Kritik

Voltron Legendärer VerteidigerEigentlich wollten Shiro, Hunk, Lance, Pidge und Keith nicht lange weg, nur einen Tag, um ein bisschen zu trainieren. Aber es kam anders. Kaum haben die fünf zusammen mit Coran, dem Berater von Prinzessin Allura die Taverne betreten, die früher Treffpunkt der Paladine waren, treffen sie auf einen alten Bekannten von Coran. Der hat noch eine alte Rechnung mit ihm offen, wortwörtlich, da hat sich schon ein stolzes Sümmchen in den Jahren angesammelt, die nun zurückgezahlt werden sollen. Am besten in Perlen, genauer eine yalexianische Perle. Die ist nicht nur sehr selten und dementsprechend teuer. Es müssen auch zahlreiche gefährliche Aufgaben erfüllt werden, um an sie zu kommen. Zum Glück haben die fünf ihre Roboter-Löwen dabei, die sie zum riesigen mechanischen Krieger Voltron verschmelzen lassen können …

Ein Sci-Fi-Abenteuer mit internationalen Wurzeln
Eigentlich sind riesige Roboter ja eher eine japanische Domäne, die Mecha getauften humanoiden Kampfmaschinen gehören fest zur Popkultur des fernöstlichen Landes – siehe etwa die Franchises Gundam oder Neon Genesis Evangelion. Dann und wann werden aber auch im Westen diese stählernen Ikonen in irgendeiner Form integriert. Ein Beispiel hierfür ist Voltron – Legendärer Verteidiger, eine Netflix-Animationsserie für Kinder. Wobei deren Wurzeln schon in Japan lagen. Genauer gab es dort in frühen 80ern die Animeserie Beast King GoLion welche für den US-Markt synchronisiert und neu geschnitten wurde und dort als Voltron lief. Die neue Serie ist also ein US-Reboot einer ursprünglich anderen Serie.

Für den begleitenden Comic dieses Reboots muss man das Original nicht kennen, weder das japanische, noch die US-Fassung. Mit der Netflix-Serie sollte man nach Möglichkeit aber schon vertraut sein. Grundsätzlich erzählt Voltron – Legendärer Verteidiger: Die Prüfung zwar eine in sich geschlossene Geschichte. Allerdings bietet der Band keinerlei Einführung. Wer also die animierte Fassung nicht gesehen hat, hat erst einmal keine Ahnung, wer diese fünf sind, warum sie an Bord von Roboter-Löwen umherfliegen und was es mit dem titelgebenden Voltron auf sich hat, zu dem sich die fünf Löwen zusammenfügen können, um beispielsweise mit Feinden zu kämpfen.

Mehr Humor als Action
Kämpfe gibt es im ersten Band einige. Doch die dauern nie sehr lang an und machen leider auch relativ wenig her. Oft erkennt man nicht so genau, was die fünf bzw. ihr verlängertes Alter Ego da tun. Wer in der Hinsicht was zu sehen bekommen will, der muss dann doch zur Serie greifen. Die Bilder an sich sind dabei schon nicht schlecht, gerade die Designs der Figuren sind markant – teilweise auch kurios. Denn während die Verteidiger des Universums von Ort zu Ort reisen, um Hinweise zum Verbleib der Perle zu sammeln, begegnen sie den eigenartigsten Kreaturen. Die können mal ganz klein sein, dann wieder imposant – man braucht schließlich ein Gegenstück zu Voltron –, von verschlagen bis eher naiv ist alles mögliche dabei.

Das ist alles schon recht sprunghaft und irgendwie hektisch. Aber es ist auch wirklich spaßig. Tim Hedrick und Mitch Iverson, die zusammen die Texte geschrieben haben, nutzten das gedruckte Medium, um vor allem die humorvolle Seite der Vorlage zu betonen. Und sie haben dies gut genutzt: Ob es die zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen den Teammitgliedern sind, die selbstverliebten Fantastereien von Lance inklusive kleiner Meta-Elemente oder auch diverse absurde Überraschungen, die im Laufe des Abenteuers warten, das ist schon ziemlich unterhaltsam. Wer die Serie mag, der schaut rein. Aufgrund des gelungenen Humors könnte man aber auch ohne Vorkenntnisse bei Die Prüfung auf seine Kosten kommen.

Credits

OT: „Voltron Legendary Defender, Vol. 1“
Land: USA
Jahr: 2016
Text: Tim Hedrick, Mitch Iverson
Zeichnungen: Digital Art Chefs

Bilder

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Voltron – Legendärer Verteidiger – Band 1: Die Prüfung
„Die Prüfung“ basiert auf der Animationsserie „Voltron – Legendärer Verteidiger“ und setzt eigentlich Kenntnisse derselben voraus. Aber auch ohne diese kann man bei der Comic-Variante seinen Spaß haben. Während die Kämpfe nicht viel hermachen, zu kurz und unübersichtlich sind, überzeugt das Abenteuer beim Humor.
3.5Gesamtwertung

Über den Autor

Chefredakteur

Habe schon als Kind mit großen Augen im Kino gesessen und Märchenfiguren, Sternenkrieger und andere Gestalten bewundert. Seit 2008 schreibe ich als freier Journalist über Kulturthemen, 2015 habe ich die Leitung der Seite übernommen. Sehe inzwischen rund 1000 Filme und Serien jedes Jahr und habe dadurch eine Vorliebe für die leiseren, ungewöhnlichen Geschichten entwickelt, die im Getöse gerne untergehen.

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