Escape Plan 2 Hades
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Escape Plan 2: Hades

Escape Plan 2
„Escape Plan 2: Hades“ // Deutschland-Start: 15. November 2018 (DVD/Blu-ray)

Inhalt / Kritik

Shu Ren (Xiaoming Huang), Mitarbeiter in der Sicherheitsfirma von Ray Breslin (Sylvester Stallone), wird entführt und findet sich im Hades wieder, einer geheimen Haftanstalt, in welcher die Insassen dazu gezwungen werden, gegeneinander zu kämpfen. Shu besinnt sich auf Breslins Ausbildung und versucht zu fliehen, doch der Hades ist ein Gefängnis wie noch keines zuvor …

Anschaubare Action …

Wollte sich jemand die Mühe machen, Positives an Escape Plan 2: Hades zu vermerken, müssten als erstes wohl die Kampfszenen erwähnt werden. Der Sinn der Handgreiflichkeiten erschließt sich zwar nicht so ganz, aber die anschaubare Hau-drauf-Action ist immerhin eine mehr als willkommene Abwechslung zu der drögen Handlung und den miserablen Dialogen. Regisseur Steven C. Miller (Arsenal) konnte es sich aber wohl nicht verkneifen, selbst diese mit Wackelkamera zu ruinieren. Da hilft es auch wenig, dass der damalige UFC Welterweight Champion Tyron Woodley eine Gastrolle übernimmt und die Fäuste fliegen lässt. In der Fortsetzung stecken zwar tatsächlich einige brauchbare Grundideen, für deren Ausarbeitung und Umsetzung wäre aber ein kompetenteres Team vonnöten gewesen.

… dämliche Dialoge

An einer Stelle fragt Breslin Shu Ren, was „Ich bin dumm.“ in dessen Landessprache heiße. Diese Zeile ist nicht allein deshalb hervorzuheben, weil sie so gar nicht in den Kontext der Szene passt. Wäre die Szene nicht entsprechend ausgeleuchtet, wäre der Ton nicht entsprechend angeglichen, es könnte leicht der Eindruck entstehen, das Drehbuch hätte diesen Dialog gar nicht vorgesehen und der Clip wäre nur aus Versehen im fertigen Film gelandet. Es könnte leicht der Eindruck entstehen, Sylvester Stallone wollte hier in einer Pause zwischen zwei Takes schlicht in Erfahrung bringen, wie er seinem Kollegen Huang Xiaoming am besten verständlich machen könne, wie sehr er es bereut, bei Escape Plan 2: Hades zugesagt zu haben.

Aber auch sonst sind die Dialoge größtenteils grässlich, vor allem einige der Oneliner sind geradezu peinlich. Escape Plan wirkte als wäre versucht worden, zwei Filme in einen zu pressen, was sich wohl damit erklären ließ, dass das Skript von zwei Autoren verfasst wurde, welche sich anscheinend nicht so ganz einig werden konnten. Escape Plan 2: Hades nun stammt aus der Feder eines dieser Schreiberlinge, allerdings scheint mit Miles Chapman wohl dem Falschen der beiden das fragwürdige Privileg übertragen worden zu sein, die vorliegende Geschichte zu entwerfen.

Wo sind die Stars?

Beim Cast lässt sich ein ähnliches Phänomen feststellen. Statt Arnold Schwarzenegger zurückzubringen – und vergegenwärtigen wir uns bitte noch einmal, dass das absolute Hauptargument im Vorfeld für diesen Film das Aufeinandertreffen von Stallone und Schwarzenegger war, deren Chemie miteinander jenes in der Praxis validierte –, wird hier einfach Dave Bautista in den Film gequetscht. Warum? Weiß auch wieder keiner, aber hey, immerhin nimmt Curtis Jackson seine Rolle aus dem Vorgänger wieder auf, das ist natürlich genau das, wonach sich alle bei einer Fortsetzung gesehnt hatten. Schwarzenegger und Bautista starren uns von dem Filmposter entgegen und wirken selbst auf einem gestellten Foto desinteressiert, es ist hier schon zu ahnen, dass es nur um das Kassieren eines Gehaltsschecks geht; erst die Sichtung des Streifens offebart aber, dass sie beinahe ausschließlich als Namensgeber fungieren, ist ihre individuelle wie gemeinsame Screentime innerhalb der etwas über neunzig Minuten doch stark limitiert. Escape Plan hatte sein Budget hauptsächlich durch die internationale Auswertung wieder reingeholt und nicht nur die Besetzung Xiaomings zeigt, dass das Sequel mit Fokus auf den chinesischen Markt produziert worden ist.

Credits

OT: „Escape Plan 2: Hades“
Land: USA
Jahr: 2018
Regie: Steven C. Miller
Drehbuch: Miles Chapman
Musik: The Newton Brothers
Kamera: Brandon Cox
Besetzung: Sylvester Stallone, Dave Bautista, Xiaoming Huang, Jesse Metcalfe, Curtis Jackson, Wes Chatham, Chen Tang, Tyron Woodley

 

Bilder

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Escape Plan 2: Hades
Fazit
„Escape Plan 2: Hades“ ist eine Fortsetzung, die niemand wollte – der Umsetzung nach zu urteilen nicht einmal die Filmemacher selbst. Ein paar brauchbare Kampfszenen werden durch Wackelkamera ruiniert, ansonsten enttäuscht der Streifen mit furchtbaren Dialogen und einem lustlosen Cast.
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