How to Lose a Guy in 10 Days Wie werde ich ihn los in 10 Tagen
© Paramount Pictures

Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?

How to Lose a Guy in 10 Days Wie werde ich ihn los in 10 Tagen
„Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?“ // Deutschland-Start: 17. April 2003 (Kino) // 1. November 2004 (DVD)

Inhalt / Kritik

Andie Anderson (Kate Hudson) hat sich längst als Autorin für das Magazin Composure etabliert. Die Leserinnen lieben ihre Leitfäden, die sie zu den unterschiedlichsten Themen verfasst. Inspiriert von ihrer Freundin Michelle (Kathryn Hahn), deren Beziehung gerade in die Brüche gegangen ist, will sie einen weiteren Artikel für die Reihe schreiben. Dieses Mal soll es darum gehen, wie man einen Kerl wirkungsvoll vergraulen kann. Dafür braucht es natürlich ein passendes Versuchsobjekt. Die Wahl fällt dabei auf Benjamin Barry (Matthew McConaughey), der in einer Werbeagentur tätig ist. Dabei ahnt sie nicht, dass auch er geheime Absichten verfolgt. So wettete er, dass er jede Frau dazu bringen kann, sich in ihn zu verlieben. Gelingt ihm das, darf er die Organisation der Werbekampagne für ein mit Diamanten handelndes Unternehmen übernehmen …

Ein Paar, das erst noch eins werden muss

Eines der Standardszenario in Liebeskomödien überhaupt: Zwei attraktive Menschen laufen sich über den Weg und sind ganz klar füreinander bestimmt, stehen sich dabei jedoch selbst im Weg und realisieren erst ganz zum Schluss, welche Gefühle sie füreinander haben. Davon gibt es natürlich zahlreiche Variationen, gerade bei der Art der Hindernisse. Das Ergebnis ist jedoch immer dasselbe. Das ist nicht zwangsweise ein Manko, zumindest nicht für alle, die Zielgruppe solcher streng genormten RomComs ist beträchtlich. Tatsächlich werden gerade solche Filme immer mal wieder zu Erfolgen. Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen? beispielsweise spielte bei einem Budget von 50 Millionen US-Dollar fast 180 Millionen Dollar wieder ein. Das muss man in diesem Segment erst einmal hinbekommen.

Daran hat das attraktive Ensemble natürlich einen maßgeblichen Anteil. Für ihr jeweiliges schauspielerisches Talent wurden Kate Hudson (Music) und Matthew McConaughey (Dallas Buyers Club) dabei nicht engagiert. Wichtiger ist, dass sie gut aussehen. Regisseur Donald Petrie (Ein Rezept für die Liebe) hat dann auch nicht die geringsten Hemmungen, die schöne Verpackung gnadenlos auszunutzen. Wenn McConaughey in einer frühen Szene in Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen? sein Hemd auszieht, ist das für die Geschichte völlig egal. Das geschieht lediglich, um mit dem nackten, durchtrainierten Körper die Zuschauerinnen zu erfreuen – innerhalb des Films wie da draußen in der realen Welt. Die oberflächliche Bespaßung steht an erster Stelle, um den Inhalt sollen sich andere kümmern.

Zuerst spaßig, später arg konventionell

Bei Hudson sieht es nicht wirklich besser aus. Immerhin hat sie aber die dankbarere Rolle. Während Ben ein unfassbarer Langweiler ist, der jedes Klischee vom selbstverliebten Alpha-Männchen erfüllt, darf Andie wenigstens die Beziehung gezielt sabotieren. Auch an der Stelle kommt Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen? nicht von den Klischees weg. Wenn Männer auf Sportveranstaltungen gehen und Frauen Céline Dion hören, dann kommt einem der nicht einmal 20 Jahre alte Film deutlich älter vor. Dafür spielt die Adaption eines Comics von Michele Alexander und Jeannie Long mit diesen Klischees ein wenig. Als beispielsweise Bens Männlichkeit in Frage gestellt wird, macht sich der Film gleichzeitig über solche Männer lustig, die dieses Bild pflegen. Auf diese Weise gibt es in der ersten Hälfte des Films schon den einen oder anderen Lacher.

In der zweiten werden diese zunehmen weniger, bis sie dann gleich ganz ausbleiben. Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?, das sich zuvor noch ein wenig über die Konventionen von Liebeskomödien lustig gemacht wird, übernimmt diese dann selbst, ohne sie zu hinterfragen oder sie wenigstens auf nennenswerte Weise zu variieren. Dass beispielsweise die jeweiligen Lügen, mit denen die beiden in die Beziehung gehen, irgendwann auffliegen, ist so obligatorisch, dass es nicht unter die Spoiler-Bezeichnung fällt. Gleiches gilt für die angesprochene Annäherungen der beiden Menschen, die gar nicht wussten, dass sie Gefühle füreinander haben. Wen diese wieder und wieder glattpolierten Formeln nicht stören oder wer sie sogar liebt, weil sie so schön beruhigend sind, für den kann das hier schon nett sein. Von den besagten Liebe-Sabotageakten einmal abgesehen gibt es aber nichts, was dem Film Persönlichkeit verleiht. Da wünscht man sich doch, dass da jemand mal selbst einen Ratgeber konsultiert. Das Thema: „Wie schreibe ich ein interessantes Drehbuch?“

Credits

OT: „How to Lose a Guy in 10 Days“
Land: USA
Jahr: 2003
Regie: Donald Petrie
Drehbuch: Kristen Buckley, Brian Regan, Burr Steers
Vorlage: Michele Alexander, Jeannie Long
Musik: David Newman
Kamera: John Bailey
Besetzung: Kate Hudson, Matthew McConaughey, Adam Goldberg, Michael Michele, Shalom Harlow, Kathryn Hahn

Trailer

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Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?
Fazit
„Wie werde ich ihn los – in 10 Tagen?“ ist eine letztendlich völlig austauschbare Liebeskomödie um zwei attraktive Menschen, die füreinander bestimmt sind, das aber erst auf den letzten Metern merken. In der ersten Hälfte gibt es noch ein paar amüsante Szenen, wenn die Beziehung gezielt sabotiert wird. Danach verfällt der Film denselben Konventionen, über die er sich vorher noch lustig machte.
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