(„The Killing Fields“ directed by Roland Joffé, 1984)

Schon lange stand dieser Film auf meiner Todo-Liste, nun konnte ich ihn endlich in Ruhe anschauen. Der Regisseur Roland Joffé war mir nicht ganz unbekannt, da ich bereits „Der scharlachrote Buchstabe“ gesehen hatte, den ich aber leider ziemlich langweilig fand. Dieser Streifen hingegen, der sich auf das Schreckensregime der Roten Khmer in Kambodscha der 70er Jahre konzentriert und auf wahren Tatsachen basiert, konnte mich von Anfang an überzeugen. Der Regisseur versucht sich auf ein Einzelschicksal, nämlich das vom kambodschanischen Reporter Dit Pran (Haing S. Ngor) zu konzentrieren. Der Zuschauer wird auch nicht etwa durch grandiose Dialoge beeindruckt, sondern vor allem durch die Bildgewalt und den Monologen des asiatischen Journalisten.
Anfangen tut dies aber alles mit der Einreise eines amerikanischen Reporters der New York Times, Sydney Schanberg (Sam Waterston). Er trifft im vorrevolutionären Phnom Penh auf seinen Kollegen und Fotografen Alan Rockhoff (John Malkovich) und auf den schon genannten Dit Pran, der vor allem als Übersetzter und Wegweiser dient. Sie erleben hautnah und am eigenen Leibe den Umsturz und die Errichtung des Regimes der Roten Khmer. Irgendwie gelingt es ihnen, sich freizuquatschen, doch die neue Regierung verlangt, dass alle ausländischen Berichterstatter nach Hause das Land verlassen müssen. Sydney reist also wieder nach New York um dort von den schrecklichen Zuständen im fernöstlichen Land zu berichten. Pran hingegen scheitert trotz sorgfältig gefälschten, britischen Pass an den Sicherheitskontrollen. Er wird in ein Arbeitslager mit tausenden seiner Landsleute gebracht wo er für die neue, kommunistisch gesinnte Regierung für das Wohl aller Bürger schuften muss. Er lernt, schnell dass widersprechen sinnlos und eine eigene Meinung haben gefährlich ist. Er versucht seine Ausbildung und seine Sprachkentnisse so gut wie es geht zu vertuschen, denn Intellektuelle sind potentielle Gegner und müssen beseitigt werden. In der Zwischenzeit bekommt der amerikanische Reporter Schanberg eine Auszeichnung für seine Recherchen und Berichte über Kambodscha. Er kann sich darüber aber nur halbherzig freuen: sein Freund Pran der eigentlich bei seiner Familie in den USA sein sollte, ist wie vom Erdboden verschluckt. Während sich die Nachrichten aus der kambodschanischen Hauptstadt verschlechtern, schwört er Prans Ehefrau, dass er ihren Gatten wohlauf finden wird…
Ein wirklich starker Film, der mit ca. 140 Minuten Laufzeit auch ein ziemlich bedrückende Länge aufweist. Positiv fand ich vor allem, das der Streifen nicht zu sehr politisch und propagandistisch belastet ist, schließlich und endlich handelt es sich hier immer noch um ein Produkt aus Hollywood. Die Bilder sind wie schon mehrfach erwähnt einfach grandios obwohl die Qualität eher an einen Film aus den 70ern, als aus den 80ern erinnert. Vielleicht ist dies aber sogar gewollt, wenn man die Jahre betrachtet in die das Ganze spielt. Die aussichtslose Lage von Pran in einem Land ohne Seele und ohne Gott und der krasse Bruch durch die verschiedenen Szenenwechsel in die westliche Welt, in der es eigentlich nur darum geht ,das Geschehen möglichst groß und spektakülar aufzublasen, ist gut inszeniert. Bis auf die zu oft vorkommende Schleichwerbung für einen gewissen, amerikanischen Getränkekonzern, fand ich den Film teilweise sogar sehr glaubwürdig und vor allem kritisch, was bspw. eine Szene von einer getürkten TV-Übertragung amerikanischer Medien untermauert. Auf jeden Fall ein Film, den ich zurecht auf meiner Todo-Liste hatte und hiermit gerne weiterempfehle. Der Soundtrack stammt übrigens von Mike Oldfield und fügt sich gut in das Geschehen am Bildschirm ein.

The Killing Fields
4.3 (86%) 10 Artikel bewerten

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