Inhalt / Kritik

Mutant Outcasts Enhanced

„Mutant Outcasts“ // Deutschland-Start: 4. März 2021 (DVD/Blu-ray)

Sie mögen wie ganz normale Menschen aussehen. Doch die Mutanten verfügen über gigantische Kräfte, mit denen sie zu einer großen Gefahr für die Gesellschaft geworden sind. Aus diesem Grund ist der Soldat George (George Tchortov) zusammen mit seinem Team unermüdlich unterwegs, um für Captain Williams (Adrian Holmes) diese Übermenschen einzufangen und unschädlich zu machen. Dabei stößt er auch auf Anna (Alanna Bale), die wie die anderen Mutanten auf der Flucht ist und sich versteckt. Zu seinem Unglück ist sie dabei nicht allein, sondern wird bald von David (Chris Mark) begleitet. Denn der verfügt über noch größere Kräfte als alle anderen. Doch aus welchem Grund? Und welches Ziel verfolgt er?

Jagd auf die Supermenschen

Mutanten sind auch nur Menschen! Es gab in den letzten Jahren nicht gerade wenige Filme, in denen Protagonisten und Protagonistinnen irgendwelche Superkräfte innehaben, daran aber wenig Freude haben. Der Grund: Sie werden damit mindestens zu Ausgestoßenen, sofern sie nicht sogar aktiv vom Rest verfolgt werden. Denn wer anders ist, darf nicht sein. Wer stärker ist sowieso nicht. Die bekanntesten Werke sind in diesem Bereich natürlich die der X-Men, die seit dem Jahr 2000 immer wieder Variationen ein und derselben Geschichte erzählten, bei denen es immer zum großen Kampf zwischen Mutanten und Menschen kommt, während die guten Mutanten das Schlimmste verhindern müssen. In deren Fahrwasser gab es Filme wie Freaks – Sie sehen aus wie wir oder Code 8, die das Vorbild mehr oder weniger direkt kopierten.

Aber wo Platz für diese Filme war, da muss doch noch Platz für mehr sein. Zumindest dachte das wohl James Mark, Regisseur und Co-Autor von Mutant Outcasts. Der hiesige Titel bringt dabei besser als der etwas kryptische Originaltitel Enhanced auf den Punkt, worum es geht: Mutanten am Rand der Gesellschaft. Einen solchen lernen wir gleich zu Beginn kennen, als der eine Halle fegt und dabei nicht anders aussieht als ein x-beliebiger Hausmeister. Dass er das nicht ist, das sehen wir nicht nur daran, dass er mehrere Meter in die Höhe springen kann und beinahe allein eine Eliteeinheit aus dem Weg räumt. Er hat außerdem Augen, die sich immer dann blau färben, wenn er kurz davor steht, seine Kräfte einzusetzen.

Effekte zum Wegschauen

Das ist praktisch für die Anwesenden, die dann immer genau wissen, dass sie in Deckung gehen müssen. Es war aber vor allem auch praktisch fürs Filmteam, das auf eine äußerst preisgünstige Weise das ausdrücken kann, wofür das Budget sonst nicht gereicht hat. Denn Letzteres war hier schon sehr niedrig. Effektgewitter, wie man sie von den „großen“ Superheldenfilmen kennt, die gibt es hier natürlich nicht. Wände aus Feuer, elektrisierende Wellen Das Höchste der Gefühle sind oder andere Materialschlachten waren hier nicht drin. Diese Effekte darf man sich bei Mutant Outcasts stattdessen aufs Stichwort vorstellen und auch so tun, als wären die Tasern ähnelnde Stäbe der Soldaten tatsächlich irgendwie bedrohlich.

Nun kann natürlich nicht jeder Film mit so viel Geld um sich werfen, wie es die Blockbuster-Studios tun. Umso wichtiger wäre es dann aber gewesen, diese Defizite anderweitig aufzufangen. Stattdessen kommen noch viele weitere Defizite hinzu. Die Geschichte von Mutant Outcasts ist sterbenslangweilig, die Figuren sind es auch. Die Dialoge wiederum sind so grausam, dass man den Figuren schon gar keine Waffen mehr in die Hand drücken muss, damit sie Menschen verstümmeln. Es reicht schon ihnen zuzuhören. Die Emotionalität, welche an manchen Stellen erzeugt werden soll, scheitert zudem an dem Ensemble, das selbst wohl nicht zu wissen scheint, was es mit dem ganzen Zeug anfangen soll.

Letzte Enttäuschung: Actionszenen

Wenn denn wenigstens die Actionszenen nach etwas aussehen würden. Doch die sind uninspiriert choreografiert und unübersichtlich zusammengeschnitten. Das ist auch deshalb enttäuschend, weil Mark eigentlich aus dem Stuntbereich kommt und daher wissen sollte, wie körperbetonte Kämpfe aussehen können, die auch ohne den Computer auskommen. Was hier geboten wird, ist aber weder wuchtig noch elegant, sieht mehr nach einer Schulhofprügelei aus, wenn der Wille zum Schaden größer ist als das Talent. Ein tatsächliches Argument, warum man sich in einem wirklich überlaufenden Genre ausgerechnet Mutant Outcasts anschauen sollte, das bleibt einem der Film schuldig. Lediglich die später komplett bescheuerte Geschichte könnte ein Grund sein, wenngleich nicht der, den sich das Team wohl vorher ausgemalt hatte.

Credits

OT: „Enhanced“
Land: Kanada
Jahr: 2019
Regie: James Mark
Drehbuch: James Mark, Matthew Nayman, Peter Van Horne
Musik: Jim McGrath
Kamera: Russ De Jong
Besetzung: Alanna Bale, George Tchortov, Adrian Holmes, Chris Mark

Bilder

Trailer

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Mutant Outcasts
In „Mutant Outcasts“ dürfen mal wieder Menschen mit übermenschlichen Kräften vor anderen Menschen davonlaufen – oder gegen sie kämpfen. Der Film ist dabei weder inhaltlich noch inszenatorisch auch nur irgendwie brauchbar. Als wäre die Geschichte nicht schon langweilig genug, gibt es schwache Kämpfe und nichtexistente Spezialeffekte.
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Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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