Beyond Reanimator

„Beyond Re-Animator“ // Deutschland-Start: 23. Juli 2003 (Kino) // 26. Oktober 2018 (DVD/Blu-ray)

Dr. Herbert West (Jeffrey Combs) kehrt ein letztes Mal zurück. 13 Jahre nachdem seine Experimente gehörig schiefgegangen sind und ein Junge nach Wests Verhaftung eine Spritze mit Nanoplasma einsteckte, sitzt der verrückte Arzt noch immer im Gefängnis. Hier konnte er seine Experimente zunächst nur an streunenden Ratten fortsetzen. Doch der Junge von damals ist inzwischen selbst Arzt (Jason Barry) und so fasziniert von Wests „Arbeit“, dass er sich in das Gefängnis versetzen lässt. Es entsteht eine Zusammenarbeit, die in einem Desaster endet…

Re-Animator war Mitte der 80er ein großer Erfolg. Nach einer Kurzgeschichte von H.P. Lovecraft inszenierte Regisseur Stuart Gordon mit seinem Debüt einen Horrorfilm, der seinen Unterhaltungswert vor allem aus seinen vielen Absurditäten gewann. In Bride of Re-Animator gab Gordon dann vier Jahre später die Regie an seinen Freund Brian Yuzna ab. War Teil 1 einer der imposantesten Genrebeiträge dieser Dekade, so setzte die Fortsetzung weniger auf absurde Einfälle als mehr einen parodistischen Ansatz. Den Universal-Klassiker Frankensteins Braut zum Vorbild nehmend, verfügt der Film jedoch über einen hohen Blutgehalt, weshalb auch dieser Teil in Deutschland eine bewegte Zensurgeschichte hatte. Als schon niemand mehr mit einem weiteren Auftritt Wests rechnete, schob Yuzna 2003 doch noch einen abschließenden Film hinterher und machte Re-Animator zur Trilogie.

Es regnet Körperteile!
Yuzna blieb sich treu, der Macher von Genre-Werken wie Society, Return of the Living Dead III oder The Dentist lässt es auch hier wieder gehörig splattern. Da die Effekte jedoch genauso übertrieben sind wie bei den Vorgängern, hat es die mit den Jahren gnädiger agierende FSK bei einer Freigabe ab 16 belassen. Die Kulisse der Haftanstalt tut der Atmosphäre des Films gut, die Reibereien mit Wärtern und anderen Insassen können sich sehen lassen. Auch Jeffrey Combs spielt in seiner Paraderolle gewohnt unterhaltsam, auch wenn er sich große Teile der Leinwandzeit mit dem etwas profillosen Jason Barry (Titanic) teilen muss.

Beyond Re-Animator reiht sich qualitativ in der Mitte der Reihe ein – etwas besser als Teil 2, aber auf keinen Fall so wegweisend und originell wie das einzig wahre Original. Für Fans natürlich ein Muss, aber auch Horror- und Splatterliebhaber können durchaus einen Blick riskieren. Manchmal etwas zu bemühte Witze treffen auf weniger gute Computereffekte und sehr gute, handgemachte Effekte. Wer damit nichts anfangen kann, ist hier sicherlich falsch.

Der Abschluss der Trilogie erscheint bei capelight Ppictures sowohl auf DVD als auch auf Blu-Ray. Bei letzterem hat der Käufer die Wahl zwischen dem Mediabook mit informativem Booklet oder der nostalgischen Collector’s Edition im VHS-Design. Ein Wechsel von den alten DVDs auf High-Definition könnte sich für Fans durchaus lohnen, neben umfangreichem Bonusmaterial wurde auch aus dem Bild einiges herausgeholt.

Beyond Re-Animator
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Beyond Re-Animator
Das Finale der "Re-Animator"-Trilogie bietet gewohnt gute Splatterkost gemixt mit krudem Witz. Besser als Teil 2 und schlechter als der Erstling, kommen Fans von Dr. West auch hier auf ihre Kosten. Lovecraft’scher Humor, ein gut aufgelegter Jeffrey Combs und das Gefängnis als unterhaltsame Kulisse kompensieren knapp die kleineren Unzulänglichkeiten wie untalentierte Nebendarsteller und Ideenlosigkeit gegenüber dem Original.
6von 10

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