erdachten „Hau drauf“-Plan mit den Worten, dass die vorgeschlagene Vorgehensweise super wäre, wenn wir das Jahr 1985 schreiben würden. Aber das ist doch genau der Punkt! Stattdessen wird irgendein moderner Schnickschnack durchgezogen, der in jedem anderen Actionfilm sicher seine Berechtigung hätte, aber doch nicht ausgerechnet in einer Hommage an Oldschool-Streifen.

The Expendables 3 hat aber glücklicherweise einen äußerst stabilen Nackenschutz: Mel Gibson gibt einen hervorragenden Bösewicht ab und ist mit Abstand das Beste am gesamten Film. Eine ganz bestimmte Szene mit ihm in einem Van legt auch Zeugnis davon ab, was dieser Film – was das gesamte Franchise hätte sein können. Wäre Antonio Banderas nur in seiner ersten Szene aufgetaucht, wäre er das absolute Highlight des Streifens gewesen. So wird sein Auftritt im weiteren Verlauf zwar etwas verwässert, sorgt aber doch noch oft genug für gute Laune.

Credits

OT: „The Expendables 3“
Land: USA
Jahr: 2014
Regie: Patrick Hughes
Drehbuch: Sylvester Stallone, Creighton Rothenberger, Katrin Benedikt
Musik: Brian Tyler
Kamera: Peter Menzies Jr.
Besetzung: Sylvester Stallone, Jason Statham, Harrison Ford, Arnold Schwarzenegger, Mel Gibson, Wesley Snipes, Dolph Lundgren, Randy Couture, Terry Crews, Kelsey Grammer, Glen Powell, Antonio Banderas, Victor Ortiz, Ronda Rousey, Kellan Lutz, Jet Li, Ivan Kostadinov, Robert Davi

Bilder

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The Expendables 3
fazit
Bester Bösewicht, schlechtester Film der Trilogie: „The Expendables 3“ bricht ignorant mit der Grundprämisse des Franchises und erlaubt sich auch sonst den ein oder anderen Fehltritt. Vor allem dank eines starken Mel Gibson muss bei einem Marathon aber nicht auf den bisher letzten Teil verzichtet werden.
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