The Burden

„The Burden“ // Deutschland-Release //nicht angekündigt

Tiere, die singen, das ist im Bereich Animation eigentlich nichts Ungewöhnliches. So hat Disney Generationen von Vierbeinern mithilfe ihrer Sangeskünste unsterblich gemacht, etwa in Das Dschungelbuch. Und natürlich gab es da auch noch Sing, das allein mit dem Prinzip singender Tiere richtig dick Kasse machte. Ein Independent-Kurzfilm, der ebenfalls nur aus trällender Fauna besteht? Wozu? Da kräht doch dann kein Hahn mehr danach.

The Burden mit den Beispielen oben gleichzusetzen, würde dem Film aber kaum gerecht werden. Dafür ist er zu eigen. Zu seltsam. Schon bei der Optik gibt es große Unterschiede: Die Schwedin Niki Lindroth von Bahr greift hier auf altmodisches Stop-Motion zurück, wenn sie in mühseliger Kleinarbeit ihren Tierpuppen das Laufen beibringt. Die Umgebung ist liebevoll modelliert, voller kleiner Details. Überaus realistisch auch, sieht man einmal davon ab, dass sämtliche Protagonisten eben Tiere sind.

Bekannt und doch reichlich schräg
Die Kombination aus realistischem Setting und darin umherwandernden Tierfiguren macht einen Teil des sonderbaren Reizes aus. Den Rest erledigt die Musik. Wenn hier Fische in einem Wellnesshotel zu singen anfangen, Ratten nach der Arbeit einen Diner aufräumen oder wir Affen in einem Call Center zusehen, dann ist das nicht von den üblichen Popnummern begleitet. Die Lieder sind schräg, so schräg, wie The Burden nun mal ist. Sie sind vor allem aber auch melancholisch, wie es der Titel schon verrät.

Eine eigentliche Handlung hat der Kurzfilm nicht, die verschiedenen Abschnitte sind zwar in Sachen Stimmung, nicht aber wirklich in Bezug auf Inhalt miteinander verbunden. Aber auch so ist dieses kuriose, nur 13 Minuten dauernde Werk sehr sehenswert und wurde nicht ohne Grund auf zahlreichen Festivals gezeigt, von Cannes über Sundance bis zum Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart.

The Burden
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The Burden
Wenn in „The Burden“ Tiere anfangen zu singen, dann hat das nur wenig mit den üblichen Animationsfilmen gemeinsam. Der Stop-Motion-Kurzfilm ist nicht nur schräger, sondern auch melancholischer, singt von Lasten, mit denen wir uns nicht nur bei der Arbeit herumplagen.
7von 10

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